10. November 2011
Von Orgasmusstörungen spricht man, wenn es trotz ausreichender Lust und Stimulation wiederholt nicht zum Erreichen des sexuellen Höhepunkts kommt. Die Ursachen für die Störungen können sowohl körperlicher als auch seelischer Natur sein.
Im Falle einer Orgasmusstörung erleben die Betroffenen den sexuellen Höhepunkt entweder nur verzögert oder überhaupt nicht, obwohl sie sexuelle Lust empfinden und ausreichend stimuliert werden. Man bezeichnet Orgasmusstörungen auch als psychogene Anorgasmie oder gehemmten weiblichen bzw. männlichen Orgasmus.
Betroffen von Orgasmusstörungen sind in erster Linie Frauen. Doch auch bei Männern kommen sie mitunter in verschiedenen Ausprägungen vor. Dazu zählen ein vorzeitiger Orgasmus, ein verspäteter Orgasmus oder das Ausbleiben des Höhepunkts. Die Ursachen für Orgasmusstörungen sind mannigfaltig. So kommen sowohl physische als psychische Gründe in Betracht. Zu den häufigsten körperlichen Ursachen für eine Orgasmusstörung gehören Entzündungen oder Krankheiten wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Multiple Sklerose, Schilddrüsenerkrankungen, neurologische Krankheiten, Erkrankungen der Hirnanhangdrüse oder der Nebenniere sowie Tumore oder ein Defizit an Testosteron. Als weitere Gründe kommen der Missbrauch von Alkohol oder Drogen oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Psychopharmaka infrage.
In den meisten Fällen werden Orgasmusstörungen jedoch durch psychische Faktoren ausgelöst. Dies können mangelnde Liebe, Beziehungsängste, Gewissensängste, traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit, ungelöste innere Konflikte, Triebkonflikte oder Störungen der Persönlichkeitsstruktur sein. Manchmal bleibt der Orgasmus auch aus, weil man sich zu stark auf ihn konzentriert und dabei nicht die Lust am Sex genießt oder weil die Partner ihre gegenseitigen Vorlieben nicht berücksichtigen. Einige Menschen finden ihren Partner sexuell einfach nicht attraktiv genug. Bei Männern wirken sich oft auch Versagensängste negativ aus. Setzen sie sich zu sehr unter Druck, wird auf diese Weise die Grundlage für sexuelle Störungen geschaffen.
Nicht immer werden die Orgasmusstörungen nur durch eine einzelne Ursache ausgelöst. So können mitunter auch mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Allerdings ist es nicht immer einfach zu beurteilen, ob wirklich eine Störung vorliegt, da die Grenzen zwischen Normalität und Störungen fließend sind.
Um Orgasmusstörungen zu behandeln, muss die Ursache abgeklärt werden. So erfolgt bei körperlichen Erkrankungen eine entsprechende Therapie. Sind dagegen seelische Gründe für die Störungen ausschlaggebend, kann es sinnvoll sein, einen Sexualtherapeuten aufzusuchen. Dieser hilft dabei traumatische Erlebnisse zu verarbeiten, hemmende Gedanken abzubauen, und den eigenen Körper anzunehmen.
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