29. August 2008
Von K. Schumann
Der Baldrian (Valeriana officinalis) ist neben dem Johanniskraut eine der beliebtesten Heilpflanzen wenn es um die Behandlung des Nervensystems geht. Beachtet man die Übersetzung seines lateinischen Namens "valere" = kräftig / gesund sein, ist dies nicht verwunderlich.

Schon im 1. Jahrhundert nach Christus wurde der Baldrian erstmals erwähnt. Damals noch unter dem Synonym Phu. Im 16. und 17. Jahrhundert fand der Baldrian bei der Bekämpfung der Pest Verwendung. In der Volksheilkunde wurde Baldrian bereits um 1500 zur Beruhigung eingesetzt, in der "wissenschaftlichen" Medizin wurde Baldrian jedoch erst im 18. Jahrhundert als Nervenmittel anerkannt.
Der Baldrian gehört zur Familie der Baldriangewächse, die weit über 150 Pflanzenarten umfasst. Die bis 1m hohe Pflanze mit kantigem Stängel ist in Europa und Asien heimisch. Sie wächst sowohl an trockenen und sonnigen, als auch an feuchten und schattigen Standorten. Der Baldrian besitzt eine walzenförmige Wurzel mit fingerlangen, innen weißlichen Wurzelfasern. Während der Blütezeit (Juni bis August) zeigen sich rötlich-weiße doldenartig angeordnete Blüten.
In der Heilpflanzenkunde wird der unterirdische frische oder getrocknete Teil des Baldrians verwendet. Zu seinen Inhaltsstoffen gehören die so genannten Valepotriate, ätherisches Öl, Sesquiterpene und Alkaloide.
Baldrian wirkt hauptsächlich beruhigend ohne jedoch dabei müde zu machen. Er entspannt und kann seelisch bedingte Verkrampfungen lösen. Dementsprechend wird Baldrian eingesetzt bei Unruhezuständen, nervös bedingten Einschlafstörungen, nervös bedingten Krämpfen im Magen- und Darmtrakt sowie bei nervösem Herzklopfen.
Die Einnahme ist möglich als Pflanzenpresssaft, Tinktur oder in Tablettenform. Natürlich kann Baldrian auch als Tee zubereitet werden. Hierfür werden zwei Teelöffel zerkleinerte Baldrianwurzel mit 1/2 Liter siedendem Wasser übergossen und zehn Minuten abgedeckt stehen gelassen. Auch ein Baldrianbad vor dem Zubettgehen, kann die Schlafbereitschaft fördern. Für ein Bad werden 100g Baldrianwurzel mit 2 Liter Wasser übergossen, bis zum Kochen erhitzt und nach zehn Minuten abgeseiht. Diese Flüssigkeit wird dem Badewasser hinzugefügt.
Bei Einschlafstörungen hat sich ein Schlaftee aus einer Mischung von Baldrianwurzel, Hopfen und Melisse bewährt.
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