18. Januar 2010
Als Antidiabetika bezeichnet man Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus. Diese können oral oder per Injektion verabreicht werden.
Ziel und Zweck von Antidiabetika ist die Behandlung von Diabetes mellitus, die auch als Zuckerkrankheit bezeichnet wird. Sie kommen im Rahmen einer Insulintherapie zum Einsatz und sollen den, durch die Krankheit entstandenen, Insulinmangel beheben. Antidiabetika können entweder oral eingenommen oder als Injektion verabreicht werden. Obwohl auch Insulininjektionen zu den Antidiabetika gezählt werden, gilt die Bezeichnung vor allem für orale Antidiabetika (OAD).
Bei Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, ist die Produktion des wichtigen Hormons Insulin gestört, sodass nicht mehr genügend Insulin für die Aufnahme von Zucker aus dem Blut zur Verfügung steht. Da der Blutzuckerspiegel aus diesem Grund nach der Nahrungsaufnahme dauerhaft erhöht bleibt, kommt es zu gesundheitlichen Schäden. Durch die Verabreichung von Antidiabetika, die entweder die Zufuhr von Insulin oder den Abbau des Zuckers nach der Nahrungsaufnahme verbessern, kann dem entgegengewirkt werden.
Bei der Zuckerkrankheit unterscheidet man zwischen Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Während bei Typ-1, die für die Insulinproduktion zuständigen Zellen zerstört wurden, sind bei Typ-2 die Zellen durch ständige falsche Ernährung verbraucht worden. Bei Typ-1-Diabetikern kommt Insulin zur Anwendung, das unter die Haut gespritzt wird. Durch das Insulin wird es den Zellen wieder ermöglicht, Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Bei Diabetes von Typ-2 ist auch eine Behandlung mit oralen Medikamenten möglich, sofern noch eine genügende körpereigene Insulinproduktion besteht. Antidiabetika werden dann verabreicht, wenn andere Behandlungsmethoden wie Umstellung der Ernährung oder vermehrte Bewegung keinen Erfolg erzielen. Dabei fördern die oralen Antidiabetika die noch vorhandene Insulinproduktion des Körpers oder verbessern die Wirkung des körpereigenen Insulins. Diese Medikamente sind aber ausschließlich für Diabetes von Typ-2 geeignet. Als Wirkstoffgruppen eingesetzt werden Alpha-Glukosidasehemmer, Biguanide, insulinotrope Antidiabetika, Dipeptidyl-Perpitase-Inhibitoren sowie Insulinsensitizer (Glitazone).
Durch den Einsatz von oralen Antidiabetika wird an unterschiedlichen Stellen in den Zuckerstoffwechsel eingegriffen. So verzögern die Alpha-Glukosidasehemmer die Aufnahme von Glukose aus dem Darm in das Blut, wodurch gefährliche Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten vermieden werden können. Darüber hinaus wird die Stoffwechsellage verbessert. Bei der Anwendung von Biguaniden werden die Zuckerproduktion in den Leberzellen sowie die Freisetzung des Zuckers gehemmt, was eine Senkung der Blutzuckerwerte zur Folge hat. Darüber hinaus wird der Appetit gehemmt, was eine hilfreiche Gewichtsreduzierung zur Folge haben kann. Insulinotrope Antidiabetika wie Sulfonylharnstoffe sorgen für eine Anregung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, wodurch sie indirekt auch die Freisetzung von Insulin fördern. Insulinsensitizer, die auch als Glitazone bezeichnet werden, bewirken eine Verbesserung des vorhandenen Insulins sowie eine Absenkung der Insulinresistenz durch die Aktivierung des PPAR-Gamma-Rezeptors, der bei der Steuerung des Zucker- und Fettstoffwechsels eine bedeutende Rolle spielt.
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