Wissenswertes zum Likör - Geschichte, Herstellung, Sorten und Zubereitungsmöglichkeiten

Likör ist heutzutage ein klassisches alkoholisches Getränk, dessen süßer Geschmack vor allem von Frauen geschätzt wird. Es gibt verschiedene Sorten und gerne findet der Likör auch in Cocktails Verwendung.

Man unterscheidet z.B. Kräuterliköre, Fruchtliköre und Kaffeeliköre

Geschichte

Das Wort "Likör" geht auf das französische Wort "liqueur" und das lateinische Wort "liquor" (Flüssigkeit) zurück. Ursprünglich war der Likör als Heilmittel gedacht und wurde vorwiegend mit Heilkräutern angesetzt. Vorläufer der heute bekannten Liköre sind vermutlich die aromatisierten Weine des antiken Griechenlands und Roms.

13. Jahrhundert: Erste Likörherstellung

Ihren Ursprung hat die Likörherstellung wahrscheinlich in Italien. Es ist von einem päpstlichen Leibarzt bekannt, der Heilkräuterliköre verabreichte. Die Geschichte des Likörs beginnt im 13. Jahrhundert, in welchem die Technik der Destillation durch die Kreuzzüge nach Europa gelangte.

Dank dieser und der bereits bekannten Technik der Mazeration war es nun möglich, erste Liköre herzustellen. Bei diesen anfänglichen Produkten handelte es sich aber nicht um Genussmittel, sondern um Medizin, welche dementsprechend auch nur Kranken verabreicht wurde.

16. Jahrhundert

Im 16. Jahrhundert heiratete die aus Italien stammende Katharina von Medici den französischen König Heinrich II. In ihrem Gefolge befanden sich Fachkundige der Likörherstellung die ihr Wissen an den französischen Königshof brachten. In Folge dessen entwickelte sich eine Likörherstellung, die mit immer raffinierteren und neueren Methoden arbeitete.

17. Jahrhundert: Verbreitung als Genussmittel

Als Genussmittel fand der Likör im Laufe des 17. Jahrhunderts Verbreitung. Lange Zeit waren die Zuckerpreise derart hoch, dass sich nur die Adelsschicht Liköre leisten konnten. Im Zuge der Kolonialisierung und auch weil der Rübenzucker sowie neue Möglichkeiten des Exports entdeckt wurden, sanken die Preise jedoch wieder auf ein Niveau, welches sich auch mittlere Schichten des Bürgertums leisten konnten.

Dank des billigen Zuckers waren nun auch Liköre als Genussmittel zu niedrigen Preisen erhältlich, was zur schnellen Verbreitung dieses alkoholischen Getränks führte.

Lange Zeit lag die Likörherstellung noch in den Händen von Klöstern mit ihren Kräutergärten. Später war es auch eine Domäne der Apotheker.

Ab dem 19. Jahrhundert

Eine weite Verbreitung erreichten Liköre erst im 19. Jahrhundert; noch heute gibt es Likörmarken mit einer sehr langen Tradition. Mit der Zeit gab es kaum eine Frucht oder Kräuter, die nicht zur Likörherstellung verwendet wurde.

Heutzutage findet man Liköre mit vielen natürlichen Aromen wie beispielsweise

aber auch mit naturidentischen Stoffen und künstlichen Aromastoffen. Nach wie vor werden auch auch

  • Früchte
  • Fruchtpasten
  • Fruchtkonzentrate und
  • natürlich Kräuter

verwendet. Viele Liköre haben ihren therapeutischen Nutzen bis heute nicht verloren. So werden sie beispielsweise gerne als verdauungsförderndes Mittel nach der Mahlzeit eingenommen. Das sind dann meistens Kräuterliköre. Die Liköre gelten als eine klassische alkoholische Spirituose, deren Alkoholgehalt je nach Herstellungsverfahren und Inhaltszusammensetzung zwischen 15% und 40% schwankt.

Herstellung und Verarbeitung

Die Herstellung von Likören wurde erst durch die Technik der Destillation ermöglicht, welche dank einem Arzt der Kreuzritter nach Europa gelangte. Doch inwiefern ist dieses Herstellungsverfahren relevant für die Likörherstellung und welche anderen Prozeduren sind charakteristisch für diese?

Zunächst werden für die klassische Likörherstellung drei zentrale Grundzutaten benötigt. Namentlich sind dies

Mazeration

Im Zuge der Likörherstellung kommt es zunächst zum Vorgang der Mazeration. Bei dieser werden die Früchte in das Wasser gelegt und verbleiben in diesem über mehrere Tage, sodass es zu einem Diffusionsvorgang seitens der Früchte in das umliegende Wasser kommt. Dem Ganzen wird nun im Laufe der Zeit immer mehr Zucker beigemischt.

Das Wasser kann dabei kalt wie im Falle der Kaltextraktion sein. Daneben kann der Vorgang aber auch durch die Heißextraktion schneller ablaufen, was den gesamten Prozess zwar beschleunigt, gleichzeitig aber auch aromatische Veränderungen hervorrufen kann.

Destillation

Nach Abschluss der Mazeration wird diese Flüssigkeit nun destilliert. Prinzipiell stellt diese eine Trennung flüchtiger und nichtflüchtiger Bestandteile innerhalb dieser Substanz dar, welche durch ein langfristiges starkes Erhitzen bewirkt wird.

Der Dampf, welcher nun aus dem Gemisch aufsteigt, ist hochprozentig und stellt den späteren Likör dar, weshalb der Dampf auch mit Hilfe spezieller Vorrichtungen aufgefangen wird. Das Destillat wird daraufhin noch einmal mit Zucker versetzt und in Fässern oder Behältern reifen gelassen.

Reifezeit

Nach der Reifezeit ist der Likör verzehrfertig und kann in Flaschen abgefüllt werden.

Sorten

Likör war anfangs ein Arzneimittel und wurde erst in den letzten drei Jahrhunderten zum alkoholischen Genussmittel, wie wir es heute kennen. Doch was sind überhaupt die wichtigsten Sorten dieses Getränks, welches heutzutage allein in Deutschland jährlich in Mengen von circa 140 Millionen Litern verkauft wird?

Heutzutage kann eine Vielzahl von Likörsorten vorgefunden werden. Die bekanntesten sind dabei

  • Kaffeelikör
  • Teelikör
  • Ananaslikör
  • Kirschlikör
  • Vanillelikör
  • Kräuterlikör
  • Fruchtlikör
  • Gewürzlikör und
  • Kakaolikör.

Eigenherstellung

Neben der Möglichkeit, diese Sorten in einem Geschäft zu erwerben, können diese in der Regel auch selbst hergestellt werden. Hierzu benötigt man schlicht einige Hilfsmittel, die Grundzutaten und die Zeit, sich in den Herstellungsprozess einzuarbeiten und diesen durchzuführen.

Verwendung in Cocktails

Letztlich ist in diesem Zusammenhang noch erwähnenswert, dass Liköre häufig für diverse Cocktailsorten und als Verfeinerung weiterer Nahrungsmittel eingesetzt werden. Informationen hierzu finden Sie am Ende dieses Artikels.

Inhaltsstoffe und Gesundheitswert

Likör wurde im Mittelalter als Arzneimittel eingesetzt. Kann deshalb davon ausgegangen werden, dass es sich beim Likör um ein gesundes Produkt handelt oder konnte die Wirksamkeit dieses Genussmittels mit Hilfe moderner wissenschaftlicher Studien doch widerlegt werden?

Zunächst einmal muss man sagen, dass die heute verfügbaren Liköre zumeist wenig mit jenen Produkten gemeinsam haben, welche im Mittelalter innerhalb der Klosteranlagen entworfen und hergestellt wurden. So handelte es sich dabei in der Regel um Kräuterliköre, von welchen auch nur beabsichtigt war, dass diese in kleinen Mengen konsumiert wurden.

Dass die Extrakte aus Kräutern positive Auswirkungen auf die Gesundheit zu scheinen haben, belegen allein schon wissenschaftliche Studien mit Kräutertees, welche eine ähnliche Zusammensetzung wie Kräuterliköre aufweisen.

Fraglicher Gesundheitswert

Der Gesundheitswert heutiger Liköre ist hingegen äußerst fraglich. So ist zunächst

  • der hohe Alkoholgehalt

zu bemängeln, welcher durch den süßlichen Geschmack zudem noch überdeckt wird. Das Auftreten von kurzfristigen und langfristigen Alkoholfolgeschäden ist bei regelmäßigem Verzehr deshalb nicht auszuschließen. Daneben werden industriell produzierte Liköre häufig noch mit

versetzt. Dies soll den Geschmack und das Aussehen dieses Produkts manipulieren und so eine Qualität vortäuschen, welche eigentlich nicht gewährleistet ist.

Insgesamt handelt es sich bei Likören um ein Genussmittel, welches auch diesem Status entsprechend konsumiert werden sollte. Einem gelegentlichen Likör Konsum ist deshalb nichts entgegenzusetzen, wohingegen größere oder dicht frequentierte Aufnahmemengen kritisch zu sehen sind.

Likör als Zutat in Cocktails und Kaffeespezialitäten

Ein Likör ist ein alkoholisches Getränk mit einem sehr hohen Zuckeranteil. In der Regel beträgt der Zuckeranteil mindestens 100g pro Liter. Der Alkoholgehalt liegt im Durchschnitt zwischen 14% und 40%.

Liköre gibt es in vielen unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, deshalb eignen sie sich besonders gut zum Mixen von Cocktails und zum Verfeinern von Kaffeespezialitäten. Dabei unterscheidet man klassische Rezepte und neue Kreationen.

Likör als Cocktail-Zutat

Gerade bei Cocktails ist alles erlaubt was schmeckt. Neben den klassischen Cocktails mit Likör gibt es auch moderne Rezepte, die man dann oft als Fancy-Drinks bezeichnet.

Prince of Wales

Ein typisch klassischer Champagner-Cocktail mit Likör ist der Prince of Wales. Hier werden

  • Champagner
  • Cognac
  • Orangenlikör und
  • Bénédectine (Kräuter- und Gewürzlikör)

gemischt.

Appletini

Der Appletini besteht aus

  • Wodka
  • Orangenlikör und
  • Apfellikör.

Mai Tai

Zu den Klassikern gehört auch der Mai Tai aus

  • Orangenlikör
  • Rum
  • Mandelsirup
  • Limettensaft und
  • Zuckersirup.

Beliebt sind auch Pousse Cafés, das sind im Glas geschichtete Liköre und Sirups. Einen großen Beliebheits- und Bekanntheitsgrad hat der Cointreau - ein Likör aus den Schalen von bitteren und süßen Orangen. Zu den empfehlenswerten Rezepten zählen:

Cointreauversial

Besteht aus

  • 4 cl Cointreau
  • 2 cl Lime-Juice
  • 1 cl Cranberrysaft und
  • 1/4 Limette

Geben Sie die Zutaten - außer den Limettensaft - in ein zur Hälfte mit Eis gefülltes Glas und verrühren Sie das Ganze. Seihen Sie die Flüssigkeit mit Hilfe eines Strainers in einen mit Eis gefüllten Tumbler ab. Fügen den frischen Limettensaft hinzu und servieren Sie den Cocktail.

Cointreau Margarita

Besteht aus

  • 2 cl Cointreau
  • 4 cl Jose Cuervo Especial und
  • 2 cl frischen Limettensaft.

Geben Sie die Zutaten in einen mit Eis gefüllten Shaker. Schütteln Sie den Cocktail gut und servieren Sie ihn in einem Glas mit Salzrand.

Sun Kiss

Besteht aus

  • 4 cl Cointreau
  • 5 cl Ananassaft und
  • 3 cl Grapefruitsaft.

Geben Sie alle Zutaten in ein Longdrink-Glas und rühren Sie den Cocktail.

Likör als Kaffee-Zutat

Als Kaffeespezialität kennt man Biedermeier, das ist

  • Kaffee mit Sahne und Marillenlikör

und kommt aus Österreich. Mazagran ist

  • ein kalter gesüßter Kaffee mit Eisstückchen und Maraschino Kirschlikör.

Maria Theresia ist

  • ein kräftiger Mokka, der mit einem Schuss Orangenlikör verfeinert wird.

Für den italienischen Caffé shakerato wird

Bei dem spanischen Carajillo handelt es sich um

  • einen starken Kaffee, der zu einer Mischung aus Zucker mit Likör, die vorher angezündet wurde, hinzugefügt wird.

Dekoriert wird mit Kaffeebohnen und Zitronenschale, die man in das Glas gibt. Eine Spezialität auf Teneriffa und La Palma ist der Barraquito.

  • Dieser starke Kaffee wird in einem Glas serviert und besteht aus drei Schichten: erst Kondensmilch, dann der starke Kaffee mit einem Schuss Likör und zum Schluss aufgeschäumte Milch, die mit Zimt bestreut wird.

Neben diesen traditionellen Rezepten gibt es noch eine Vielzahl an Kaffeerezepten mit Likören, zum Beispiel

Natürlich kann man auch eigene Favoriten kreieren, mit etwas Kreativität und Experimentierfreude kann man ganz neue Geschmackserlebnisse erfahren. Der Kaffeegeschmack harmoniert mit vielen Likören und letztlich ist es auch immer eine Geschmackssache.

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