Hormonpräparate - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

Verschieden farbige Kapseln und Tabletten in offener rechter Hand

Einsatz, Dosierung und Risiken von Mitteln zur Behandlung von Hormonstörungen

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Hormonpräparate bezeichnet man spezielle Medikamente zur Behandlung von bestimmten Erkrankungen oder Hormonmangel. Sie kommen zumeist im Rahmen einer Hormon- oder Hormonersatztherapie zur Anwendung.

Anwendungsgebiete

Ziel und Zweck von Hormonpräparaten ist die Behandlung von hormonellen Störungen oder bestimmten Erkrankungen wie Krebs. Durch eine gezielte Dosierung der Medikamente soll der Wachstumsreiz der Hormone gesteuert werden.

Hormonersatztherapie

Vor allem im Rahmen einer Hormonersatztherapie kommen die Präparate zur Anwendung, um Beschwerden in den Wechseljahren zu behandeln. Dabei werden Geschlechtshormone wie Östrogen und Gestagen eingesetzt, um Hitzewallungen und Schweißausbrüche abzumildern.

Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenvergrößerung

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) werden Schilddrüsenhormone verabreicht, um die zu geringe Produktion von Hormonen im Körper zu beheben. Auch bei einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) können Hormonpräparate zur Anwendung kommen, damit eine weitere Stimulation der Schilddrüse unterdrückt wird.

Krebserkrankungen

Verschiedene Krebserkrankungen wie

werden hingegen durch eine Antihormontherapie behandelt. In diesem Fall soll die Produktion oder Wirkung von Hormonen wie Östrogen oder Testosteron vermindert werden.

Schwangerschaft und Verhütung

Hormonpräparate können auch eingesetzt werden, um bei Frauen die Aussichten auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Sinnvoll ist dies vor allem bei:

  • einem unregelmäßigen Zyklus
  • einem Überangebot an männlichen Hormonen
  • Fehlfunktionen der Schilddrüse
  • einem polyzystischen Ovarsyndrom

Darüber hinaus können Hormonpräparate auch zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt werden, wie die Antibabypille.

Verschiedene Hormone und Darreichungsformen

Im Rahmen einer Hormonersatztherapie, die zur Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren dient, setzt man auf:

  1. Östrogene wie Estriol, Estradiol und Promestrien
  2. Gestagene wie Progesteron, Dydrogesteron, Norethisteron und Cyproteron

Die Östrogene erzielen eine Linderung von Hitzewallungen und Schweißausbrüchen sowie eine positive Beeinflussung der Stimmungslage. Bei jüngeren Frauen bewirken die Präparate eine Wiederherstellung des normalen Zyklus.

Für die Anwendung der Hormonpräparate gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Auch lokale Östrogentherapien mit Vaginalringen oder Zäpfchen sind möglich.

Nebenwirkungen

Obwohl Hormonpräparate sehr wirksam bei der Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden sind, ist ihre Anwendung nicht unumstritten. Denn je länger eine Therapie mit Hormonpräparaten dauert, desto größer wird die Gefahr von erheblichen Nebenwirkungen.

Mögliche Risiken und Einnahmehinweise

So steigt mit zunehmender Einnahme das Risiko für:

Aus diesem Grund empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Durchführung einer Hormonersatztherapie nur im Falle von starken Beschwerden, die sich nicht auf andere Weise behandeln lassen.

Zudem sollte die Dosis der Östrogene zu Beginn der Behandlung so niedrig wie möglich gehalten und nur langsam gesteigert werden, bis es zu einer Besserung kommt. Danach wird empfohlen, die Dosis alle sechs Monate zu reduzieren.

Gegenanzeigen

Grundsätzlich sollte eine Behandlung mit Hormonpräparaten nicht länger als zwei Jahre dauern. Nicht zur Anwendung kommen dürfen die Präparate bei

Weitere mögliche Nebenwirkungen

Darüber hinaus kann es bei der Einnahme der Medikamente zu weiteren Nebenwirkungen kommen, wie:

Grundinformationen zu Hormonpräparaten

  • Hormonpräparate - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Quellenangaben

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