Leben mit Herzschrittmacher - Implantation, Risiken und Alltag

Ein Herzschrittmacher dient als Taktgeber bei einer Herzerkrankung mit zu langsamem Herzschlag. Es gibt auch externe Schrittmachergeräte, in der Regel ist bei einem Schrittmacher aber von einem implantierten Herzschrittmacher die Rede, der unterhalb des Schlüsselbeins in einer Operation implantiert wird und dauerhaft im Körper verbleibt. Die Technik ist heute derart ausgereift, dass ein Herzschrittmacher den Alltag des Patienten kaum einschränkt und nur selten mit Risiken einhergeht. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Herzschrittmacher.

Ein implantierter Schrittmacher dient als Taktgeber für das Herz

Was ist ein Herzschrittmacher?

Als Herzschrittmacher wird ein medizinisches Instrument zur Therapie von Herzkrankheiten bezeichnet, bei denen ein zu langsamer Herzschlag (Bradykardie) besteht. Wie ein Taktgeber bringt er den Herzschlag des Patienten wieder in seinen gewohnten Rhythmus, indem er über Elektroden elektrische Impulse aussendet. Bei jedem Impuls wird der Herzmuskel zusammengezogen, wodurch das Herz wieder in einem normalen Takt schlagen kann.

Positioniert wird der Herzschrittmacher unmittelbar unter der Haut oder dem Brustmuskel in der Region des rechten Schlüsselbeins. Zur Ausstattung des elektrischen Gerätes gehören zwei lange Elektroden.

Über eine größere Vene können sie das Herz erreichen und die Aktivitäten des Herzmuskels ermitteln. Setzt ein unregelmäßiger Herzschlag ein, erfolgt durch sie die Abgabe eines größeren elektrischen Impulses, durch den der Herzrhythmus wieder in den normalen Gang gebracht wird.

Moderne Herzschrittmacher verfügen über die Eigenschaft, Phasen zu erkennen, in denen eine normale Herztätigkeit erfolgt. Erst wenn das Herz unregelmäßig schlägt, nehmen sie ihre Arbeit auf.

Entwicklung des Herzschrittmachers

Im Gegensatz zu vielen Prothesen, die zumeist bereits in den antiken Kulturen Verwendung fanden, sind die Entwicklungen auf dem Gebiet der Implantate erst in den letzten Jahrzehnten entstanden. Auch der Herzschrittmacher zählt dazu: Er wurde 1957 erfunden und nur ein Jahr später erstmalig eingesetzt.

Der dafür nötige Strom, der dem Herzen einen Rhythmus vorgeben sollte, musste extern generiert und zugeleitet werden. Etwas anders sah das im Jahre 1961 aus, als ein Modell hergestellt wurde, dem die Batterien bereits innewohnten.

Rund 18 Monate betrug die Laufzeit, ehe der Patient sich einer erneuten Operation zu unterziehen hatte. Diese fanden übrigens noch am offenen Herzen und am aufgesägten Brustraum statt.

Vielfache Änderungen

Im Verlauf der letzten Jahre haben sich aber nicht nur die Eingriffe deutlich verbessert. So kann im Regelfall schon mittels minimalinvasiven Geräten ein solcher Schrittmacher eingesetzt werden.

Daran wird bereits erkennbar, wie klein und dennoch funktional diese gegenwärtig sind:

  • wenig Gewicht
  • eine geringe Größe
  • eine kaum vorhandene Angriffsfläche für Beschädigungen und
  • eine Leistungskraft, die nicht selten mehrere Jahre überdauert.

Daneben erhöhen sich die Aufgaben der Modelle, die einst lediglich dann zum Einsatz kamen, wenn das natürliche Herz einen zu langsamen Schlag ausführte und damit früher oder später der Kollaps drohte. Die Schrittmacher sind heutzutage so gebaut, dass sie mehrere Aufgaben übernehmen können.

Eigenschaften moderner Herzschrittmacher

Moderne Herzschrittmacher beschränken sich nicht nur auf die Abgabe von elektrischen Impulsen. So können sie u.a. Messungen zu körperlicher Anstrengung des Trägers vornehmen. Weil das Herz in diesem Fall schneller schlägt, steigert sich auch der Takt des Herzschrittmachers.

Ferner sind die Schrittmacher in der Lage, Tätigkeiten des Herzens als EKG-Kurve aufzuzeichnen und abzuspeichern. Bei einer Kontrolle des Herzschrittmachers wertet der Arzt die Daten aus. Von einigen Exemplaren können die Daten sogar täglich an den Arzt weitergeleitet werden.

Arten von Herzschrittmachern

Es wird zwischen verschiedenen Arten von Herzschrittmachern unterschieden. Zu den bekanntesten zählt der implantierte Herzschrittmacher, der auf Dauer im Körper verbleibt.

Je nachdem, an welcher Stelle die Stimulation des Herzschrittmachers ausgelöst wird, unterscheidet man fünf unterschiedliche Formen:

  • intrakardiale Stimulation durch Implantat: Einsetzen des Implantats oberhalb der Brust unterhalb des Schlüsselbeines unter die Haut oder den großen Brustmuskel (häufigste Anwendung)
  • vorübergehende intrakardiale Stimulation: Einführung einer Elektrode ins rechte Herz über eine Vene, externer Stimulator (Infektionsgefahr, nur für therapeutische Zwecke geeignet)
  • transkutane Stimulation: aufklebbare Elektroden, die einen Stromstoß durch die Haut geben und somit das Herz stimulieren (nur im Notfall sinnvoll)
  • Ösophagus-Stimulation: Elektrode wird durch die Speiseröhre bis zum Herzen geschoben (zur Diagnostik)
  • extrakardiale Stimulation: Anbringung der Elektrode direkt auf das Herz, Kabel wird unter dem Brustbein nach außen geführt (Durchführung nur nach kardiochirurgischen Eingriffen)

Die vereinfachte Technik bringt es mit sich, dass der Aufwand einer Operation zum Einsatz des Modells oft sehr gering ausfällt. Das liegt auch daran, dass sämtliche Einstellungen des Schrittmachers extern und kabellos vorgenommen werden können. Dem wohl wichtigsten Organ des Menschen kann daher relativ schnell und unkompliziert geholfen werden; der Taktgeber des Körpers ist damit wieder leistungsfähig.

Implantierter Herzschrittmacher

Bei den meisten Patienten wird der dauerhafte Herzschrittmacher am Schlüsselbein unter die Haut implantiert. Es besteht eine Verbindung zwischen dem Schrittmacher sowie Sonden innerhalb der Herzkammer.

Implantierter Herzschrittmacher
Implantierter und ans Herz angeschlossener Herzschrittmacher

Codierung beim Herzschrittmacher

Der Herzschrittmacher erhält eine NBG-Codierung (NASPE/BPEG Pacemaker Code), damit Aussagen über seine Art und Funktion zu machen sind. Dabei handelt es sich um:

  • den Ort der Stimulation wie A = Atrium, D = doppelt und V = Ventrikel
  • den Sensingort
  • den Betriebsmodus wie I = Inhibition, T = Triggerung oder D für beides
  • Spezialfunktionen wie R für Rate Modulation

Durch die Codierung lässt sich zwischen Einkammersystemen mit Stimulation und Sensing innerhalb einer Herzhöhle wie AAI-Schrittmacher oder VVI-Schrittmacher sowie Zweikammersystemen wie DDD-Schrittmachern unterscheiden.

Betriebsmodus beim Herzschrittmacher

Ein implantierter Herzschrittmacher kann über zwei verschiedene Betriebsarten verfügen, die grundsätzlich anders funktionieren. Zu differenzieren ist dabei zwischen Inhibition und Triggerung.

Bei der Inhibition kann der Herzschrittmacher durch das Abgeben von Impulsen die Frequenz kontrollieren. Im Falle von eigenen Impulsen durch das Herz erfolgt die Hemmung seiner Impulsabgabe.

Im Rahmen einer Triggerung werden bei Eigenaktionen des Herzens Impulse auf Dauer abgegeben. Die Programmierung des Schrittmachers ist so ausgerichtet, dass die Impulse, die bei eigenen Herzaktionen abgegeben werden, keine Behinderung der Aktionen bewirken.

Frequenzadaptive Herzschrittmacher wie DDD-R oder VVI-R passen die Frequenz des Herzens an die physische Belastung des Organismus an. Dabei erfassen Sensoren für das Atemminutenvolumen und Bewegungen des Körpers die Körperaktivität, sodass die Stimulationsfrequenz des Herzschrittmachers ansteigt.

Transkutaner Herzschrittmacher

Beim transkutanen Herzschrittmacher handelt es sich um ein externes Gerät. Er wird zumeist nur für einige Tage benutzt und kommt als Überbrückung bis zur Implantation eines dauerhaften Schrittmachers zum Einsatz. Weil die Stromstöße durch eine umfangreichere Gewebeschicht abgegeben werden, ist eine höhere Stromstärke erforderlich.

Epimyokardialer Herzschrittmacher

Die Verwendung eines epimyokardialen Herzschrittmachers findet in der Regel zur Prophylaxe bei kardiochirurgischen Operationen statt. Durch seine Verwendung lässt sich das Reizleitungssystem beeinflussen.

Transvenöser Herzschrittmacher

Beim transvenösen Herzschrittmacher erfolgt mithilfe eines zentralen Venenkatheters das Einführen einer Elektrode zum Herzen, die dort den Herzmuskel stimuliert. Das Steuern der Frequenz findet durch einen externen Stimulator statt. Genau wie der transkutane Herzschrittmacher kommt auch der transvenöse Schrittmacher nur zeitweilig zur Anwendung, um die Zeit bis zum Implantieren eines dauerhaften Herzschrittmachers zu überbrücken.

Herzschrittmacher als implantierbarer Kardioverter-Defibrillator

Als implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) wird ein Defibrillator-System bezeichnet. Wie ein konventioneller Herzschrittmacher wird der ICD in den Körper implantiert. Durch intensive Stromstöße wie zum Beispiel bei Kammerflimmern führt er das Herz durch Defibrillation bzw. Kardioversion wieder zurück in seinen ursprünglichen Rhythmus.

Die Bezeichnung "Herzschrittmacher" ist für den implantierbaren Kardioverter-Defibrillator allerdings nicht korrekt, da er zu den Defibrillatoren zählt. So kommt er ausschließlich dann zur Anwendung, wenn eine Situation besteht, die akut lebensbedrohlich ist, wie Kammerflattern oder Kammerflimmern. Außerdem ist er nicht zur Einstellung der Herzfrequenz vorgesehen.

Einsatzgebiete: Wann wird ein Herzschrittmacher benötigt?

Eingesetzt wird ein Herzschrittmacher im Falle von bradykarden Herzrhythmusstörungen, die einen zu langsamen Herzschlag hervorrufen. Dazu zählen:

Diese Herzkrankheiten haben miteinander gemeinsam, dass die elektrischen Impulse im Herzmuskel langsamer ablaufen oder sogar ausfallen. Infolgedessen zieht sich der Herzmuskel nicht genug zusammen. Arbeitet er überhaupt nicht mehr, droht ein Herzstillstand.

Indem der Herzschrittmacher elektrische Impulse aussendet, kann er die normale Herzfunktion wiederherstellen und der Organismus erhält wieder ausreichend Blut.

Herzschrittmacher nach Herzinfarkt oder Bypass-Operation

Gelegentlich muss ein Herzschrittmacher auch nach einem Herzinfarkt eingesetzt werden, wenn eine Schädigung der Reizleitungszellen des Herzens vorliegt. Mitunter erfolgt seine Implantation auch im Anschluss an eine Bypass-Operation.

Kurzfristige Herzschrittmacher-Therapie

Nicht immer muss ein Herzschrittmacher auf Dauer im Körper des Patienten verbleiben. Bei Operationen kann ein vorübergehender Schrittmacher sinnvoll sein, wenn das Herz nur langsam schlägt.

In solchen Fällen findet ein externer Herzschrittmacher Verwendung. Die Impulse des Geräts gelangen dabei entweder über die Brustwand, die Speiseröhre, die Herzaußenhaut oder eine Vene in Richtung Herz.

Operation: Implantation eines dauerhaften Herzschrittmachers

Benötigt das Herz des Patienten einen dauerhaften Herzschrittmacher, wird dieser während einer Operation unterhalb des Schlüsselbeins implantiert.

Der Schrittmacher weist die Form einer Scheibe auf und erreicht einen Durchmesser von fünf Zentimetern.

Zum Einpflanzen des Schrittmachers nimmt der Chirurg einen Hautschnitt unter dem rechten Schlüsselbein vor. An dieser Stelle befindet sich ein Blutgefäß, das in Richtung Herz führt.

Nach dessen Eröffnung bringt der Operateur zwei biegsame drahtförmige Sonden über die Vene bis zum Herzen ein. Durch Röntgenkontrolle wird die korrekte Lage im Brustkorb wiederholt ermittelt, damit Korrekturen erfolgen können, wenn dies notwendig ist.

Nächster Schritt ist das Anschließen des Herzschrittmachers. Außerdem kontrolliert der Chirurg, ob die elektrische Eigenaktivität des Herzens von den Elektroden korrekt angegeben wird und die Impulse, die der Schrittmacher abgibt, auch an ihr vorgesehenes Ziel gelangen. Verläuft alles planmäßig, kann die Haut über dem Herzschrittmacher vernäht und die Operation beendet werden.

Lebensdauer: Haltbarkeit der Batterie eines Herzschrittmachers

In einem Herzschrittmacher ist eine Batterie enthalten. Sie bewirkt die Abgabe von elektrischen Impulsen.

Ihre Haltbarkeit beträgt etwa 10 bis 14 Jahre. Danach ist es notwendig, den Herzschrittmacher auszutauschen.

Batterie beim Herzschrittmacher leer - Anhand welcher Symptome zu erkennen?

Generell ist nicht zu befürchten, dass die Batterie des Herzschrittmachers plötzlich leer ist und man befürchten muss, dass er seine Arbeit nicht mehr ausführt. Regelmäßige Kontrollen des Geräts sind ein Muss, und im Rahmen dieser erfolgt auch eine Überprüfung des Ladestatus bzw. der Rest-Kapazität.

Mögliche Leistungseinbußungen werden somit immer rechtzeitig erkannt. Bei Verzeichnung eines erhöhten Energieverbrauchs erfolgt die Beobachtung öfter sowie intensiver.

Risiken durch eine Herzschrittmacher-OP

Zu Komplikationen kommt es beim Implantieren eines Herzschrittmachers nur selten. Prinzipiell können sie jedoch auftreten. Zu den häufigsten Risiken gehören:

  • Wundheilungsstörungen
  • Blutungen durch verletzte Gewebe oder beeinträchtigte Blutgefäße
  • Blutergüsse
  • Lungenverletzungen
  • Infektionen
  • Fehlfunktionen des Herzschrittmachers
  • Beschädigungen der Elektroden

Die meisten dieser Beeinträchtigungen werden bereits in der Klinik erkannt und entsprechend behandelt.

Manche Patienten leiden direkt nach dem Eingriff auch unter plötzlich auftretendem Schluckauf. Dieser wird zumeist durch unbeabsichtigte elektrische Erregungen des Zwerchfells verursacht. Weil die Drähte in diesem Fall in eine andere Position zu bringen sind, bedarf es eines weiteren Eingriffs.

Im hohen Alter - Gibt es eine Altersgrenze für Herzschrittmacher?

Ob es sinnvoll ist, auch Patienten hohen Alters einen Herzschrittmacher zu implantieren, kann pauschal nicht beantwortet werden. Generell ist es klar, dass diese Geräte Leben retten können - inwieweit ein älterer Mensch einen solchen Eingriff problemlos übersteht, ist eine andere Frage. Es kommt somit immer auf die individuelle Lage an.

Der Alltag: Leben mit Herzschrittmacher - Was darf man nicht?

Die meisten Patienten führen mit ihrem Herzschrittmacher ein ganz normales Leben. Oft erweisen sie sich sogar als belastbarer als zuvor und können mehr Leistung erbringen. Allerdings müssen im Alltag einige Dinge beachtet werden.

Empfehlenswert: Mitführen des Herzschrittmacher-Ausweis

So empfiehlt es sich, stets den Herzschrittmacher-Ausweis, den der Patient nach der Implantation erhält, mit sich zu führen. Bei einem Notfall sind die Rettungskräfte dann rechtzeitig informiert. Darüber hinaus werden in den Ausweis der Grund für die Behandlung, der Typ des Geräts sowie die Kontrolltermine eingetragen.

Kontrollen des Herzschrittmachers

In regelmäßigen Abständen finden ärztliche Kontrollen des Herzschrittmachers statt. Wie oft diese nötig sind, richtet sich nach dem jeweiligen Gerät sowie der Grunderkrankung des Patienten.

Die erste Kontrolle wird drei Monate nach der Implantation empfohlen. Dabei lassen sich nötige Änderungen durchführen. Ist die Situation des Patienten stabil, wird eine Herzschrittmacher-Kontrolle im Abstand zwischen sechs und zwölf Monaten empfohlen.

Das Auslesen und Programmieren der Schrittmacher findet transkutan statt.

Nachteile: Welche Geräte stören den Herzschrittmacher?

Durch verschiedene elektrische medizinische Geräte besteht das Risiko von Funktionsstörungen des Herzschrittmachers. Bei einigen Schrittmachern ist es riskant, sich einer Kernspintomographie (MRT) zu unterziehen, bei anderen Geräten besteht diese Gefahr hingegen nicht.

Vor allem ältere Herzschrittmacher können durch starke Magnetfelder im Kernspintomographie-Gerät in Mitleidenschaft gezogen werden. Vor medizinischen Untersuchungen sollte daher stets mit dem Arzt über den Herzschrittmacher gesprochen werden.

Auch im Haushalt muss auf einen Sicherheitsabstand zu elektrischen Geräten von mindestens 30 Zentimetern zum Oberkörper hin geachtet werden. Bei manchen Induktionsherden ist mitunter ein noch größerer Abstand erforderlich. In den Gebrauchsanweisungen von größeren Elektrogeräten ist auf entsprechende Warnhinweise zu achten.

Selbst kleinere Haushaltsgeräte wie Toaster und Föhne oder Werkzeuge wie Akkuschrauber und Bohrmaschinen rufen mitunter Störungen des Herzschrittmachers hervor, die sich durch unregelmäßigen Pulsschlag oder Schwindelgefühle bemerkbar machen. Wird das Gerät deaktiviert, vergehen die Beschwerden rasch wieder. Bei einem Herzspezialisten lässt sich in Erfahrung bringen, welche Elektrogeräte Probleme bei einem Herzschrittmacher auslösen können.

Beim Benutzen eines Mobiltelefons ist das Gerät grundsätzlich auf die gegenüberliegende Seite vom Herzschrittmacher zu halten. Auch hier wird ein Mindestabstand von 15 bis 20 Zentimetern zwischen Mobiltelefon und Herzschrittmacher empfohlen.

Vor einer Flugreise sollte sich der Träger eines Herzschrittmachers beim Flughafen-Sicherheitspersonal melden und den Herzschrittmacher-Ausweis vorlegen. Auf diese Weise lässt sich unnötiger Alarm vermeiden.

Herzschrittmacher und Sport

Menschen mit Herzschrittmachern müssen nicht auf Sport verzichten; in bestimmter Form und in gewissem Umfang können sie sogar davon profitieren. Es gibt jedoch auch einige Sportarten, die nicht zu empfehlen sind.

Geeignet sind

Natürlich gilt es, den geplanten Sport mit dem behandelnden Arzt zu besprechen und den Herzschrittmacher entsprechend anpassen bzw. in Sachen Programmierung auf die gewählte Trainingsart abzustimmen. In Maßen sowie in sanfter Ausführung sind auch

möglich. Nicht zu empfehlen sind hingegen Kampfsportarten wie Boxen oder Karate, bei denen man auch mal mit Schlägen oder Stößen im Bereich des Oberkörpers rechnen muss.

Was einer speziellen Aufklärung bedürfen würde, wäre das Tauchen, da der Herzschrittmacher ab gewissen Tiefen durch den Wasserdruck Schaden nehmen könnte. Gleiches gilt für extrem hohe Lagen.

Lebenserwartung mit Herzschrittmacher

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass man Patienten mit der Implantation eines Herzschrittmachers zu einem beschwerdefreien und sorgloseren Leben verhelfen kann. Die Eingewöhnungszeit ist kurz und so vergessen die meisten Betroffen nach nicht allzu langer Zeit, dass sie einen Herzschrittmacher tragen.

Je nachdem, wie es um den Gesundheitszustand sowie die Begleiterscheinungen steht, ist auch die Ausübung von Freizeitaktivitäten möglich. Inwieweit Sport dazu gehört, muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. In Studien hat man herausgefunden, dass die Lebenserwartung mit Herzschrittmacher der von Menschen des gleichen Alters ohne das Implantat ähnelt.

Quellen:

  • Brigitte Osswald: Kardiale Rhythmusimplantate: Manual zum Zertifikat der DGTHG Herzschrittmacher-, ICD- und CRT-Therapie, De Gruyter, 2019, ISBN 3110440466
  • Kerstin Bauer: Herzschrittmacher und Defibrillatoren: Ein Patientenratgeber, Steinkopff, 2004, ISBN 379851478X
  • Stefan Volz, Philipp Halbfaß, Oliver Groll, Michael Wankerl: Herzschrittmacherkontrolle, Urban & Fischer Verlag, 2011, ISBN 3437314866
  • Steffen Gazarek, Christian Restle: Herzschrittmacher-Nachsorge für Einsteiger, Springer, 2019, ISBN 3662579049
  • Diana Morschhäuser, Wilhelm Fischer, Michael Jakob: Praxis der Herzschrittmacher-Nachsorge: Grundlagen, Funktionen, Kontrolle, Optimierung, Troubleshooting, Springer, 2019, ISBN 3662578271
  • Gerd Fröhlig, Jörg Carlsson, Jens Jung, Walter Koglek, Bernd Lemke: Herzschrittmacher- und Defibrillator-Therapie: Indikation - Programmierung - Nachsorge, Thieme, 2013, ISBN 3131171820
  • M. Karch, P. Stiller, M. Graf: Passagerer Herzschrittmacher, Deutsche medizinische Wochenschrift, 2018, Volume 143, Issue 12
  • A. Fendt, M. Strauß, K. Kouraki, R. Zahn, T. Kleemann: Herzschrittmacher und MRT im klinischen Alltag, Herz, 2018, Band 43, Nr. 7

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