Magenkrebs - Ursachen, Symptome und Behandlung

Es gibt viele Risikofaktoren, die zu einem Magenkrebs führen können. Wie die Krankheit verläuft, hängt davon ab, wie frühzeitig der Krebs diagnostiziert wird. Magenkrebs verursacht lange Zeit keine Symptome. Die Diagnose stellt häufig der Hausarzt oder Internist.

Die Entstehung von Magenkrebs und wie man das Magenkarzinom erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei Magenkrebs (Magenkarzinomen) handelt es sich um bösartige Neubildungen von Magenzellen. Liegt ein frühes Stadium vor, betreffen die Gewebeveränderungen lediglich die Oberfläche der Magenschleimhaut, sodass eine Behandlung noch gut möglich ist.

Insgesamt gilt die Entwicklung von Magenkrebs weltweit als rückläufig, da gute Vorsorge- und Früherkennungsprogramme zur Verfügung stehen. Die Karzinome treten oft um das 60. Lebensjahr auf; dabei sind Männer häufiger betroffen, als Frauen.

Ursachen

Ärzte kennen viele Risikofaktoren, die zu einem Magenkrebs führen können, dies jedoch nicht zwingend müssen. Dazu gehören

  • das Rauchen
  • der Alkohol und auch
  • regelmäßiger Verzehr von zu salzigen oder gegrillten Speisen.

Krankheiten wie gutartige Geschwülste im Magenbereich oder eine bestimmte Form der Magenschleimhautentzündung können ebenfalls zu Magenkrebs führen. Bei sehr vielen Patienten mit Magenkrebs findet sich auch das Bakterium Helicobacter pylori im Magen, so dass dies die Krankheit vermutlich fördern kann. Auch Magenpolypen sowie der Morbus Ménétrier gehören dazu.

Wenn in der Familie bereits ein Betroffener mit Magenkrebs zu finden ist, haben die anderen Familienangehörigen ein erhöhtes Risiko, ebenfalls selbst an Magenkrebs zu erkranken. Die Veranlagung kann somit vererbt werden.

Verlauf

Wird der bösartige Tumor im Bereich des Magens frühzeitig erkannt und behandelt, bestehen gute Heilungschancen. Je später der Krebs jedoch diagnostiziert wird, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich bereits Metastasen gebildet haben.

In diesem Stadium kann der Magenkrebs häufig nicht mehr geheilt werden. Nur noch ein Drittel aller Patienten leben dann länger als fünf Jahre, wenn der Krebs so spät festgestellt wird.

Symptome

Zu Beginn der Erkrankung spüren Patienten mit Magenkrebs noch keine erkrankungstypischen Symptome. Sie bemerken lediglich hin und wieder Bauchschmerzen sowie die Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel.

Dies führen die Patienten jedoch noch nicht auf eine Erkrankung zurück. In diesem Stadium verursacht der Magenkrebs noch keine Schmerzen.

Im Verlauf der Erkrankung nehmen die Patienten an Gewicht ab und haben häufig Schmerzen beim Schlucken. Viele Patienten leiden auch unter Sodbrennen und haben etwas erhöhte Temperatur.

Erst in einem etwas fortgeschritteneren Stadium erbrechen die Patienten Blut und auch der Stuhlgang kann dunkel gefärbt sein (so genannter Teerstuhl). Die Patienten sind dann auch nicht mehr belastbar.

Wenn der Magenkrebs bereits Metastasen gestreut hat, können die Patienten weitere Symptome bemerken wie zum Beispiel Wasser im Bauch oder geschwollene Lymphknoten.

Diagnose

Im Rahmen der Diagnose müssen Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden auslösen können, ausgeschlossen werden. Dazu zählen

  • Magengeschwüre
  • Magenpolypen
  • Reizmagen sowie
  • Erkrankungen von benachbarten Organen.

Körperliche Untersuchung

Wenn ein Patient derartige Symptome schildert, muss dies nicht zwingend ein Magenkrebs sein. Viele andere Krankheiten äußern sich durch ähnliche Beschwerden.

Der Arzt führt daher zu Beginn seiner Diagnostik eine umfangreiche körperliche Untersuchung durch. Er tastet den Bauch des Patienten ab und misst Puls und Blutdruck.

Beim Abtasten des Bauches kann bei sehr schlanken Menschen der Magenkrebs ertastet werden. Auch Metastasen in der Leber sind über die Bauchdecke zu tasten.

Vergrößerte Lymphknoten fallen dem Arzt zusätzlich auf. Auch wenn sich bereits Wasser im Bauchraum gebildet hat, kann dies der Arzt im Rahmen der körperlichen Untersuchung diagnostizieren.

Blutbild und Stuhluntersuchung

Anschließend wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei fällt auf, dass der Patient durch das blutende Geschwür bereits viel Blut verloren hat und deshalb an einem Eisenmangel leidet.

Neben den allgemeinen Blutwerten werden auch die so genannten Tumormarker im Blut bestimmt. Diese Werte sind erhöht, wenn eine Krebserkrankung im Körper vorliegt. Man kann anhand dieser Erhöhung jedoch nicht ablesen, wo sich der Krebs befindet.

Klagt der Patient über dunkel gefärbten Stuhlgang, kann das Blut im Stuhl durch so genannte Stuhlbriefchen, den Hämoccult-Test, nachgewiesen werden. Der Patient muss dazu eine Stuhlprobe auf ein Testbriefchen geben.

In der Arztpraxis wird das Testbriefchen mit einer speziellen Lösung beträufelt, die unsichtbares Blut sichtbar macht. Befindet sich Blut im Stuhl, verfärbt sich das Testbriefchen.

Die Magenspiegelung

Im Rahmen der Diagnostik eines Magenkrebses, der Mediziner sagt auch Magenkarzinom, wird in jedem Fall eine Magenspiegelung durchgeführt. Der Patient muss für diese Untersuchung nüchtern beim Arzt erscheinen.

Vor der Untersuchung wird dem Patienten ein Spray in den Rachen gesprüht, das eine betäubende Wirkung hat. Der Patient muss dadurch nicht so heftig würgen, wenn der Arzt das Endoskop durch den Mund einführt. Bevor der Arzt jedoch mit der Untersuchung beginnt, wird dem Patienten meist ein leichtes Beruhigungsmittel gespritzt.

Das Endoskop ist ein langer biegsamer Schlauch, der bei der Magenspiegelung über den Mund durch die Speiseröhre bis in den Magen eingeführt wird. Am Ende des Schlauches befinden sich eine Lichtquelle sowie eine Kamera, die der Arzt mit dem Endoskop steuern kann.

Während der Untersuchung können Gewebeproben entnommen und in ein Labor gesandt werden. Die Proben werden mit Hilfe einer dünnen Zange entnommen, die über das Endoskop eingeführt wird.

Nach der Untersuchung, die in der Regel nur wenige Minuten dauert, werden die Proben unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Eine der Proben wird in der Arztpraxis auf das Bakterium Helicobacter pylori hin untersucht.

Ultraschall, Röntgen und CT zur Diagnose von Metastasen

Meist werden noch etliche weitere Untersuchungen durchgeführt. Auf jeden Fall wird der Arzt in seiner Praxis eine Ultraschalluntersuchung der inneren Organe durchführen. Hier können bereits eventuelle Metastasen diagnostiziert werden.

Zur sicheren Diagnose von Metastasen werden eine Röntgenaufnahme sowie eine Computertomografie durchgeführt. Bei einer besonderen Form der Röntgenuntersuchung muss der Patient zuvor Kontrastmittel schlucken.

Anschließend wird eine Röntgenaufnahme des Magen-Darm-Bereiches gemacht. Durch das Kontrastmittel kann diagnostiziert werden, wie sich der Tumor bereits ausgeweitet hat.

Da der Magenkrebs Metastasen in den Knochen bilden kann, wird zum Ausschluss dieser Knochenmetastasen eine Szintigrafie des Skelettes durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt ebenfalls mit Kontrastmittel.

Geben diese Untersuchungen noch keine eindeutige Auskunft über das Bestehen eines Magenkrebses, so wird eine Laparoskopie durchgeführt. Mit Hilfe kleiner Schnitte im Bauchbereich werden Instrumente bis in den Magen des Patienten eingeführt, so dass der Tumor hier direkt betrachtet werden kann. Vor der Untersuchung erhält der Patient eine Vollnarkose.

Sind all diese Untersuchungen abgeschlossen, kann die Diagnose Magenkrebs gestellt werden. Durch die Untersuchungen weiß der Arzt nun auch, in welchem Stadium sich der Tumor befindet und ob sich bereits Metastasen in den Knochen, den Lymphknoten, der Lunge, dem Dickdarm usw. gebildet haben.

Therapie

Akuttherapie

Konnte der Magenkrebs frühzeitig diagnostiziert werden, kann er häufig gut herausoperiert werden. Ziel ist es in jedem Fall, den kompletten Tumor aus dem Bereich des Magens entfernen zu können.

Der Arzt entfernt neben dem Tumor auch noch das umliegende Gewebe sowie zum Beispiel die Milz. Je nachdem, wo sich der Tumor genau befindet und wie groß er ist, kann eine (teilweise) Magenentfernung notwendig werden. Sind Lymphknotenmetastasen vorhanden, werden diese ebenfalls entfernt.

In einigen Fällen muss auch ein Teil der Speiseröhre entfernt werden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Karzinome sich am Mageneingang befinden. Dann wird der Magenrest mit dem Dünndarm verbunden.

Wenn es die Situation erlaubt, wird ein Ersatzmagen gebildet. Wird der gesamte Magen entfernt, ist die Aufnahme von Vitamin B12 nicht mehr möglich, da das dafür nötige Koenzym durch die völlige Entfernung des Magens fehlt. In diesem Fall ist ein Teil der Nachsorge die regelmäßige Injektion von Vitamin B12.

Eine Operation wird auch dann durchgeführt, wenn der Tumor zu groß ist, um ihn komplett zu entfernen. Der Patient kann dann zwar durch den operativen Eingriff nicht mehr geheilt werden, jedoch kann ihm das Leben durch die Operation erleichtert werden.

Eine Chemotherapie wird im Rahmen der Magenkrebsbehandlung eher seltener eingesetzt, da der Magenkrebs darauf nur unzureichend reagiert. Lediglich wenn Metastasen bestehen, bewirkt die Chemotherapie gute Behandlungserfolge.

Die Chemotherapie wird in einigen Fällen auch vor einer Operation durchgeführt, um einen sehr großen Tumor zu verkleinern. Dieser kann dann oftmals leichter entfernt werden.

Handelt es sich um einen inoperablen Magenkrebs, erfolgt häufig eine Strahlentherapie. Die Patienten können dann jedoch in der Regel nicht geheilt werden. Neben diesen Behandlungsmethoden gibt es viele weitere, so zum Beispiel eine spezielle Lasertherapie.

Möglich ist mitunter auch eine Immuntherapie, die zur Zeit jedoch nur in klinischen Studien durchgeführt wird. Im Rahmen dieser Behandlung stimuliert man das körpereigene Immunsystem, um Tumorzellen abzutöten.

Rehabilitation

Im Anschluss an die Akutbehandlung erfolgt meist eine mehrwöchige Rehabilitationsbehandlung, in der die Patienten lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen. Magenkrebspatienten müssen ihre Ernährung umstellen (viele kleine Portionen, viel Flüssigkeit, fettarm) und erhalten während der Reha diesbezüglich umfassende Schulungen.

Vorbeugung

Um einem Magenkrebs vorzubeugen, sollte man sich gesund und vitaminreich ernähren und wenig fettreiche Mahlzeiten zu sich nehmen. Auch der Verzicht auf Nikotin und Alkohol beugen einem Magenkrebs vor.

Quellen:

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  • Christoph Wagener, Oliver Müller: Molekulare Onkologie: Entstehung, Progression, klinische Aspekte, Thieme Verlagsgruppe, 2009, ISBN 3131035137
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