Wissenswertes zum Champagner - Geschichte, Herstellung und Sorten

Champagner wird aus einer Flasche in mehrere Gläser gefüllt

Das Getränk der Reichen und Schönen

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  • von Paradisi-Redaktion

Der Champagner ist heutzutage ein edles Getränk, welches nach festen Regeln lediglich innerhalb einer bestimmten Region Frankreichs produziert werden darf. Was macht dieses Produkt überhaupt so elitär, dass bereits Marilyn Monroe in diesem gebadet haben soll?

Geschichte

Die Champagne, eine Region Frankreichs, war bereits seit dem Mittelalter bekannt für die Produktion hochwertiger Weine, welche dementsprechend auch nach ganz Europa exportiert wurden.

Von einer Fehlproduktion zum eigentlichen Ziel

Im Laufe der Jahrhunderte stießen Mönche schließlich auf ein Phänomen, nach welchem eine zu frühe Weiterverarbeitung des Weines dafür sorgte, dass dieser durch das Weitergären in der Flasche schäumte und mit Perlen durchsetzt war.

Dieses Erscheinungsbild wurde anfangs noch als Fehlproduktion angesehen und entsprechend gemieden. Im Laufe der Jahrhunderte begann man sich allerdings diesem Phänomen zu widmen, dieses gezielt zu provozieren und daraufhin zu verfeinern. Einem Benediktinermönch ist es zu verdanken, dass die Flaschengärung kontrollierter durchgeführt wurde. Laut einem Schreiben war dies wohl Ende des Jahres 1662.

Ab dem Jahr 1728 durften die Champagnerflaschen auch offiziell transportiert werden und der Champagner erfreute sich auch über die Landesgrenzen Frankreichs hinaus größter Beliebtheit. Noch im 19. Jahrhundert war der Champagner durch die Hefe in der Flasche trüb. Doch dies änderte sich durch die Erfindung eines Rüttelpultes und Jahre später auch durch den Einsatz einer Degorgiermaschine.

Erster Rosé im Jahr 1804

1804 gab es erstmals auch einen Rosé-Champagner, den ersten Jahrgangschampagner im Jahr 1870. Im und nach dem Ersten Weltkrieg brach der Absatz dann ein, da der Export beeinträchtigt wurde und die Weinanbaugegenden zudem teilweise zerstört wurden. In Frankreich stieg die Nachfrage nach dem edlen Getränk mit der Zeit jedoch wieder.

Im Zweiten Weltkrieg wurde dann ein Komitee gebildet, das die Herstellung des Champagners beaufsichtigte und die Weinbauern vertrat. Dieses Komitee gibt es noch heute und auch noch heute werden Produktion und Qualität des Champagners streng überwacht.

Herstellung und Verarbeitung

Champagner gilt heutzutage als ein Getränk der Reichen und Schönen. Doch was macht dieses Produkt überhaupt so elitär, dass bereits Marilyn Monroe in diesem gebadet haben soll?

Anbau der Reben

Zunächst einmal kommen bei der Champagnerproduktion nur Reben zum Einsatz, welche in der Champagne heranwachsen. Die genauen Ausmaße dieser Region wurden bereits 1927 festgelegt und umfassen etwa 33.000 Hektar.

Dass eine solch große Region keinen absolut homogenen Anbau erlaubt, liegt auf der Hand. Stattdessen wird das Anbaugebiet weiter unterteilt, wobei sich die Grenzen beispielsweise an kleinen klimatischen Differenzen oder unterschiedlichen Bodentypen orientieren.

Hinsichtlich der Rebsorten, welche hier angebaut werden, sind

  • Spätburgunder
  • Schwarzriesling und
  • weiße Rebsorten

zu nennen. Diese drei Grundrebtypen kommen bei der Herstellung eines Champagners in der Regel alle zum Einsatz, wobei diese natürlich in verschiedenen Mischungsverhältnissen je nach Sorte verarbeitet werden.

Verarbeitung der Trauben

Die Verarbeitung unterliegt ebenso strengen Kontrollen und Vorgaben. So sind einerseits Höchstpflückmengen je Hektar vorzufinden, sodass es zu keiner Überbeanspruchung des Bodens kommt. Die Trauben müssen zudem per Hand gepflückt werden und während der Ernte unversehrt bleiben.

1. Gärungsprozess

Daraufhin wird der Most hergestellt, wobei stets 102 Liter Most aus exakt 160 Liter Traubengut bestehen müssen. Dieser Grundwein, welcher durch die alkoholische Gärung der Trauben in speziellen Behältern gewonnen wird, kann daraufhin mit Grundweinen anderer Jahrgänge vermengt werden, um Einfluss auf die spätere Qualität und Geschmacksausprägung zu nehmen.

2. Gärungsprozess

Der zweite Gärungsprozess vollzieht sich daraufhin in der Flasche selbst, in welche die verschiedenen Grundweine gegeben wurden. Hierzu wird diesem Produkt noch etwas Rübenzucker und Hefe beigegeben und das Ganze zumeist mit einem Kronkorken fest verschlossen. Dieser zweite Gärungsprozess dauert dabei etwa drei Wochen an und darf nur innerhalb dieser Region in Kellern erfolgen, welche hohen Grundstandards erfüllen.

Um letztlich einen trinkfertigen Champagner zu erhalten, muss nur noch die zuvor beigesetzte Hefe entfernt werden. Hierzu dient der Prozess des Rüttelns, welcher früher per Hand, heutzutage mit der Hilfe von Maschinen vollzogen wird. So werden die Flaschen in heutigen Produktionsanlagen circa 21 Tage zunächst waagerecht gerüttelt, wobei diese mit jedem Tag mehr in eine senkrecht nach unten zeigende Position verschoben werden.

Dégorgieren und Dosage

Nach 21 Tagen ist schließlich das Dégorgieren möglich. Bei diesem wird die Flasche in ein Eisbad getaucht, wodurch lediglich der Hefe gefriert und beim Öffnen der Flasche durch den Druck herausgetrieben wird.

Abgeschlossen wird die Herstellung durch die Dosage. Bei dieser handelt es sich um die Zugabe verschiedener Zutaten, dank welcher der durch die Gärung bedingte Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden soll. Die Zutaten wiederum variieren je nach Sorte und Hersteller und dienen weniger dem Volumenzugewinn, als vielmehr der geschmacklichen Abrundung des Champagners.

Champagnersorten

Zunächst einmal unterscheiden sich viele Champagnerarten hinsichtlich der Größe der Flaschen, in welche diese abgefüllt werden. Die wichtigsten Varianten sind dabei

  • der Piccolo über 0,2 Liter
  • der Demi über 0,375 Liter
  • der Imperial über 0,75 Liter und
  • der Magnum mit 1,5 Liter.

Daneben existieren noch eine Reihe weiterer Flaschengrößen, welche bis zu 30 Liter fassen und entsprechend selten produziert und zu hohen Preisen angeboten werden.

Bekannte Champagnerproduzenten

Zu den bekanntesten Champagnerproduzenten gehört zum einen

  • Binet.

Bereits 1849 gegründet verfügt dieser auch über Jahrgangsweine und ist in der Rilly-la-Montagne angesiedelt. Daneben erfreuen sich aber auch die Herstellerhäuser

  • Alfred Gratien
  • Besserat de Bellefon und
  • Ferdinand Bonnet

einer großen Beliebtheit. Diese Häuser unterscheiden sich einerseits hinsichtlich der Qualität der Reben, welche für die Produktion herangezogen werden. Andererseits variieren aber auch die prozentualen Zusammensetzungen der Reben und der Beigaben, welche zuletzt beigemischt werden.

Gesundheitswert

Champagner ist ein edles Getränk und relativ kostspielig. Macht dieser Status den Champagner auch gleichzeitig gesundheitlich wertvoll?

Eine Studie konnte nachweisen, dass sich der regelmäßige Verzehr kleiner Champagnermengen aufgrund der enthaltenen Polyphenole positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirkt. Nichtsdestotrotz sollte stets der Alkoholgehalt dieses Kultgetränks bedacht werden, sodass aus gesundheitlicher Sicht nicht mehr als ein Glas täglich konsumiert werden sollte.

Lesen sie hier noch einmal was die Abgrenzung zu Sekt ausmacht...

Unterschiede und Abgrenzungen zu Sekt

Champagner stammt aus einem Gebiet in Frankreich, das "Champagne" heißt. Diese Gegend ist ein Weinanbaugebiet und nur der hier produzierte Schaumwein darf auch "Champagner" genannt werden. Getränke, die zum Beispiel in Deutschland produziert werden, dürfen nicht als Champagner, sondern müssen als "Sekt" verkauft werden.

Champagnerherstellung unterliegt vielen Vorschriften

Damit der Champagner auch seinen Namen tragen darf, gibt es viele unterschiedliche Vorschriften, die die Hersteller einhalten müssen. Diese vielen Vorschriften und die Tatsache, dass nur in Frankreich Champagner produziert werden darf, erklären den Preisunterschied zwischen Sekt und Champagner.

Neben dem bereits genannten Kriterium, dass Champagner nur in Frankreich produziert werden darf und demzufolge auch nur hier die Champagnerreben wachsen dürfen, wird hier auch zusätzlich kontrolliert, wie dicht die Reben beieinander wachsen. Denn auch dabei gibt es genaue Richtlinien über die Abstände der Pflanzen.

Zudem ist auch festgelegt, welche Erträge erzielt werden dürfen. Außerdem darf die Weinlese nicht automatisch erfolgen. Des Weiteren wird von einer unabhängigen Stelle kontrolliert, ob die Trauben schonend gepresst werden, ein weiterer Unterschied zur Sektherstellung.

Ferner entsteht der originale Champagner durch Flaschengärung. Für die Herstellung von Sekt gibt es diese Vorschriften nicht.

Champagnerflasche mit Naturkorken

Im Gegensatz zum Sekt wird die Champagnerflasche nicht mit irgendeinem Korken sondern mit einem speziellen Naturkorken versehen.

Durch die vielen Auflagen und Vorschriften rechtfertigt sich auch der höhere Preis für Champagner. Wer also einen qualitativ hochwertigen Schaumwein trinken möchte, der sollte zu Champagner greifen, auch wenn die Flasche deutlich mehr kostet als der Sekt.

Grundinformationen zu Champagner

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: champagne © Fabrice Debatty - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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