22. April 2010
Ein Anästhesist ist ein Facharzt für die Narkose. Er kann sowohl selbstständig tätig sein als auch in einem Krankenhaus oder einer Praxis angestellt.
Der Anästhesist ist Spezialist für sämtliche Behandlungen und Untersuchungen, bei denen der Patient eine Teil- oder Vollnarkose bzw. eine örtliche Betäubung benötigt. Dazu gehört auch, dass der Arzt zuvor mit dem Patienten spricht und ihn über die Behandlung und deren Risiken aufklärt. Nach Ausleitung der Narkose überwacht der Anästhesist den Patienten weiter. Dies geschieht je nach Art des Eingriffes auf der Intensivstation oder bereits wieder auf der normalen Station.
Erst wenn ein Patient betäubt oder narkotisiert ist, kann der Chirurg mit einer Operation beginnen. Je nach Art der Narkose wird das Narkosemittel vom Patienten eingeatmet oder vom Anästhesisten in die Vene gespritzt. Während der Operation überwacht der Anästhesist sämtliche Vitalfunktionen des Patienten (z.B. Blutdruck, Puls, EKG). Der Patient erhält während einer Operation meist Sauerstoff oder wird künstlich beatmet. Sofern dies notwendig ist, gibt der Anästhesist dem Patienten während einer schweren Operation auch eine Bluttransfusion mit Blut eines Spenders.
Patienten, die aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalles massive akute oder chronische Schmerzen haben, können ebenfalls von einem Anästhesisten im Rahmen einer Schmerzbehandlung therapiert werden. Anästhesisten behandeln auch todkranke Patienten auf einer so genannten Palliativstation. Die Patienten können durch diese Behandlung die Schmerzen gut ertragen und in Würde sterben.
Anästhesisten können auch zur Schmerzlinderung bei einer Geburt herangezogen werden, wenn die Frau eine PDA (Periduralanästhesie in das Rückenmark) wünscht. Diese Form der Narkose schaltet den Geburtsschmerz größtenteils aus, die Frau merkt jedoch noch die einzelnen Wehen und kann praktisch schmerzfrei das Baby auf die Welt bringen.
Anästhesisten behandeln sowohl Kinder als auch Erwachsene.
Anästhesisten können selbstständig sein und dann eine eigene Praxis haben oder in einer Praxis oder im Krankenhaus angestellt sein. Anästhesisten, die eine eigene Praxis haben, können im Krankenhaus auch als Belegärzte tätig sein. Auch zu ambulanten operativen Eingriffen kann der Anästhesist hinzu gerufen werden. Der Facharzt kümmert sich in diesem Fall um die Narkose z.B. während einer Zahnoperation in der Praxis des Zahnarztes oder Oralchirurgen.
Anästhesisten können auch als Notarzt in einem Notarztwagen tätig sein. Sie fahren zusammen mit dem Rettungssanitäter zu Unfällen oder schwerkranken Patienten. Der Arzt untersucht den Patienten und entscheidet dann, ob er in ein Krankenhaus gebracht werden muss oder ob eine ambulante Behandlung ausreichend ist.
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