Das Kind im Alter von 4,5 bis 5 Jahren

Kind ist mit dem Fahrrad gestürzt und fasst sich ans Knie

Die kindliche Entwicklung in einem Alter von 4,5 bis 5 Jahren

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  • von Paradisi-Redaktion

Mit 4,5 bis fünf Jahren kann ein Kind erzählen, was es heute alles gemacht hat. Das Kind kann nun alleine essen und sich vielleicht auch schon ein Brot schmieren.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Das Kind hat sich im Kindergarten eingelebt

Im Alter von 4,5 bis fünf Jahren fühlen sich die meisten Kinder sehr wohl im Kindergarten. Sie gehören nicht mehr zu den Kleinen, aber auch noch nicht zu den Großen. Sie haben Freundschaften geknüpft und kennen den Kindergartenalltag.

Das Spielen mit anderen Kindern gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Kleinen; nun werden auch schon erste Verabredungen getroffen. Hier wird auch weiterhin gelernt, zu teilen und Geduld zu bewahren, bis man selbst an der Reihe ist.

Natürlich kommt es hier auch öfter mal zu Streitereien, denn nicht jedes Kind möchte freiwillig sein Spielzeug hergeben. Dies sind alles wichtige Meilensteine der sozialen Entwicklung; Kinder fangen an, neben der eigenen auch die Gefühlswelt der anderen Mitmenschen wahrzunehmen.

Geistige und sprachliche Fortschritte zeigen sich

Auch geistig hat das Kind große Fortschritte gemacht. Gibt man ihm drei Streichhölzer und zeigt ihm den Buchstaben "Z", so kann das Kind den Buchstaben nachlegen. Genauso kann das Kind nun auch ein Kreuz nachmalen. Das Kind kennt zudem den Unterschied zwischen krumm und gerade.

Auch die Sprache entwickelt sich stetig weiter. Das Kind beschreibt die wahrgenommene Umwelt und findet dafür mehr und mehr Erklärungsweisen. Ebenso verbessert sich die Grammatik: Kinder nutzen den Plural sowie die Personalpronomen zunehmend richtig.

Mit vier bis fünf Jahren lernen Kinder im Durchschnitt sechs neue Wörter täglich. Die Sätze werden komplexer und länger und Grammatikfehler treten immer seltener auf.

Auch die Aussprache verbessert sich. Problematisch ist es hier und dort noch mit den Lauten "s", "sch", "kr" oder "dr". Das Stellen vieler Fragen gehört nach wie vor zu den Lieblingsbeschäftigungen des Nachwuchses.

Das Kind will alles selbst entscheiden

Endlose Diskussionen können nun an der Tagesordnung sein: Über die Kleidung, die Schuhe, das Essen usw. Eltern brauchen jetzt starke Nerven und sollten konsequent bei ihren Antworten sein.

Kluge Kinder: Schon Vierjährige können Ironie verstehen

Kind mit Buch über dem Kopf
kind mit buch 6 © A. Jüttner-Lohmann - www.fotolia.de

In einer neuen Studie der University of Montreal hat sich herausgestellt, dass Kinder bereits im Alter von vier Jahren ironische Bemerkungen verstehen können. Bislang war man davon ausgegangen, dass die Fähigkeit zum Entlarven sprachlicher Stilmittel sich erst mit rund 10 Jahren entwickelt.

In der Studie wurde der sprachliche Umgang von Eltern mit ihrem Nachwuchs in 39 Zwei-Kind-Familien untersucht. Das verblüffende Ergebnis: bis auf ein Kind verstanden alle Ironie, Beschönigungen, Übertreibungen oder rhetorische Fragen ihrer Eltern. Im Gegensatz zu älteren Studien wurde die Entwicklung der Sprachgewandtheit der Kinder also nicht unter sterilen Laborbedingungen, sondern in ihrem sozialen Umfeld getestet.

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass Mütter eher rhetorische Fragen stellen, Väter dagegen gerne einmal sarkastisch werden.

Motorische und körperliche Fähigkeiten

Das selbstständige Essen ist für knapp fünfjährige Kinder nun kein Problem mehr. Viele können sogar schon mit dem Messer umgehen und sich ihr Essen selbst kleinschneiden. Viele Kinder können sich auch schon ein Brot schmieren. Mit knapp fünf Jahren können die meisten Kinder sicher bis zehn zählen, viele sogar schon bis zwanzig.

Die meisten Kinder können mit knapp fünf Jahren ohne Stützräder Fahrrad fahren, aber auch das will gelernt sein. Geduld und viel Übung werden benötigt, bis das Kind sicher ohne Stützen fahren kann.

Die Bewegungen werden sichtlich flüssiger ausgeführt und auch anspruchsvollere Bewegungen wie das Stehen auf einem Bein oder das Balancieren sind kein Problem mehr. Als Elternteil wird man hier immer weniger eingreifen müssen.

Für einige Kinder steht bereits jetzt das Radfahren lernen an. Ebenfalls versucht man sich mitunter im Schließen von Knöpfen und Reißverschlüssen.

Kindergartenkinder haben oft Probleme sich selbstständig anzuziehen

Junge in grün-weiß gestreiftem Longsleeve steht mit verschränkten Armen vor einer Tafel
Junge mit verschränkten Arme © Picture-Factory - www.fotolia.de

Meistens kommen die Kinder mit drei Jahren auch in den Kindergarten, doch viele haben große Probleme sich selbstständig anzuziehen, was aber auch laut der Kinderärztin Frau Dr. Claudia Saadi völlig normal sei, wie auch das Apothekenmagazin "Baby unbd Familie" schreibt.

Den kleinen Kindern fehlt nämlich oftmals die Fähigkeit der Feinmotorik und so sollten die Eltern dies mit ihren Sprößlingen üben und sie auch, wenn sie erfolgreich waren, dementsprechend loben. Zudem sollten Eltern bei der Kleidung für die Kleinen auf möglichst einfach zu bedienende Verschlüsse achten.

Das Kleinkind und die Knöpfe: So lernt der Nachwuchs sich selbst anzuziehen

Kinderschuhe, Babyflasche, Schnuller
baby i © Oliver Gotthold - www.fotolia.de

Bis sich Kinder vollständig selbst anziehen können, haben sie meist das Grundschulalter erreicht. Der Weg dahin ist für die Eltern oft beschwerlich. Zwar können Kinder häufig schon im zweiten Lebensjahr Strümpfe und Schuhe selbstständig wieder ausziehen - sehr zum Leidwesen der Eltern, die ihnen die Strümpfe gerade erst mühsam angezogen haben - doch das selbstständige Anziehen dauert meist länger.

Knöpfe und Reißverschlüsse

Meist lernen Kinder zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag das Anziehen von T-Shirts oder Hosen, tragen diese dann aber auch schon einmal links herum. Eltern können ihrem Nachwuchs die Sache erleichtern, indem sie zum Beispiel auf Hosen mit Stoffbund oder Gummi statt auf Knöpfe setzen, denn diese zu schließen fällt Kindern noch länger schwer. Sie kommen erst im vierten Lebensjahr an die Reihe, gemeinsam mit Reißverschlüssen und Schnürsenkeln, bei denen Feinmotorik gefragt ist.

Kleidung vorbereiten

Hilfreich ist es auch, den Kindern Kleidung und Schuhe immer richtig herum hinzulegen, bis sie von selbst verstehen, wo bei der Hose vorne ist und warum "Ziegenfüße" bei den Schuhen keine gute Idee sind. Die Anziehprozedur sollte zudem stets mit Erklärungen wie "linkes Bein in die Hose, rechtes Bein in die Hose, Hose hochziehen, Reißverschluss zumachen" begleitet werden.

Beliebte Spiele

Kinder in diesem Alter zeigen sich beim Spielen von ihrer besonders kreativen Seite. Hier befinden sie sich in ihrer eigenen Phantasiewelt. Rollenspiele sind besonders beliebt.

Das Kind wird immer weniger Probleme damit haben, sich auch mal alleine zu beschäftigen. Die Konzentrationsfähigkeit beträgt maximal etwa 10 Minuten. Was noch nicht sonderlich gut klappt, ist das Verlieren bei einem Spiel - dies wird es mit der Zeit noch lernen.

Förderungsmöglichkeiten

Das Kind sollte weiterhin mit in die alltäglichen Aufgaben und Arbeiten integriert werden. Schon kleine Tätigkeiten, wie zum Beispiel die Backzutaten zusammen zu suchen, sich ein passendes T-Shirt zur Hose herauszusuchen oder beim Aufräumen des Kinderzimmers zu helfen, stärken das Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl.

Mit der Kindergartenzeit kommt auch die Phase, in der es vielen Eltern schwerfällt, ihre Kinder für ein paar Stunden "allein" zu lassen. Doch nur wenn sie dem Nachwuchs deutlich machen, dass das in Ordnung ist, können auch die Kinder es lernen.

Außerdem zeigt man seinem Sprössling damit, dass man ihm Vertrauen schenkt: es ist selbstständig genug, sich auch unter neuen Mitmenschen zurecht zu finden und hier Freunde zu finden. Wenn man als Elternteil selbst stark bleibt, wird auch die Trennungsangst beim Nachwuchs gelindert. Dies wird sich auch auf andere, bevorstehende Situationen ausweiten.

Vorsorge steht wieder an

Mit fünf Jahren ist wieder eine Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt fällig, die U9. Der Arzt prüft und untersucht hier genau:

Sollte noch ein Sprachfehler bestehen, so wird der Kinderarzt zu einer logopädischen Behandlung raten.

Kinder ab dem Vorschulalter brauchen den Mittagsschlaf meist nicht mehr

Kleines Mädchen schläft in Hängematte im Garten
Little girl sleeping in hammock © Ints - www.fotolia.de

Ein Schläfchen zur Mittagszeit ist nicht immer gut für Kinder, berichtet das Apothekenmagazin Baby und Familie. Das zeigen mehrere Studien aus Japan und den USA.

So ergab eine Untersuchung, dass kleine Schläfer abends später ins Bett gehen und morgens weniger gut ausgeschlafen sind. Auch scheint das Nickerchen sich auf die geistige Leistungsfähigkeit auszuwirken: Die Kinder, die mittags am längsten schliefen, schnitten bei Puzzles am schlechtesten ab.

Warum gerade der Mittagsschlaf dafür verantwortlich ist, ist noch nicht geklärt.

Angst gehört zum Leben, aber Kinder müssen lernen, mit der Furcht umzugehen

Eltern sollten als Vorbild zeigen, wie furcheinflößende Dinge beherrschbar sind

Verängstigtes Baby schaut zwischen den Beinen der Mutter hervor
the frightened babe-1 © Maxim Malevich - www.fotolia.de

Glücklicherweise gibt es die Angst; frei davon ist niemand. Die Bereitschaft, auf Dinge ängstlich zu reagieren, ist angeboren.

Angst ist in Maßen eine gute Emotion

„Sie kann nicht beeinflusst werden“, erklärt Professorin Katja Mackowiak, Diplom-Psychologin von der Pädagogischen Hochschule Weingarten im Baby und Familie. Und weiter: „Angst ist eine gute Emotion – allerdings in Maßen.“

Heranwachsende Kinder gehen durch mehrere Stadien. Vom Erschrecken vor lauten Geräuschen bei Babys, über Furcht vor Gespenstern im Grundschulalter bis zu existentiellen Ängsten von Jugendlichen vor Versagen, Krieg oder der Zukunft.

Eltern sind Vorbild - Kinder haben oft vor denselben Dingen Angst wie die Eltern

Auf das Gefühl der Angst, das in bestimmten Situationen auftritt, haben Eltern durchaus Einfluss. „In erster Linie sollen sie Vorbild sein“, sagt Mackowiak. Das Vorbild wirkt aber auch im negativen Sinne: Kinder haben oft vor denselben Dingen Angst wie ihre Eltern. Spinnenphobiker etwa tun ihren Kleinen einen riesigen Gefallen, wenn sie sich angesichts einer Spinne zusammenreißen. Am besten durch das eigene Beispiel ist vermittelbar, dass und wie zunächst furchteinflößende Dinge beherrschbar sind.

Aber: „Zwingen Sie Ihr Kind zu nichts“, mahnt die Psychologin. „Ist die Konfrontation mit dem Auslöser der Angst zu schlimm, tasten Sie sich langsam an die Situation heran. Ihr Kind sollte nicht leiden müssen.“

Eltern haben heutzutage viel zu viel Angst um ihre Kinder

Zwei Kinder auf dem Schulweg, schauen ob Autos kommen, bevor sie Straße überqueren
Kinder auf dem Schulweg © somenski - www.fotolia.de

Eigentlich ist die heutige Generation von Kindern wesentlich weniger Gefahren ausgesetzt als noch vor einigen Jahrzehnten. Dennoch sagen Risikoforscher, dass sich Eltern heute vielmehr Sorgen um ihre Sprösslinge machen als damals.

Dabei sollten Kinder gerade auch eigene Erfahrungen sammeln, zu denen auch schlechte gehören, um in ihrer Selbständigkeit zu wachsen, wie das Apothekenmagazin "Baby und Familie" berichtet. Der Grund für die Sorgen der Eltern liegen meist darin begründet, dass sie selbst in ihrer Kindheit nur wenig eigene Erfahrungen sammeln konnten und von ihren Eltern zu sehr behütet wurden, sagt Familienforscherin und Psychologin Dr. Eva-Verena Wendt.

Professor Dr. Ortwin Renn, Risikoforscher an der Universität in Stuttgart führt die Ängste der Eltern zudem auf die Medien zurück, in denen meist nur die negativen Folgen einer potentiellen Gefahr überspitzt dargestellt werden und rät den Eltern ihren Kindern mehr Entscheidungen zuzumuten.

Grundinformationen und Hinweise zur Kinderentwicklung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Gestürzt © bilderbox - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: 4 Colored Stick Notes Colored Pins Mix © Jan Engel - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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