21. Januar 2010
Unter Aufputschmitteln oder Stimulanzien versteht man bestimmte Substanzen zur Anregung des Organismus. Sie erhöhen, beschleunigen oder verbessern die Aktivität der Nerven.
Ziel und Zweck von Aufputschmitteln, die man auch als Stimulanzien, Psychoanaleptika oder Psychotonika bezeichnet, ist es, die Aktivität der Nerven zu erhöhen, zu beschleunigen oder zu verbessern, um auf diese Weise den menschlichen Organismus anzuregen. Dabei kommt eine Vielzahl an verschiedenen Wirkstoffen zur Anwendung. Durch die Einnahme von Aufputschmitteln wird einerseits der Antrieb des Körpers gesteigert, andererseits auch die Wahrnehmungsfähigkeit sowie die Denkleistung verbessert. Darüber hinaus ist es möglich mit Stimulanzien auch das Hunger- oder Durstgefühl zu unterdrücken. So können sich die Mittel auf den gesamten Organismus anregend auswirken. In der Medizin kommen Stimulanzien u.a. in der Lungenheilkunde zur Anwendung. Dort verwendet man beispielsweise Theophyllin, um COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Asthma oder Schlafapnoe zu behandeln. Darüber hinaus setzt man Amphetamin oder Methylphenidat zur Therapie von Narkolepsie, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) oder behandlungsresistenten Depressionen ein. Modafinil eignet sich ebenfalls zur Behandlung von Narkolepsie.
Zu den gängigsten Stimulanzien gehören Amphetamin-Derivate wie Amphetamin, Methylphenidat, Sibutramin, Methamphetamin, Bupropion, Fenetyllin, Ephedrin, Phentermin, Norephedrin (Phenylpropanolamin), Pseudoephedrin, MDA, MDE sowie das als Ecstasy bekannte MDMA (Methylendioxymethamphetamin). Weitere Stoffgruppen sind Xanthine, zu denen Koffein, Theobromin und Theophyllin gehören sowie Piperazin-Derivate wie Benzylpiperazin (BZP), Meta-Chlorphenylpiperazin (m-CPP), Methylendioxybenzylpiperazin (MDBP) und Trifluormethylpriperazin (TFMPP). Ebenfalls zu den Aufputschmitteln zählen Adrafinil, Modafinil sowie Nikotin und Kokain.
Zum Einsatz gelangen Aufputschmittel vor allem, um die Leistungsfähigkeit von Körper und Geist zu steigern. So kommt es durch eine Einnahme von Amphetamin zu einer Ausschüttung und Wiederaufnahmehemmung von Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin. Daraus ergibt sich eine hohe Konzentration dieser Stoffe im Organismus. Die Wirkung zeigt sich in der Steigerung von Kraft und Schnelligkeit. Darüber hinaus werden körperliche Mechanismen wie z.B. Schmerzempfinden, Durst, Hunger und Müdigkeit ausgeschaltet. Die Gefahr bei der Einnahme von Aufputschmitteln, vor allem von Amphetamin und Methamphetamin, besteht in einer hohen psychischen Abhängigkeit. Mit der Zeit brauchen die Betroffenen immer höhere Dosen, nur um dieselbe Wirkung zu erreichen. Zudem besteht die Gefahr einer Überdosierung, die lebensbedrohliche Folgen haben kann.
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