Schüttelfrost - Wenn Kälte schlagartig den Körper durchfährt

Schlagartig steigt die Kälte im Körper hoch und die Skelettmuskulatur zieht sich immer wieder zusammen und erschlafft wieder. Diese nicht beeinflussbaren Kontraktionen nennt man Schüttelfrost und jeder einzelne Schüttelfrostanfall dauert einige Minuten und ist sehr anstrengend für den Körper, weshalb häufig Müdigkeit folgt. In einigen Fällen steckt hinter dem Schüttelfrost eine ernstzunehmende Krankheit, nicht immer nur handelt es sich um eine harmlose Erkältung.

Von der harmlosen Erkältung bis zur Blutvergiftung und schweren Erkrankung - mögliche Ursachen von Schüttelfrost und wie man ihn behandeln und lindern kann

Ursachen

Ein Schüttelfrost kann durch plötzliche Kälteeinwirkung auf den Körper entstehen. Er geht mit unkontrollierbarem Zittern am ganzen Körper einher. Durch die Kontraktionen der Muskeln wird sehr schnell Wärme erzeugt, was die Körpertemperatur schnell ansteigen lässt. Häufig ist Schüttelfrost durch Erkrankungen wie Erkältungen oder Grippe hervorgerufen.

Besonders Erkrankungen wie

werden von Schüttelforst begleitet.

Eine eher seltene bakterielle Erkrankung mit Schüttelfrost ist Tetanus (Wundstarrkrampf). Da heutzutage die meisten Menschen gegen diese Krankheit geimpft sind, tritt sie bei uns nur noch selten auf.

Wer in tropischen Ländern Schüttelfrost bekommt, sollte dringend einen Arzt aufsuchen, denn auch

können Ursache für Schüttelfrost sein. Immer wieder tritt auch das akute Glaukum im Zusammenhang mit Schüttelfrost auf; hier ist eine umgehende ärztliche Behandlung dringend notwendig und so sollte Schüttelfrost nie auf die leichte Schulter genommen werden.

Wenn ein Mensch verdorbene oder giftige Lebensmittel zu sich genommen hat, so kann es zu einer Lebensmittelvergiftung kommen. Häufig geht auch diese mit Schüttelfrost einher.

Hält sich ein Kind oder auch ein Erwachsener zu lange in der Sonne auf, so kann es zu einem Hitzschlag kommen. Auch dieser äußert sich unter anderem durch Schüttelfrost. Schüttelfrost stellt mitunter das Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung dar, die lebensgefährliche Folgen haben kann.

Wann zum Arzt?

Entsteht der Schüttelfrost durch eine Erkältung, muss nicht unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Ist die Ursache jedoch unklar, sollte sich der Patient rasch an einen Mediziner wenden, damit dieser die Ursachen ergründet und entsprechend behandelt.

Diagnose

Um Schüttelfrost zu behandeln, muss eine ausführliche Diagnose gestellt werden, denn nicht der Schüttelfrost an sich muss behandelt werden, sondern die Ursache die zum Schüttelfrost führt. Sind die Ursachen für den Schüttelfrost unklar oder tritt er nach einer Tropenreise auf, gilt es, rasch einen Arzt zu konsultieren. Um wichtige Informationen zu erhalten, nimmt der Mediziner zunächst eine Befragung des Patienten vor.

Anamnese

Führt der Schüttelfrost zu einem Besuch beim Arzt, beginnt die Untersuchung mit der Befragung des Patienten. Dabei möchte der Arzt wissen,

  • seit wann der Erkrankte unter Schüttelfrost leidet
  • ob noch weitere Beschwerden bestehen und
  • ob vor kurzem eine Fernreise unternommen wurde.

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss an die Anamnese führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, bei der er nach geschwollenen Lymphknoten tastet. Außerdem hört er die Lunge ab und sucht nach möglichen Entzündungsherden.

In den meisten Fällen lässt sich bereits nach der körperlichen Untersuchung die Ursache für den Schüttelfrost herausfinden.

Blutuntersuchung

Um Entzündungsherde und Erreger zu ermitteln, nimmt der Arzt dem Patienten Blut ab und lässt es labortechnisch untersuchen. Zur Feststellung der auslösenden Keime muss zumeist eine Erregerkultur angelegt werden.

Zusätzliche Untersuchungsmöglichkeiten

Je nach vermuteter Ursache des Schüttelfrosts sind noch weitere Untersuchungsmaßnahmen möglich. Dazu gehören

Behandlung

Handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, so verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Dadurch bessert sich dann auch der Schüttelfrost.

Wenn ein Patient Schüttelfrost mit hohem Fieber hat, so können fiebersenkende Medikamente eingenommen werden. In jedem Fall sollte sich der Patient schonen und Bettruhe einhalten.

Wenn Schüttelfrost durch einen akuten Glaukom (grüner Star) hervorgerufen wird, ist eine spezielle Therapie notwendig, doch zum Glück ist dies äußerst selten.

Wichtig ist es also, die Ursachen des Schüttelfrosts festmachen zu können. So ist bei einer akuten Grippe die Ursache ziemlich klar und auch bei Erkältungserkrankungen ist der Schüttelfrost klarzuzuordnen. Wer bereits Medikamente vom Arzt erhalten hat, kann deshalb getrost ihre Wirkung abwarten.

Homöopathische Mittel

Gegen Schüttelfrost können auch Homöopathika zum Einsatz gelangen. Dazu gehören vor allem Belladonna (Tollkirsche) D200 und Aconitum napelles (blauer Eisenhut) D200.

Selbsttherapie

Bei den meisten Patienten ist Schüttelfrost die Begleiterscheinung eines grippalen Infekts. In solchen Fällen ist auch eine Selbsttherapie möglich.

Um dem Muskelzittern entgegenzuwirken, wird empfohlen, sich warm in Decken einzuhüllen oder ein warmes Vollbad bzw. Fußbad zu nehmen. Die Wärme, die der Körper von außen erhält, bewirkt, dass der Organismus zur Erhöhung der Körpertemperatur weniger arbeiten muss.

Hausmittel

Zur Bekämpfung von Schüttelfrost stehen auch einige Hausmittel zur Verfügung. Geht das Muskelzittern mit Fieber einher, können zum Beispiel Wadenwickel zur Anwendung kommen.

Außerdem ist es ratsam, Lindenblütentee zu sich zu nehmen. Dieser hat schweißtreibende und wärmende Eigenschaften. Gleiches gilt für Holunderblütentee und Hagebuttenschalen.

Auch eine Schwitzkur gilt bei Schüttelfrost und Fieber als hilfreich. Grundsätzlich sollte der Körper bei Schüttelfrost mit Fieber viel Flüssigkeit erhalten. Pro Grad zusätzlicher Körpertemperatur bekommt der Patient 0,5 Liter zusätzliche Flüssigkeit.

Mitunter kann Schüttelfrost auch durch einen Hitzschlag hervorgerufen werden. In solchen Fällen muss der Patient aus der Sonne gebracht werden und kühle, feuchte Umschläge auf Stirn und Nacken erhalten.

Es gilt:

Gefahr droht immer dann, wenn es keinen ersichtlichen Auslöser für den Schüttelfrost gibt und so müssen sich Patienten hier auf eine ausführliche Diagnostik einstellen. Oft sind hier Bluttests und Röntgenaufnahmen notwendig, um die Ursache zu erkennen. Schüttelfrost tritt grundsätzlich nicht als eigenständige Krankheit auf und so sollte im Zweifel immer der Arzt konsultiert werden. Eine Eigenbehandlung auf Grund eigener Vermutungen ist daher nicht ratsam.

Auch Apotheker können in diesem Fall nur Vermutungen anstellen und so sollte der direkte Weg zum Arzt gesucht werden. Wer am Wochenende plötzlich auftretenden Schüttelfrost mit unklarer Ursache bekommt, sollte sich nicht scheuen den Sonntagsdienst zu bemühen - Vorsicht ist hier dringend anzuraten. Denn auch wenn der grüne Star sehr selten bei Schüttelfrostpatienten auftritt, ist hier jeder Tag kostbar und eine schnelle Diagnose dringend erforderlich.

Vorbeugung

Schüttelfrost vorzubeugen ist leider nicht möglich. Um einen grippalen Infekt zu vermeiden, empfiehlt es sich,

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