Methadon als Substitutionsmittel (Drogenersatz) - Anwendung und Risiken der Methadon-Therapie

Bei Methadon handelt es sich um ein synthetisches Opioid. Es kommt im Rahmen einer Substitutionstherapie für Drogenabhängige zur Anwendung.

Wirkung und mögliche Nebenwirkungen von Methadon im Rahmen einer Substitutionstherapie (Drogenersatztherapie)

Als Methadon wird ein vollsynthetisches Opioid bezeichnet, das eine morphinähnliche Wirkung aufweist. In Deutschland verwendet man es als Ersatzmittel für Heroin.

Substitutionstherapie

Unter einer Substitutionstherapie versteht man eine Drogenersatztherapie. Sie dient zur Behandlung von Menschen, die unter einer Opioidabhängigkeit leiden. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Heroin. Ziel einer Substitutionstherapie ist es, den Betroffenen in absehbarer Zeit eine nachhaltige Abstinenz zu ermöglichen.

Neben der gesundheitlichen Situation spielt auch die soziale Lage der Süchtigen eine wesentliche Rolle. So befinden sich viele Heroinabhängige in einem Teufelskreis aus Sucht und Beschaffungskriminalität, aus dem sie durch eine Substitutionsbehandlung ausbrechen können.

Eine Substitutionstherapie findet unter strenger ärztlicher Kontrolle statt. Dabei erhält der Süchtige in regelmäßigen Abständen Ersatzdrogen wie

  • Buprenorphin
  • Subotex oder
  • Methadon.

Dadurch hat der Betroffene die Möglichkeit, seine Entzugserscheinungen einigermaßen unter Kontrolle zu bekommen und wieder ein relativ normales Leben zu führen. Gesetzlich geregelt wird eine Substitutionstherapie durch die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) sowie die Richtlinien der Ärztekammern.

Methadon

Entwickelt wurde Methadon Ende der 30er Jahre von den deutschen Chemikern Max Bockmühl (1882-1949) und Gustav Ehrhart (1894-1971), die für die Farbwerke Hoechst arbeiteten. Es dauerte allerdings bis 1947, bis Methadon unter den Namen Dolorphine auf den Markt kam. Unter verschiedenen Markennamen wurde es rund um den Erdball als starkes Schmerzmittel vertrieben.

Seit den 60er Jahren kommt Methadon auch als Substitutionsmittel gegen Heroinsucht zum Einsatz. In Deutschland wird seit 1994 neben dem gängigen Levomethadon zusätzlich Racemat (DL-Methadon) zur verschreibungspflichtigen Substitution angeboten.

Die analgetische Wirkung von L-Methadon ist doppelt so groß wie die von Racemat. Das bedeutet, dass Racemat doppelt so hoch dosiert werden muss wie Levomethadon.

Wirkung

Die Wirkung von Methadon ist ähnlich wie die von Heroin oder Codein. Allerdings hängt sie auch erheblich vom individuellen Stoffwechsel ab, sodass die Effekte sehr unterschiedlich ausfallen können.

  • Im Gegensatz zu Heroin kommt es bei Methadon nicht zu stark ausgeprägten Rauschzuständen, sodass der "Kick" ausbleibt.
  • Außerdem dauert es länger, bis die Wirkung eintritt.

Mit Methadon können die Entzugserscheinungen durch eine Heroinsucht gelindert werden. Nimmt man es jedoch über längere Zeit ein, macht es ebenso abhängig wie andere Opioide.

Methadon-Therapie

Eingenommen wird Methadon oral. Das heißt, dass es der Patient in Form von Tropfen, Sirup oder Tabletten schluckt. Da es recht unangenehm schmeckt, vermischt man es zumeist mit Orangensaft.

Die Wirkung des Methadons setzt nach etwa 30–60 Minuten ein und beträgt durchschnittlich ungefähr 25 Stunden. Der Wirkungshöhepunkt erfolgt nach ca. 4 Stunden. So hält die Wirkung des Substitutionsmittels länger an, als die von Heroin.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Einnahme von Methadon ist nicht frei von Nebenwirkungen. So kann es zu unerwünschten Nebeneffekten kommen, wie:

Mögliche Langzeitnebenwirkungen sind:

Besonders gefährlich ist eine Überdosierung von Methadon. So besteht dadurch das Risiko:

Durch die Einnahme von Medikamenten wie Barbituraten und Antidepressiva oder Alkohol verstärken sich die Risken und Nebenwirkungen noch.

Da Methadon abhängig macht, können starke Entzugserscheinungen auftreten. Aus diesem Grund sollte das Mittel nicht abrupt abgesetzt werden.

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