16. September 2008
Von Tanja Tasci
Tablettensucht wird oft unterschätzt und lange nicht entdeckt. Die Einnahme von Medikamenten gehört oft zum Alltag, doch was viele nicht wissen, viele Medikamente können in die Abhängigkeit führen. Betroffen sind nicht nur Frauen wie oft geglaubt, sondern beide Geschlechter können gleichermaßen unter einer Tablettensucht leiden.
Der schnelle Griff zur Kopfschmerztablette im Büro, eine Beruhigungstablette in Extremsituationen oder ein Schlafmittel bei Einschlafproblemen sind schon lange Alltag und fast jeder hat eine Auswahl an Medikamenten zu Hause um schnelle Hilfe zur Hand zu haben. Wer Medikamente gezielt und überlegt einnimmt ist auch bei regelmäßiger Einnahme nicht unbedingt Tablettensüchtig. Doch die Grenze ist fließend und immer mehr Menschen greifen vorbeugend zur Tablette und benötigen immer größere Mengen in immer kürzeren Abständen um eine Wirkung zu spüren. In erster Linie findet der Medikamentenmissbrauch mit Schmerz-, Schlaf- und Beruhigungsmitteln statt, aber auch Abführmittel, Anregungsmittel und Appetitzügler sind häufig missbrauchte Medikamente.
Natürlich ist nicht jeder der Tabletten einnimmt gleich süchtig, doch die Grenze ist sehr verschwommen und so bekommt selbst das nächste Umfeld oft Jahre lang nichts von einer Tablettensucht mit. Tablettensucht kommt in allen Bevölkerungsschichten vor, auch wenn des öfteren von einer Oberschichtsucht die Rede ist. Viele Betroffene schlittern unbewusst in die Tablettensucht und sind sich oft lange Zeit selbst nicht im Klaren darüber, dass sie von den Medikamenten längst abhängig sind. Die Beschaffung der Tabletten ist für die Betroffenen sehr einfach, da viele Medikamente frei verkäuflich in der Apotheke zur Verfügung stehen, mit der Zeit gewöhnen sich Abhängige an, mehrere Apotheken zu nutzen um Nachfragen durch den Apotheker zu vermeiden.
Wie bei allen Suchtkrankheiten ist auch bei der Tablettensucht oft eine persönliche Überforderung die Grundlage damit es überhaupt zur Sucht kommt. Ein desolates Umfeld und Familienprobleme können genauso die Ursache der Tablettensucht sein wie Stress am Arbeitsplatz oder die Angst zu versagen. Der psychische und psychosoziale Aspekt ist bei einer Tablettensucht nicht zu vernachlässigen, denn wie bei jeder Sucht, ist auch die Tablettensucht ein Hilfsmittel dem Alltag zu bewältigen und den Anforderungen des Umfelds stand zu halten. Doch auch körperliche Auslöser können zu einer Tablettensucht führen, so leiden Tablettensüchtige häufig unter chronischen Schmerzen, chronischer Schlaflosigkeit, Übergewicht oder sonstigen körperlichen Beschwerden, die die Betroffenen immer wieder zu Medikamenten greifen lassen.
Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 1,5 bis 1,9 Millionen Bundesbürger an einer Tablettensucht leiden und sich dieser Tatsache oft selbst nicht bewusst sind. Während früher häufig Frauen unter einer Tablettensucht leiden, sind heute auch immer mehr Tablettensüchtige Männer zu finden und auch Altersgrenzen gibt es kaum. Mit zunehmenden Alter wird der Anteil der Tablettenabhängigen jedoch höher, dahier aus gesundheitlichen Gründen häufig ein regelmäßiger Tablettenkonsum schon vorgegeben ist und auch die Einnahme von Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmitteln steigt. Gerade im Alter wird der zusätzliche Tablettenkonsum gerne übersehen und so sind sich Betroffene selten bewusst, dass sie oft schon Jahre unter der Abhängigkeit leiden, denn Gründe für die Einnahme von Tabletten gibt es aus der Sicht der Betroffenen immer.
4 Jahre lang war ich Schmerzmittelsüchtig.Hypnosetherapie hat mir mein normales Leben wieder gegeben!!Wegen Rückenschmerzen/Wirbelsäule habe i...
Lesermeinung schreiben |
11.02.12 | |
![]() | MEDIKAMENTENABHäNGIGKEIT |
31.01.12 | |
![]() | MEDIKAMENTENABHäNGIGKEIT |
15.01.12 | |
![]() | MEDIKAMENTENABHäNGIGKEIT |
04.01.12 | |
![]() | MEDIKAMENTENABHäNGIGKEIT |
03.11.11 | |
![]() | MEDIKAMENTENABHäNGIGKEIT |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Medikamentenabhängigkeit Forum

