Einteilung und Funktion von Schweißdrüsen

Als Schweißdrüsen bezeichnet man Hautanhangsgebilde. Sie unterstützen die Wärmeregulation des menschlichen Körpers.

Man unterscheidet ekkrine und apokrine Schweißdrüsen

Bei den Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae) handelt es sich um Hautanhangsgebilde, die an den meisten Stellen des Körpers vorkommen. Sie befinden sich unter der Oberhaut (Epidermis) innerhalb der Lederhaut (Korium).

Funktionen

Durch die Schweißdrüsen wird der Schweiß abgesondert, womit sie unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Dazu gehört vor allem die Wärmeregulation des menschlichen Organismus.

Gleichzeitig bilden die Schweißdrüsen einen antibakteriellen Hydrolipidfilm der Haut. Auf diese Weise wird der Säureschutzmantel unterstützt. Eine weitere wichtige Funktion der Schweißdrüsen ist die partielle Entgiftung des Körpers, indem sie harnpflichtige Stoffwechselprodukte und Elektrolyte abgeben.

Anatomie

Ihren Ursprung haben die Schweißdrüsen, die auch als Knäueldrüsen bezeichnet werden, eigentlich in der Oberhaut. Im Laufe der Evolution wanderten sie jedoch aufgrund von Platzmangel in das Unterhautgewebe (Subkutis) ab.

Mit Ausnahme der männlichen Peniseichel und des Lippenrots, findet man die Schweißdrüsen an sämtlichen Stellen des Körpers. Besonders zahlreich vertreten sind sie an

  • den Handflächen
  • den Fußsohlen
  • den Ellenbeugen und
  • der Stirn.

Die Zusammensetzung der Schweißdrüsen besteht aus dem Drüsenazinus und dem Ausführungsgang. Diese werden beide von einem Drüsenepithel ausgekleidet. Charakteristisch ist die polare Gliederung der Zellorganellen innerhalb des Drüsenepithels.

Während die Zellteile, die für die Synthese des Sekrets zuständig sind, basal liegen, befindet sich apikal Sekretgranula. Zwischen den Drüsenzellen und der Basalmembran sind Myoepithelzellen zu finden, deren Kontraktion die Abgabe von Sekret über die Ausführungsgänge bewirkt, wodurch dieses zur Oberfläche der Haut gelangt. Eingeteilt werden die Schweißdrüsen in ekkrine (merokrine) und apokrine Schweißdrüsen.

Ekkrine Schweißdrüsen

Ekkrine Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae merocrinae), die von einer umfangreichen Basalmembran umgeben werden, weisen einen Durchmesser von 0,4 Millimetern auf und liegen an der Grenze zwischen Haut und Unterhaut. Ihre Verteilung über den ganzen Körper ist ungleichmäßig.

Die ekkrinen Schweißdrüsen haben die Funktion, durch den Verdunstungseffekt den Wärmehaushalt des Menschen zu regulieren. Außerdem sorgt der Schweiß dafür, dass die Haut geschmeidig bleibt und den richtigen pH-Wert erhält.

Kommt es zu Funktionsstörungen der Nieren, sind die ekkrinen Schweißdrüsen in der Lage, zu einem geringen Teil für die Entgiftung des Körpers zu sorgen. So besteht der Schweiß nicht nur aus Fettsäuren und Wasser, sondern auch aus urinpflichtigen Stoffen wie Kochsalz oder stickstoffhaltigen Substanzen.

Insgesamt verfügt der menschliche Organismus über 2-4 Millionen ekkrine Schweißdrüsen. Während sie an den Fußsohlen am dichtesten vorkommen, sind sie an den Oberschenkeln eher spärlich vertreten.

Apokrine Schweißdrüsen

Die apokrinen Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae apocrinae) bezeichnet man auch als Duftdrüsen. Man findet sie nur in bestimmten Regionen der Haut, wie in

  • den Achselhöhlen
  • den Brustwarzen
  • der Perianalregion und
  • dem Genitalbereich.

Die Drüsenkörper der apokrinen Schweißdrüsen sind deutlich größer als die der ekkrinen Schweißdrüsen. So erreichen sie einen Durchmesser zwischen 3 und 5 Millimetern.

Zu finden sind die apokrinen Schweißdrüsen in der Unterhaut. Darüber hinaus stehen sie in enger Verbindung zu den Haarfollikeln und münden in deren Ausführungsgänge.

Zur Bildung der apokrinen Schweißdrüsen kommt es erst in der Pubertät. Durch emotionale Reize wie Erregung, Wut oder Angst werden sie besonders aktiviert.

Apokrine Schweißdrüsen verfügen über die Eigenschaft, Duftstoffe abzugeben. Diese sorgen zusammen mit den Talgdrüsen maßgeblich für den Körpergeruch eines Menschen. Dabei haben sie auch Anteil am Sexual- und Sozialverhalten.

Modifizierte Schweißdrüsen

Neben den ekkrinen und den apokrinen Schweißdrüsen gibt es noch weitere, abgewandelte Schweißdrüsenformen. Dabei handelt es sich um

  • die Moll-Liddrüsen (Glandulae ciliares)
  • die Warzenhofdrüsen (Glandulae aerolares) und
  • die Ohrschmalzdrüsen (Glandulae ceruminosae).

Erkrankungen der Schweißdrüsen

An den Schweißdrüsen kann es zu unterschiedlichen Erkrankungen kommen. Dazu gehören vor allem

Quellen:

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  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, 2019, ISBN 3981466098
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  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

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