24. Oktober 2007
Von Annett Matiran
Die Geburt des eigenen Kindes ist eines der wichtigsten und tiefgreifensten Erlebnisse im Leben einer Frau bzw. eines Paares. Insbesondere Frauen, welche ihr erstes Kind bekommen, begleitet neben all der Vorfreude auch Angst und Unsicherheit, was sie zur Geburt erwartet. Informieren Sie sich, wie Hebamme und Arzt Sie während der Geburt begleiten und unterstützen - umso besser können Sie sich auf das noch Unbekannte einstellen.

Der Arzt hat die Hinzuziehungspflicht einer Hebamme – so das Gesetz –, da die Geburtshilfe eine den Hebammen vorbehaltene Tätigkeit ist. Laut Gesetzgebung dagegen müssen die Hebammen den Arzt nur bei auftretenden Komplikationen hinzuziehen.
Hebammen können Geburtshilfe als freiberufliche (Haus-, Beleg-, Geburtshaus-, Praxisgeburten) oder angestellte Hebammen in einer Klinik leisten. Ebenso arbeiten Frauenärzte/innen angestellt in der Klinik oder selbstständig in einer Praxis. Einige der niedergelassenen Ärzte stehen den freiberuflichen Hebammen in Rufbereitschaft für Hausgeburten zur Verfügung oder schließen sich einem Geburtshaus an.
In der Regel betreut die Hebamme das werdende Elternpaar von der Minute der Ankunft im Kreißsaal bis zum Ende der Geburt. Zunächst wird sie Sie mittels einer vaginalen Untersuchung feststellen, wie weit die Geburt im Gange ist. Mit einem CTG überprüft sie, ob die Herztöne des Ungeborenen normal sind und in welchem Abstand die Wehen kommen. Diese beiden Untersuchungen werden bei einer normalen Geburt meist alle zwei Stunden wiederholt. Anschließend bereitet die Hebamme das Paar auf die Entbindung vor - sie füllt die Aufnahmepapiere aus, führt eine Blutentnahme durch und macht Sie mit dem Kreißsaal vertraut. Stets beobachtet sie, ob Sie richtig atmen und in den Wehenpausen gut entspannen. Mithilfe zahlreicher Möglichkeiten wird die Hebamme bemüht sein, Ihnen Tipps und Anregungen zu geben, wie sie sich am besten in jeder der drei Geburtsphasen verhalten sollten, um dem Kind und sich selbst eine optimale Geburtssituation zu verschaffen. Das kann zum Beispiel eine wohltuende Massage oder ein Entspannungsbad sein. Oder sie empfiehlt Ihnen das Schaukeln auf einem Pezziball, am Seil oder etwas Bewegung. Selbstverständlich wird die Hebamme sie gewähren lassen, wenn sie sich instinktiv richtig verhalten und es so für Ihr Kind gut ist. Während der Geburt wird die Hebamme Sie mit ruhigen, klaren Worten ansprechen und Sie motivieren, eine aufrechte Gebärposition einzunehmen. Ist das Baby geboren, durchtrennt sie gemeinsam mit dem Vater die Nabelschnur und führt sie in der Regel auch die Erstuntersuchung des Neugeborenen durch. Die Hebamme ist auch dazu befähigt, einen Dammschnitt oder Riss zu versorgen – doch meist übernimmt das in der Klinik der Arzt.
Treten Komplikationen oder Abweichungen vom normalen Geburtsverlauf auf, zieht die Hebamme sofort den Arzt hinzu. Er entscheidet, wann ein Kaiserschnitt gemacht werden muss oder informiert den Narkosearzt, falls eine Betäubung (PDA) notwendig wird. Kommt eine Gebärende aber schon mit einem Risikobefund in den Kreißsaal, so überwachen grundsätzlich Arzt und Hebamme gemeinsam die Geburt. Der Arzt erstellt Anordnungen für benötigte Medikamente oder führt bei Bedarf eine Ultraschalluntersuchung durch. Auch eine Saugglocken- oder Zangengeburt obliegt dem Arzt – hierbei assistiert ihm die Hebamme.
Tipp: Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit einer Hebamme auf. Sie wird Ihnen die regionalen Gegebenheiten der für Sie in Frage kommenden Geburtskliniken erklären – so können Sie leichter entscheiden, ob und welche Klinik Ihr Geburtsort werden soll.
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