Sexuelle Probleme bei Parkinson und wie man diese lindern kann

Durch die Parkinson-Krankheit kann es zu Beeinträchtigungen der Sexualität kommen. Dies wirkt sich wiederum negativ auf das Selbstbewusstsein der Betroffenen aus.

Die körperlichen Beeinträchtigungen führen bei Betroffenen häufig zu starken Schamgefühlen

Menschen, die an Morbus Parkinson erkranken, leiden vor allem unter

  • Muskelsteifheit
  • Zittern und
  • verlangsamten Bewegungen.

Doch auch für das Sexualleben hat die Krankheit Folgen.

Typische Beschwerden

Die verschiedenen Beschwerden, die bei der Parkinson-Krankheit auftreten, haben häufig auch ein angeschlagenes Selbstwertgefühl zur Folge. So müssen die Patienten feststellen, dass sie nicht mehr so unabhängig und leistungsfähig wie vor der Erkrankung sind.

Oftmals führen die körperlichen Beeinträchtigungen bei den Betroffenen zu Schamgefühlen, da sie Angst haben, dass ihr Partner sie nicht mehr als sexuell attraktiv ansieht. Darüber hinaus können bei manchen Parkinson-Patienten unkontrollierte Schweißausbrüche oder Inkontinenz auftreten.

Bei Männern besteht zudem die Gefahr von Impotenz; Frauen leiden wiederum oftmals unter einer trockenen Scheide. Diese Faktoren wirken sich natürlich negativ auf die Sexualität der Erkrankten aus, sodass sie häufig gar keine Lust mehr verspüren. Trotzdem gibt es zahlreiche Parkinson-Patienten, die zufrieden mit ihrem Sexualleben sind.

Negative Auswirkungen auf die Beziehung

Nicht immer ist es die Krankheit selbst, die Probleme beim Geschlechtsverkehr verursacht, sondern die damit verbundenen psychischen Probleme. So kann es durch die Krankheit auch zu Veränderungen in der Beziehung eines Paares kommen.

Ist zum Beispiel der bisher aktive Partner betroffen, müssen die Rollen in der Beziehung neu verteilt werden. Dies fällt den Partnern jedoch nicht immer leicht.

Ebenfalls belastend wirkt sich das Krankheitssymptom der erstarrten Mimik auf viele Beziehungen aus. Die Betroffenen sind durch die Schüttellähmung nicht mehr imstande, ihre Gefühle mimisch auszudrücken. Darüber hinaus leiden zahlreiche Parkinson-Patienten unter Depressionen, was die Libido meist vollends zum Erliegen bringt.

Genau das Gegenteil ist der Fall, wenn Medikamente eingenommen werden, die den Dopaminhaushalt des Körpers beeinflussen. So können diese Mittel bewirken, dass die Libido ungewöhnlich stark ansteigt, was wiederum zu einer Überforderung des gesunden Partners führt.

Lösungsmöglichkeiten

Trotz aller parkinson-bedingten Probleme ist es dennoch möglich, das Sexualleben zu verbessern. So lässt sich gegen die körperlichen Ursachen der Sexualstörungen einiges tun. Dazu sollte man mit dem behandelnden Arzt sprechen, damit dieser abklärt, ob sexuelle Störungen möglicherweise von den verordneten Medikamenten verursacht werden.

Besonders wichtig ist jedoch eine psychologische Beratung, bei der beide Partner offen und ehrlich über ihre sexuellen Probleme und ihre Beziehung sprechen können.

In diesen Gesprächen geht es darum, den Partnern klar zu machen, dass die sexuellen Störungen auf die Krankheit zurück zu führen sind. Wurden die Beeinträchtigungen aufgedeckt, gilt es, diese zu beseitigen.

Sexualität beginnt im Kopf und diese Richtung sollten beide Seiten einschlagen: das Sexleben kann auf vielfältige Art gestaltet werden. Dabei spielen die äußerlichen Faktoren sowie das gegenseitige Verhalten eine Rolle. Wichtig sind vertrauliche Gespräche, auf die beide Partner sich einlassen.

Doch nicht nur im Rahmen einer Therapie sind Gespräche wichtig - auch untereinander, in Zweisamkeit ist es entscheidend, miteinander zu reden. So sollten Wünsche, Ängste und Zweifel angesprochen werden, um Versagensängste und somit einen unnötigen Druck zu vermeiden.

  • Man sollte für eine romantische Stimmung sorgen und nicht aus Bequemlichkeit oder Gewohnheit darauf verzichten.
  • Man sollte seinem Partner seine Wünsche und Vorstellungen mitteilen.
  • Mitunter kann es sinnvoll sein, die Rollen neu zu verteilen; war der an Parkinson erkrankte Partner bislang immer derjenige, der die Initiative ergriffen hat, sollte der andere Partner nun einspringen.
  • Für das Liebesspiel sollte man sich stets genügend Zeit nehmen.
  • Auch im Alltag sollten Zärtlichkeiten ausgetauscht werden.

Quellen:

  • Roger C. Duvoisin: Die Parkinson-Krankheit, Hippokrates, Stgt., 1994, ISBN 3777310859
  • Annelies Laschitza: Leben mit Parkinson, Frieling u. P., Bln., 2003, ISBN 382802002X
  • Wolfgang Hausotter: Parkinson in der Praxis, Huber, Bern, 2003, ISBN 3456839707
  • Reiner Thümler: Parkinson-Krankheit. Ein Leitfaden für Betroffene und Therapeuten, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2001, ISBN 3540644237
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • Mature woman having problems in bed with husband © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema