21. Januar 2010
Unter Beruhigungsmitteln oder Sedativa versteht man Medikamente, die eine beruhigende Wirkung haben. Sie werden gegen Unruhezustände, Nervosität oder Schlaflosigkeit verabreicht.
Ziel und Zweck von Beruhigungsmitteln, die auch als Sedativa bezeichnet werden, ist es, eine beruhigende Wirkung auf den gesamten Organismus auszuüben. Da diese Arzneimittel dämpfend auf das zentrale Nervensystem, angstlösend, entspannend und schlaffördernd wirken, werden sie vor allem gegen Unruhezustände, Nervosität, Angstzustände oder Schlaflosigkeit eingesetzt. Darüber hinaus kommen sie auch vor verschiedenen therapeutischen Eingriffen zur Anwendung.
Bei Beruhigungsmitteln unterscheidet man zwischen synthetischen und pflanzlichen Medikamenten. Typische pflanzliche Wirkstoffe sind Johanniskraut, Baldrian, Kava oder Hopfen. Bei synthetischen Sedativa oder Tranquillanzien kommen vor allem Benzodiazepine wie Midazolam, Diazepam, Flunitrazepam, Nitrazepam und Temazepam zur Anwendung. Weitere typische Sedativa sind Narkotika wie Propofol, Neuroleptika wie Promethazin oder Opioide wie Morphin, Sufetanil oder Fentanyl. Die früher gebräuchlichen Barbiturate wie Phenobarbital kommen dagegen nur noch selten als Beruhigungsmittel zum Einsatz. Stattdessen werden sie als Antiepileptika genutzt.
Aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit kommen vor allem Benzodiazepine verbreitet zur Anwendung. Diese fördern den Schlaf, entspannen die Muskulatur, lösen Verkrampfungen und bauen Ängste ab, wodurch sich Unruhe- und Angstzuständen, Reizbarkeit und Schlafstörungen entgegen wirken lässt. Allerdings haben Benzodiazepine den Nachteil, dass sie lange brauchen, bis sie wieder abgebaut werden, wodurch sie sich im Körper anreichern. So kann es bei einigen Präparaten bis zu zehn Tage dauern, bis lediglich die Hälfte der verabreichten Dosis abgebaut wurde. Ein weiteres Problem ist die Gefahr einer Abhängigkeit, die schon bei niedrigen, therapeutischen Dosen auftreten kann. Da die Benzodiazepine zudem nach einigen Wochen an Wirksamkeit verlieren, nehmen manche Patienten immer mehr davon ein, was zu noch größerer Abhängigkeit führt. Daher werden Langzeitbehandlungen mit Benzodiazepinen von Experten sehr kritisch gesehen. Mittlerweile gibt es modernere Schlaf- und Beruhigungsmittel, die Z-Drugs genannt werden. Diese nutzen Wirkstoffe wie Zopiclon, Zaleplon oder Zolpidem. Die Wirkung ähnelt der der Benzodiazepine, das Abhängigkeitsrisiko ist jedoch geringer. Allerdings kann eine Abhängigkeit auch bei diesen Präparaten nicht völlig ausgeschlossen werden.
Eine Alternative zu den synthetischen Sedativa stellen pflanzliche Beruhigungsmittel wie z.B. Johanniskraut oder Baldrian dar, die zumeist Rezeptfrei erhältlich sind. Bei diesen Mitteln besteht keine Gefahr, davon abhängig zu werden. Die Wirkung ist natürlich deutlich geringer als bei den Benzodiazepinen. Die pflanzlichen Mittel wirken zumeist durch die Hemmung der Wiederaufnahme von Glückshormonen. Auf diese Weise verbleiben mehr Serotonin oder Noradrenalin im Blut. Es ist also ratsam, es zunächst mit einem milden pflanzlichen Beruhigungsmittel zu versuchen. Erst wenn dieses keine Wirkung zeigt, sollte auf ein stärkeres synthetisches Sedativum zurückgegriffen werden.
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