16. Mai 2011
Inés Ibanez-Tallon arbeitet am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin. Ihre neueste Studie hat sie in der Fachzeitschrift "Neuron" veröffentlicht (Maiausgabe). Sie hat bestätigt, dass Nikotinabhängigkeit auch genetisch bedingt ist.
Und sie brachte etwas mehr Klarheit in den zugrundeliegenden genetischen Mechanismus: Bereits bekannt war, dass der Rezeptor für den Botenstoff Acetylcholin bei Rauchern von Nikotin aktiviert wird. Diese Rezeptoren finden sich nur in der Hirnregion Habunela (Zügel). Bekannt war auch, dass starke Raucher eine Veränderung des Gens alpha 5 haben. Und zwar nicht durch das Rauchen, sondern schon davor.
Tallons wissenschaftlicher Beitrag ist nun, dass sie das Gen beta 4 auch als raucherspezifisch klassifizieren konnte. Beta 4 kontrolliert nämlich die Anzahl der funtionierenden Nikotinrezeptoren. Im Tierversuch mit Mäusen wurde beta 4 überaktiviert und alpha 5 abgeschaltet. Die Mäuse tranken kein Tabakwasser mehr. Dann wurde alpha 5 wieder aktiviert, mit der Folge, dass die Mäuse nur noch nikotinhaltiges Wasser wollten.
Diese beiden Gene und die Nikotinrezeptoren seien die genetischen Hauptverantwortlichen für die Nikotinsucht, sagt die Wissenschaftlerin.
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