11. Oktober 2008
Von Andreas Hadel
Wenn Begriffe wie Fett oder Öl erklingen, ergreift so manch gesundheitsbewusster Mensch nicht selten die Flucht. Was solche Personen nicht wissen, ist, dass es schlechte Fette sowie gute Fette gibt. Der komplette Verzicht auf Lipidsäuren wäre sogar unserer Gesundheit eher abträglich als förderlich.
Essentielle Fette, also solche, die unser Körper nicht selbst herstellen kann, müssen wir täglich mit unserer Nahrung aufnehmen. Ohne sie arbeiten wir den Sensenmann direkt in die Hände. Zugegeben, das ist etwas drastisch ausgedrückt, trifft aber den Kern der Sache.
Die essentiellen Fettsäuren werden in zwei Gruppen unterteilt: Omega-6-Fette und Omega-3-Fette.
Obwohl diese beiden Arten der essentiellen Fettsäuren nahezu baugleich sind und nur anhand winziger Unterschiede voneinander differenziert werden können, haben sie laut wissenschaftlichen Studien unterschiedliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit.
Eine übermäßige Zufuhr von Omega-6-Fettsäuren kann zu Entzündungen, Blutgerinseln und verstärkten Tumorwachstum führen. Omega-3-Fettsäuren haben hingegen genau die gegenteilige Wirkung und haben selbst bei exzessiven Genuss keine negativen Nebenwirkungen. Während Omega-6-Fette in pflanzlichen Ölen gefunden werden kann, kommt Omega-3 hauptsächlich in Fischölen vor.
Ärzte sind sich mittlerweile einig, dass eine der häufigsten Ursachen für Herzbeschwerden, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Diabetes, vorzeitiges Altern und einige Krebsarten eine unausgewogene Einnahme von Omega-3- und Omega-6-Fetten ist.
Wie bereits erwähnt, kommt Omega-6 hauptsächlich in pflanzlichen Ölen vor. Da sind in erster Linie Maisöl und Sojaöl zu nennen. Zuverlässige Omega-3-Lieferanten sind Walnüsse, Leinöl, Algen und fettreiche Fischsorten. Letztere bringen außerdem hohe Mengen an EPA- und DHA-Fettsäuren auf den Teller. Beide Fettsäuren konnten außergewöhnlich viele positive Effekte auf unsere Gesundheit nachgewiesen werden. Bereits in den frühen 70er Jahren zeigte eine Studie, dass die Grönland-Eskimos deshalb so wenig an Herzproblemen litten, weil sie sich auf der Basis von Fischen sehr fettreich ernähren.
EPA und DHA gelten zudem als Garanten für eine wirksame Prävention von Arteriosklerose, Herzattacken, Depressionen und Krebs. Mit Fischöl angereicherte Speisen wirken sich auch mildernd auf Krankheiten wie Rheuma, Diabetes, dem Raynaud-Syndrom und verschiedenen Dickdarmerkrankungen aus.
In Athen haben Wissenschaftler vor kurzer Zeit eine Studie durchgeführt, die bewiesen hat, dass es eine direkte Verbindung zwischen einer Diät, die reich an Fischfetten ist, und der Entzündung von Blutgefässen gibt. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Probanden, die mehr Fisch aßen als andere, deutlich weniger C-reaktive Proteinen und Interleuktin-6 in ihrem Blut hatten. Beide Stoffe gelten als fördernde Risikofaktoren für Gefässerkrankungen.
Im australischen Perth entdeckten Forscher die positiven Effekte von Fischölen hinsichtlich einer Körpergewichtsreduktion. Eine auf Fisch basierende Diät scheint nicht nur schneller zum Ziel zu führen. Sie sorgt auch für eine schnellere Normalisierung bei Bluthochdruck und verbessert die Glukosetoleranz.
Fischöle scheinen aber auch einen positiven Effekt auf die Atemwege zu haben. Statistiken zeigen, dass sich die Anzahl der Asthma-Anfälle bei erkrankten Kindern deutlich reduziert hat, wenn ihnen eine fischreiche Ernährung ermöglicht wurde.
Trotz der vielen positiven gesundheitlichen Folgen, die Fischkonsum nach sich ziehen kann, gilt auch hier, dass ein exzessiver Genuss zu einer Steigerung des Körperfettes führen kann. Eine Kalorie zu viel aus einer gesunden Nahrungsquelle bleibt trotzdem eine Kalorie zu viel.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
05.04.12 | |
![]() | FISCH |
16.02.12 | |
![]() | FISCH |
20.12.11 | |
![]() | FISCH |
19.10.11 | |
![]() | FISCH |
01.10.11 | |
![]() | FISCH |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Fisch Forum

