(pgk) Zählen, abziehen, teilen und malnehmen: Rechnen macht Spaß – wenn man es kann. Zu einer Quälerei wird es für die rund fünf Prozent der Schüler, die nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO unter der so genannten Dyskalkulie, der Rechenschwäche, leiden. Ihnen fehlt die Fähigkeit, hinter den Zahlen die Menge zu sehen – und damit das mathematische Verständnis, das eigentlich schon im Vorschulalter ausgeprägt sein sollte.
Dyskalkulie-Kinder lernen Zahlen und ihre Reihenfolge auswendig. Sie addieren und subtrahieren durch Auf- und Abzählen mit Fingern und "Luftfingern". Sie sehen widersprechende Ergebnisse nicht, verknüpfen wahllos Größenangaben und verstehen Textaufgaben nicht. Die Lehrer halten den Schüler für unwillig, faul, wenig begabt und unkonzentriert. Und das Kind glaubt, es sei "doof". Viele der Kinder kompensieren die Lernschwäche auch durch Auswendiglernen und Fleiß. Die Schwäche wird nicht erkannt, so dass ein Besuch des Gymnasiums nicht ungewöhnlich ist.
Dyskalkulie ist eine Entwicklungsverzögerung des mathematischen Denkens. Genetische Faktoren spielen bei der Entstehung von Dyskalkulie – wie auch bei Legasthenie, der Lese- und Rechtsschreibschwäche – eine entscheidende Rolle, sagt der Humangenetiker Dr. Tiemo Grimm vom Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie (BVL). Auch das Lernumfeld oder das Elternhaus können die Entwicklung der Rechenschwäche begünstigen. Dyskalkulie kann zu Ängsten oder Depressionen führen. Häufig leiden die Kinder unter Kopf- und Bauchschmerzen.
Schon im Kindergarten und in den ersten zwei Schuljahren sollten Pädagogen auf Anzeichen der Rechenschwäche achten, denn bereits dann werden die Fundamente für ein mathematisches Verständnis gelegt. Ob ein Kind unter Dyskalkulie leidet, lässt sich mit Tests, die wie Klassenarbeiten aufgebaut sind und ausschließlich auf das Ergebnis zielen, nur unzureichend feststellen. Ein spezieller Test, der von der Humboldt-Universität in Berlin und dem Zentrum für Therapie der Rechenschwäche Berlin entwickelt wurde, baut auf der Methode des "lauten Denkens" auf. Damit lassen sich falsche und umständliche Rechenwege ermitteln.
Eine Rechenschwäche lässt sich weder durch Schule noch durch klassische Nachhilfestunden beheben. Keine Lösung sei jedenfalls das Wiederholen der Klasse, darauf weist der BVL hin. Hilfe verspricht eine individuelle Lerntherapie über ein- bis zweieinhalb Jahre – neben einem speziellen Hausaufgabenprogramm, Elternbetreuung sowie Lehrer- und Arztgesprächen. In dieser Zeit lernen die Kinder nachträglich in kleinsten Schritten einen korrekten Mengen- und Zahlbegriff.
Ein Symptomfragebogen ist im Internet unter www.arbeitskreis-lernforschung.de hinterlegt. Außerdem findet man auf diesen Seiten Adressen von Einrichtungen, die Eltern und Kindern weiterhelfen.
Ist vielleicht bissl off-topic, aber wieso kann man hier keine Texte markieren? Oben steht: "Ein Symptomfragebogen ist... unter www...
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05.07.12 | |
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13.06.12 | |
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22.11.11 | |
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04.11.11 | |
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