Appetitzügler - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

Als Appetitzügler oder Anorektika bezeichnet man Medikamente, die sich hemmend auf das Hungerzentrum auswirken. Auf diese Weise soll Übergewicht reduziert werden.

Einsatz, Dosierung und Risiken von appetithemmenden Mitteln

Sinn von Appetitzüglern, die auch als Anorektika oder Appetithemmer bezeichnet werden, ist es, den Appetit zu hemmen, um dadurch eine Gewichtsreduktion zu erzielen. Dabei werden das Hungerzentrum oder das Sättigungszentrum beeinflusst.

Anwendung

Zur Anwendung kommen Appetitzügler vor allem bei Übergewicht oder im Rahmen von Diäten. Da durch den dauerhaften Gebrauch von Anorektika die Gefahr einer Abhängigkeit besteht, sollten diese nur vorübergehend und für eine begrenzte Zeit eingenommen werden.

Aus diesem Grund werden Appetitzügler von Ärzten im Normalfall lediglich für einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen verschrieben. Nur in Ausnahmefällen sind auch drei Monate Anwendungszeit möglich.

Dies gilt vor allem für ältere Präparate. Neuere Wirkstoffe können hingegen deutlich länger eingenommen werden.

Wirkstoffe

Zu den Wirkstoffen, die am häufigsten zum Einsatz gelangen bzw. gelangten, gehören:

  • Sibutramin
  • Ephedrin
  • Aminorex
  • Phentermin
  • Cathin
  • Rimonabant
  • Fenfluramin

Allerdings kommen einige Wirkstoffe aufgrund starker Nebenwirkungen mittlerweile nicht mehr zum therapeutischen Einsatz.

Wirkung

Die Wirkung von Appetitzüglern basiert vor allem auf

  • der Hemmung des Hungerzentrums oder
  • der Beeinflussung des Sättigungszentrums im Zwischenhirn.

Das Hungergefühl wird also unterdrückt. Bei älteren Medikamenten werden die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin vermehrt freigesetzt, die eine dämpfende Wirkung auf das Hungergefühl haben.

Sibutramin

Bei neueren Wirkstoffen, wie beispielsweise Sibutramin, werden hingegen keine Botenstoffe freigesetzt. Stattdessen kommt es zu einer besseren Nutzung der im Körper vorhandenen Stoffe.

Im Gegensatz zu älteren Wirkstoffen, ist Sibutramin weniger anregend und steigert darüber hinaus auch den Energieverbrauch des Körpers. Zudem entsteht keine Abhängigkeit von dem Medikament. So kann das Präparat sogar bis zu einem Zeitraum von zwölf Monaten eingenommen werden, wodurch mehr Chancen auf einen langfristigen Erfolg bestehen.

Allerdings kann es auch bei Sibutramin zu erheblichen Nebenwirkungen kommen.

Kritik

Neben verschiedenen Nebenwirkungen besteht der Nachteil der Appetitzügler vor allem darin, dass sich ihre gewichtsreduzierende Wirkung nur auf den Zeitraum der Einnahme beschränkt. Die meisten Anwender von Anorektika kehren nach dem Absetzen des Medikaments wieder zu ihrem alten Gewicht zurück, sodass der Nutzen von Appetitzüglern eher kritisch gesehen wird. Im Leistungssport werden zahlreiche Anorektika sogar als Dopingmittel eingestuft.

Nebenwirkungen

Die Anwendung von Appetitzüglern sollte gut abgewogen werden, denn sie können zahlreiche unangenehme Nebenwirkungen zur Folge haben. Vor allem bei älteren Anorektika besteht die Gefahr von den Medikamenten abhängig zu werden. Darüber hinaus kann es zu zahlreichen Nebenwirkungen kommen, wie:

Gefährliche Inhaltsstoffe

Aufgrund zahlreicher Fälle von Bluthochdruck bei der Einnahme von Appetitzüglern wurden einige Wirkstoffe wie Fenfluramin, Dexfenfluramin und Aminorex zurückgezogen.

Rimonabant

Auch neuere Wirkstoffe können problematische Nebenwirkungen aufweisen. So erhielt Rimonabant in den USA keine Zulassung, da durch das Präparat Depressionen und Selbstmordgedanken ausgelöst werden können.

Sibutramin

Auch Sibutramin kann zu zahlreichen Nebenwirkungen führen, wie:

Achtung vor Präparaten aus dem Internet

Vorsicht ist auch bei Appetitzüglern geboten, die sich frei über das Internet erwerben lassen. Obwohl sie als pflanzlich deklariert werden, können sie hohe Dosen von synthetischen Mitteln enthalten, wodurch es möglicherweise zu schweren Vergiftungen kommen kann.

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  • pillen © Martin Schweizer - www.fotolia.de

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