Schizophrenie - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die psychische Erkrankung Schizophrenie äußert sich durch viele verschiedene Symptome. Die Diagnose erfolgt meist beim Psychiater. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen, die die Schizophrenie verursachen. Der Krankheitsverlauf ist meist kompliziert und endet bei vielen Betroffenen im Selbstmord.

Die Entstehung einer Schizophrenie und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Unter einer Schizophrenie versteht man eine Gruppe unterschiedlicher psychischer Erkrankungen. Es kommt zu einer Vielzahl von Störungen, die die Psyche des Betroffenen in verschiedenen Bereichen betreffen:

Es gibt viele Subtypen einer Schizophrenie, die man in die traditionellen und sonstigen Formen einteilen kann. Zu den traditionellen Subtypen gehören

während folgende Formen zu den sonstigen Subtypen zählen:

  • die undifferenzierte Schizophrenie
  • die postschizophrene Depression
  • das schizophrene Residuum sowie
  • Schizophrenia simplex.

Ursachen

Häufig kommt die Schizophrenie in Familien gehäuft vor, so dass die Erkrankung vermutlich vererbt werden kann. Je näher der Verwandtschaftsgrad, desto höher ist die Gefahr, ebenfalls an Schizophrenie zu erkranken.

Vor allem das so genannte Vulnerabilitäts-Stress-Coping-Modell spielt hierbei eine Rolle. Es ist die Rede eines Zusammenspiels von sozialen, neurobiologischen und psychologischen Faktoren.

Möglicherweise sind demnach auch Probleme im zwischenmenschlichen Bereich als Ursache für die Entstehung einer Schizophrenie. Im Gehirn von Schizophrenie-Patienten sind Auffälligkeiten gegenüber gesunden Menschen zu beobachten, so dass diese mit hoher Sicherheit die Ursache für die Schizophrenie sind.

Auch Geburtskomplikationen, beispielsweise beispielsweise frühkindliche Schädigungen des Gehirns, können einen Risikofaktor darstellen. Ebenso spielen frühe Infektionen oder auch belastende Erlebnisse eine Rolle.

Verlauf

Der Krankheitsverlauf bei Schizophrenie ist individuell verschieden. In den ersten Wochen, Monaten oder sogar Jahren wissen viele Betroffene nicht, dass sie an Schizophrenie leiden. Sie haben zwar Depressionen und ziehen sich nach und nach immer mehr zurück, dennoch setzt dies noch niemand mit dieser Erkrankung in Verbindung.

Nach einer gewissen Zeit der "Vorerkrankung" erfolgt der erste Krankheitsschub mit den typischen Symptomen. Bei einigen Patienten bilden sich die Symptome wieder zurück und es besteht wieder Beschwerdefreiheit, bei anderen bleiben jedoch abgeschwächte Symptome und Beschwerden zurück.

Folgen

Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind meist die Heilungschancen. Leidet der Patient jedoch unter Stress oder Problemen in der Partnerschaft oder Familie, kann sich dies äußerst ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Viele Betroffene versterben durch ihre Erkrankung früher, da sie sich in den Selbstmord stürzen oder bei einem Unfall ums Leben kommen. Nehmen die Patienten jedoch regelmäßig ihre Medikamente ein, kann dies auch zu einer Heilung führen. Viele Patienten werden jedoch auch wieder rückfällig.

Symptome

Die Schizophrenie ist eine Erkrankung, die sich bei jedem Betroffenen anders äußert. Sie weist eine Vielzahl an Symptomen auf.

Viele Schizophrenie-Patienten leiden unter Halluzinationen. Betroffene hören zum Beispiel Stimmen von Personen, die gar nicht anwesend sind.

Betroffene haben oftmals Denkstörungen und führen dabei Sätze nicht zu Ende, kreieren neue Worte usw. Die Schizophrenie kann sich auch durch Wahnvorstellungen äußern.

Der Betroffene fühlt sich verfolgt oder bildet sich ein, Schauspieler in einem Fernsehfilm sprächen direkt zu ihm. Viele Schizophrenie-Patienten kapseln sich auch von ihrer Umwelt ab, da sie das Gefühl haben, andere Menschen könnten ihre Gedanken lesen oder beeinflussen.

Schizophrenie äußert sich auch dadurch, dass sich die Betroffenen anderen Menschen gegenüber der Situation nicht angemessen verhalten. Sie sind zum Beispiel fröhlich, obwohl ihr Gegenüber sich gerade in einer traurigen Stimmung befindet.

Zu den weiteren möglichen Symptomen bzw. Begleiterscheinungen einer Schizophrenie zählen

Durch die Erkrankung kann auch die Motorik angegriffen werden. Die eigene Persönlichkeit von Schizophrenie-Patienten ist gespalten. Die Erkrankung kann schleichend auftreten oder in Schüben.

Diagnose

Der Facharzt befragt den Patienten bzw. seine Angehörigen genau nach den Symptomen und Beschwerden. Nur aufgrund der geschilderten Symptome kann jedoch noch keine Diagnose gestellt werden, da diese auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können. Meist wird die Erkrankung mehrere Wochen lang beobachtet.

Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch, um körperliche Ursachen der Symptome auszuschließen. Auch Blut und Urin werden untersucht.

Die Symptome könnten auch von einem Drogenmissbrauch stammen. Dieser könnte im Urin nachgewiesen werden. Oftmals erfolgt auch eine Untersuchung des Gehirns, um Krankheiten wie zum Beispiel Tumore ausschließen zu können. Erst wenn körperliche Krankheiten auszuschließen sind und die Symptome über mehrere Wochen anhalten, stellt der Arzt die Diagnose Schizophrenie.

Behandlung

Die Behandlung der Schizophrenie ist sehr umfangreich, da es verschiedene auslösende Faktoren für die Krankheit gibt.

Medikamentöse Therapie

Sehr wichtig ist die medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka. Hier gibt es verschiedene Medikamente, die sowohl in akuten Phasen als auch als Langzeitmedikament eingenommen werden können.

Zur Anwendung kommen beispielsweise Neuroleptika und Dopamin-Rezeptoren. Auch Antidepressiva und Beruhigungsmittel werden eingesetzt. Viele dieser Medikamente haben jedoch starke Nebenwirkungen wie zum Beispiel epileptische Anfälle.

Psychotherapie

Neben der medikamentösen Therapie erfolgt auch eine Psychotherapie bei einem entsprechend ausgebildeten Therapeuten. Der Therapeut bespricht mit dem Patienten die Erkrankung, begleitet ihn während seiner Erkrankung und kümmert sich auch um dessen Angehörige.

Stationäre Therapie

Oftmals wird die Schizophrenie auch im Rahmen einer stationären Therapie in einer Fachklinik behandelt. Im Anschluss an die meist mehrwöchige Behandlung erfolgt eine teilstationäre Weiterbehandlung in der gleichen Klinik oder einer Tagesklinik. Dies verschafft den Patienten oft eine gute Grundlage, um im Alltag mit ihrer Erkrankung und einer ambulanten Therapie zurechtzukommen.

Weitere (unterstützende) Behandlungsmaßnahmen

Zu den weiteren möglichen Behandlungsverfahren bzw. unterstützenden Maßnahmen zählen

Vorbeugung

Da die Erkrankung in vielen Fällen vererbt wird, kann man nichts dagegen unternehmen. Sollten jedoch Angehörige an Schizophrenie leiden, empfiehlt es sich für die Verwandten, auf erste Symptome zu achten und diese gegebenenfalls unverzüglich von einem Arzt abklären zu lassen.

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