Zäpfchen - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

Als Zäpfchen bezeichnet man spezielle Arzneimittel, die rektal zur Anwendung kommen. Sie erzielen eine schnellere Wirkung als Tabletten oder Tropfen.

Einsatz, Dosierung und Risiken von Suppositorien

Ziel und Zweck von Zäpfchen, die auch als Suppositorien bezeichnet werden, ist die Behandlung von verschiedenen Krankheiten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten kommen Zäpfchen rektal zur Anwendung. Dazu werden sie entweder über den Anus (After) in den Mastdarm oder in die Vagina (Scheide) eingeführt.

Vorteile von Zäpfchen

Im Darm lösen sich die Wirkstoffe auf und gelangen von dort aus in den Organismus. Besonders bei der Behandlung von akuten Krankheiten haben sich Zäpfchen bewährt, da sie eine raschere Wirkung als oral eingenommene Tabletten oder Tropfen erzielen. Zudem ist eine längere Depotwirkung der Arzneistoffe möglich.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Zäpfchen auch dann zum Einsatz gelangen können, wenn eine Aufnahme von Medikamenten auf oralem Wege nicht möglich ist, wie z.B. bei:

Spezielle Zäpfchen zur Anwendung über die Scheide bezeichnet man als Scheidenzäpfchen oder Vaginalovula.

Im Fall einer erektilen Dysfunktion können Zäpfchen mit potenzfördernden Wirkstoffen auch über die Harnröhre eingeführt werden.

Arten von Zäpfchen

Die Form eines Suppositoriums kann unterschiedlich sein. So gibt es:

  • kegelförmige Zäpfchen
  • projektilförmige Zäpfchen
  • walzenförmige Zäpfchen

Durch diese speziellen Formen wird das Einführen des Medikaments erleichtert.

Mit Hilfe von zusätzlichen Substanzen wie

  • Seifengelen
  • Kakaobutter
  • Fetten
  • Glyceringelatine und
  • Polyethylenglykolen

wird erreicht, dass die Suppositorien erst im Körperinneren bei erhöhter Temperatur schmelzen und die Wirkstoffe freisetzen.

Einsatz

Zur Anwendung gelangen Zäpfchen bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden wie:

Auch zur Behandlung von Hämorrhoidalleiden sind sie geeignet, um eine lokale Wirkung im Mastdarm zu erzielen.

Scheidenzäpfchen werden vor allem bei gynäkologischen Krankheiten wie beispielsweise Soorkolpitis eingesetzt. Sie lassen sich aber auch bei Miktionsbeschwerden oder zur Empfängnisverhütung anwenden.

In manchen Fällen werden Zäpfchen auch zur Behandlung von Erektionsstörungen verwendet und gelangen dabei über die Harnröhre in den Körper.

Anwendung

Verabreicht werden Zäpfchen in der Regel nach dem Stuhlgang. Dazu werden sie so tief wie möglich in den After eingeschoben. Damit es besser gleitet, kann das Suppositorium auch mit Wasser befeuchtet oder mit der Hand erwärmt werden.

Von der Anwendung von Cremes oder anderen Gleitmitteln sollte man besser absehen, da sonst die Wirkungsweise der enthaltenen Arzneistoffe beeinträchtigt werden kann.

Das Einführen des Zäpfchens sollte möglichst langsam und vorsichtig erfolgen, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Darüber hinaus wird empfohlen, das Suppositorium mit der stumpfen Seite einzuführen, da es dann besser weitertransportiert werden kann.

Nebenwirkungen

Genau wie bei konventionellen Medikamenten, die oral verabreicht werden, kann es auch bei der Anwendung von Zäpfchen zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen, was natürlich auch von den jeweiligen Wirkstoffen abhängt.

So sind einige Beschwerden im Bereich des Möglichen, wie:

Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können auftreten. Beim Einführen des Zäpfchens kann es zu Verletzungen der empfindlichen Haut des Rektums kommen. Um dies zu vermeiden, sollte das Suppositorium behutsam eingeführt werden.

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Quellenangaben
  • enfant malade © Marc Roche - www.fotolia.de

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