2. Mai 2009
Magenkrebs verursacht lange Zeit keine Symptome. Die Diagnose stellt häufig der Hausarzt oder Internist.
Zu Beginn der Erkrankung spüren Patienten mit Magenkrebs noch keine erkrankungstypischen Symptome. Sie bemerken lediglich hin und wieder Bauchschmerzen sowie die Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel. Dies führen die Patienten jedoch noch nicht auf eine Erkrankung zurück. In diesem Stadium verursacht der Magenkrebs noch keine Schmerzen.
Im Verlauf der Erkrankung nehmen die Patienten an Gewicht ab und haben häufig Schmerzen beim Schlucken. Viele Patienten leiden auch unter Sodbrennen und haben etwas erhöhte Temperatur. Erst in einem etwas fortgeschritteneren Stadium erbrechen die Patienten Blut und auch der Stuhlgang kann dunkel gefärbt sein (so genannter Teerstuhl). Die Patienten sind dann auch nicht mehr belastbar.
Wenn der Magenkrebs bereits Metastasen gestreut hat, können die Patienten weitere Symptome bemerken wie zum Beispiel Wasser im Bauch oder geschwollene Lymphknoten.
Wenn ein Patient derartige Symptome schildert, muss dies nicht zwingend ein Magenkrebs sein. Viele andere Krankheiten äußern sich durch ähnliche Beschwerden. Der Arzt führt daher zu Beginn seiner Diagnostik eine umfangreiche Untersuchung durch. Er tastet den Bauch des Patienten ab, misst Puls und Blutdruck und führt eine allgemeine körperliche Untersuchung durch. Beim Abtasten des Bauches kann bei sehr schlanken Menschen der Magenkrebs ertastet werden. Auch Metastasen in der Leber sind über die Bauchdecke zu tasten. Vergrößerte Lymphknoten fallen dem Arzt zusätzlich auf. Auch wenn sich bereits Wasser im Bauchraum gebildet hat, kann dies der Arzt im Rahmen der körperlichen Untersuchung diagnostizieren.
Anschließend wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei fällt auf, dass der Patient durch das blutende Geschwür bereits viel Blut verloren hat und deshalb an einem Eisenmangel leidet. Neben den allgemeinen Blutwerten werden auch die so genannten Tumormarker im Blut bestimmt. Diese Werte sind erhöht, wenn eine Krebserkrankung im Körper vorliegt. Man kann anhand dieser Erhöhung jedoch nicht ablesen, wo sich der Krebs befindet.
Klagt der Patient über dunkel gefärbten Stuhlgang, kann das Blut im Stuhl durch so genannte Stuhlbriefchen, den Hämoccult-Test, nachgewiesen werden. Der Patient muss dazu eine Stuhlprobe auf ein Testbriefchen geben. In der Arztpraxis wird das Testbriefchen mit einer speziellen Lösung beträufelt, die unsichtbares Blut sichtbar macht. Befindet sich Blut im Stuhl, verfärbt sich das Testbriefchen.
Im Rahmen der Diagnostik eines Magenkrebses, der Mediziner sagt auch Magenkarzinom, wird in jedem Fall eine Magenspiegelung durchgeführt. Der Patient muss für diese Untersuchung nüchtern beim Arzt erscheinen. Vor der Untersuchung wird dem Patienten ein Spray in den Rachen gesprüht, das eine betäubende Wirkung hat. Der Patient muss dadurch nicht so heftig würgen, wenn der Arzt das Endoskop durch den Mund einführt. Bevor der Arzt jedoch mit der Untersuchung beginnt, wird dem Patienten meist ein leichtes Beruhigungsmittel gespritzt. Das Endoskop ist ein langer biegsamer Schlauch, der bei der Magenspiegelung über den Mund durch die Speiseröhre bis in den Magen eingeführt wird. Am Ende des Schlauches befinden sich eine Lichtquelle sowie eine Kamera, die der Arzt mit dem Endoskop steuern kann. Während der Untersuchung können Gewebeproben entnommen werden und in ein Labor gesandt werden. Die Proben werden mit Hilfe einer dünnen Zange entnommen, die über das Endoskop eingeführt wird. Nach der Untersuchung, die in der Regel nur wenige Minuten dauert, werden die Proben unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht. Eine der Proben wird in der Arztpraxis auf das Bakterium Helicobacter pylori hin untersucht.
Meist werden noch etliche weitere Untersuchungen durchgeführt. Auf jeden Fall wird der Arzt in seiner Praxis eine Ultraschalluntersuchung der inneren Organe durchführen. Hier können bereits eventuelle Metastasen diagnostiziert werden.
Zur sicheren Diagnose von Metastasen werden eine Röntgenaufnahme sowie eine Computertomografie durchgeführt.
Bei einer besonderen Form der Röntgenuntersuchung muss der Patient zuvor Kontrastmittel schlucken. Anschließend wird eine Röntgenaufnahme des Magen-Darm-Bereiches gemacht. Durch das Kontrastmittel kann diagnostiziert werden, wie sich der Tumor bereits ausgeweitet hat.
Da der Magenkrebs Metastasen in den Knochen bilden kann, wird zum Ausschluss dieser Knochenmetastasen eine Szintigrafie des Skelettes durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt ebenfalls mit Kontrastmittel.
Geben diese Untersuchungen noch keine eindeutige Auskunft über das Bestehen eines Magenkrebses, so wird eine Laparoskopie durchgeführt. Mit Hilfe kleiner Schnitte im Bauchbereich werden Instrumente bis in den Magen des Patienten eingeführt, so dass der Tumor hier direkt betrachtet werden kann. Vor der Untersuchung erhält der Patient eine Vollnarkose.
Sind all diese Untersuchungen abgeschlossen, kann die Diagnose Magenkrebs gestellt werden. Durch die Untersuchungen weiß der Arzt nun auch, in welchem Stadium sich der Tumor befindet und ob sich bereits Metastasen in den Knochen, den Lymphknoten, der Lunge, dem Dickdarm usw. gebildet haben.
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