28. September 2009
Schon den alten Germanen war das Gänsefingerkraut als heilkräftige Pflanze bekannt und fand in ihrer Heilkunde Verwendung.
Kurz vor oder während der Blüte, also von Mai bis August werden die Blüten und Blätter gesammelt und getrocknet. Die enthaltenen Wirkstoffe sind unter anderem Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonolglykoside und Vitamine. Zur Anwendung kommt das Gänsefingerkraut als Tee, Tinktur, Umschlag oder als Bäderkur. Hier soll es bei Erkrankungen der Atemwege helfen, es wirkt auch beruhigend und entzündungshemmend. Bei allen krampfartigen Schmerzen kann man es einsetzen, da es einen krampflösenden Stoff enthält. Daher wirkt es überall dort, wo sich etwas verkrampft, bei Menstruationskrämpfen, Magen-Darmkrämpfen, krampfartiger Husten, aber auch bei Wadenkrämpfen. Umschläge helfen bei entzündeten Wunden, Sitzbäder haben auch einen krampflösenden Effekt.
In der klassischen Homöopathie findet Potentilla anserina in entsprechender Zubereitung Anwendung bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der weiblichen Organe und bei krampfartigen Schmerzen, damit ist das homöopathische Bild aber noch nicht erschöpft. In der Phytotherapie darf aber eine bestimmte Tagesdosis nicht überschritten werden, Menschen mit einem empfindlichen Magen können Beschwerden bekommen. Bei Zahnfleischentzündungen wurde in der Volksmedizin auch die Wurzel des Gänsefingerkrautes gekaut, so konnte seine entzündungshemmende Eigenschaft wirksam werden. Pfarrer Kneipp, der sich auch dem Wissen der Heilpflanzen verschrieben hatte, empfiehlt eine Gänsefingerkraut-Milch. In der Tierheilkunde setzt man das Gänsefingerkraut gegen Koliken erfolgreich ein.
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