24. Juni 2010
Reisemediziner sind Fachärzte, die sich bestens mit Reisekrankheiten und der Vorbeugung von Reiseerkrankungen auskennen. Die meisten Reisemediziner sind selbstständig tätig.
Ein Reisemediziner ist ein Facharzt z.B. für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin mit einem Diplom der Reisemedizin. Die meisten Fachärzte haben jedoch die Zusatzbezeichnung Tropenmedizin im Rahmen einer Weiterbildung erreicht.
Ein Reisemediziner berät Menschen, die in Urlaub fahren möchten, über evtl. notwendige Impfungen. Der Facharzt weiß bestens darüber Bescheid, in welchen Ländern welche Impfungen empfohlen werden und erklärt seinem Patienten, welche Krankheiten die Impfungen verhindern. Der Reisemediziner erstellt für den Patienten eine Impfliste, in welchen Abständen welche Impfung verabreicht werden muss, so dass ein ausreichender Schutz vor den lebensgefährlichen Krankheiten besteht. Der Reisemediziner berät den Patienten über Impfungen gegen Malaria, Hepatitis A und B (einzeln und in Kombination), Tetanus, Diphterie, Polio, Zecken, Cholera, Gelbfieber, Grippe, Japanische Enzephalitis, Meningokokken, Tollwut, Typhus oder Tuberkulose. Der Reisemediziner erklärt dem Patienten, wie diese Krankheiten übertragen werden (z.B. durch Fliegen, Mücken, über kontaminiertes Wasser, verschmutzte Erde, Blut etc.) und wie man sich davor schützen kann. Zusammen mit dem Patienten und dessen Reiseziel wägt der Reisemediziner ab, welche Impfungen zwingend notwendig sind und auf welche Impfungen der Patient verzichten kann.
Auch das Verabreichen der Reiseimpfungen erfolgt in der Praxis des Reisemediziners. Je nach Art der Impfung werden diese als Spritze verabreicht oder in Form von Tabletten eingenommen. Jede Impfung wird mit Datum und Angabe des Impfpräparates in den Impfpass des Patienten eingetragen und von dem Reisemediziner unterschrieben. Vor Verabreichung der Impfung klärt der Reisemediziner den Patienten auch über mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffes auf.
Fachärzte, die zusätzlich zum Reisemedizindiplom eine Zusatzbezeichnung in Tropenmedizin haben, untersuchen auch Menschen, die nach einem Urlaub oder Aufenthalt in den Tropen wieder zurückkehren, auf Krankheiten. Die Untersuchung wird auch als so genannte Tropennachuntersuchung bezeichnet. Hier prüft der Reisemediziner, ob der Urlauber ansteckende Krankheiten aus dem Urlaub mitgebracht hat und/oder ob die betroffene Person z.B. Parasiten (Würmer) hat.
Der Reisemediziner, der in den meisten Fällen vor einer geplanten (Urlaubs-)Reise aufgesucht wird, informiert seine Patienten auch über die Notwendigkeit einer Reiseapotheke. Je nachdem, wo die Reise hingeht, gehören Durchfallmittel, Kopfschmerztabletten, Pflaster, Grippemittel und viele weitere Medikamente in das Reisegepäck. Patienten, die regelmäßig Medikamente gegen eine Grunderkrankung einnehmen müssen, müssen diese Präparate auch in die Reiseapotheke packen. Der Reisemediziner berät den Patienten auch über evtl. Neben- und Wechselwirkungen von Präparaten der Reiseapotheke. Die Wahl der Reiseapotheke hängt zum einen vom Urlaubsland ab, zum anderen davon, welche Art von Urlaub dort geplant ist.
Sofern sich eine Person im Urlaub mit einer Reisekrankheit infiziert hat, ist auch hier ein Reisemediziner ein wichtiger Ansprechpartner im Rahmen der Diagnostik und der Therapie der Erkrankung. Der Reisemediziner kann u.a. durch eine Blutabnahme, die im Labor untersucht wird, feststellen, an welcher Reisekrankheit ein Patient leidet. Teilweise ist dazu auch eine Stuhluntersuchung notwendig, bei der der Reisemediziner z.B. feststellen kann, ob sich Blut im Stuhl befindet. Meist kann dann eine ambulante Behandlung der Krankheit erfolgen. Sollte eine stationäre Behandlung notwendig sein, so haben viele Reisemediziner Kontakt zu den nächstgelegenen Krankenhäusern und können ihren Patienten dann dorthin überweisen und mit dem behandelnden Arzt das weitere Vorgehen absprechen.
Reisemediziner sind meist selbstständige Fachärzte mit einer eigenen Praxis. Reisemediziner können jedoch auch als angestellte Ärzte in Krankenhäusern, reisemedizinischen Beratungszentren oder in Tropeninstituten arbeiten.
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