Magenblutung (z.B. als Symptom schwerer innerer Erkrankungen) - Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Magenblutung kann symptomatisch für unterschiedliche Erkrankungen sein. In jedem Fall ist eine Behandlung durch einen Arzt erforderlich, denn ein starker Blutverlust im Magen kann nicht nur auf schwerwiegende Erkrankungen hinweisen, sondern selbst lebensbedrohlich sein.

Die Entstehung einer Magenblutung und wie man sie erkennen und behandeln kann

Als Magenblutung bezeichnet man einen Blutverlust im Magen, der sich vor allen Dingen als Bluterbrechen oder Teerstuhl zeigt. Handelt es sich um chronische Sickerblutungen mit geringem Ausmaß, können Beschwerden auch ausbleiben.

Ursachen

Eine Magenblutung ist meist die Folge einer Grunderkrankung. Häufig sind dies

Aber auch Medikamente sowie Krampfadern im Magen können eine Magenblutung verursachen.

Die Blutung aus dem Geschwür zählt zu den mitunter lebensbedrohlichen Komplikationen dieser Erkrankung. Sie geht oft mit Übelkeit und blutigem Erbrechen einher.

Durch den Blutverlust kann es zu Müdigkeit, in schweren Fällen auch zu einem Kreislaufschock, kommen. Bei sehr starken Blutungen ist eine operative Entfernung des Geschwürs häufig unumgänglich.

Die Gastritis verläuft in der Regel harmlos. Nicht behandelt, kann eine Gastritis jedoch zu zahlreichen Komplikationen wie Magenblutungen führen. Dabei erbrechen Betroffene mitunter große Blutmengen.

Auch Magenkrebs kann zu Blutungen des Magens führen. Verantwortlich hierfür sind Tumore, die in Blutgefäße einwachsen und sie dadurch beschädigen.

Ursächlich für die Magenblutung können auch Krampfadern im Magen sein, die etwa als Folge einer Leberzirrhose entstehen. Auch hier können die Blutunken akut lebensbedrohlich sein.

Verlauf

Bei einer Magenblutung handelt es sich immer um eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Wie sich der Krankheitsverlauf gestaltet, hängt von der auslösenden Grunderkrankung ab. Wenn diese Grundkrankheit behandelt werden kann, hören in der Regel auch die Blutungen aus dem Magen auf.

Kann die Grundkrankheit jedoch nur unzureichend behandelt werden, treten die Magenblutungen meist immer wieder auf. Im Allgemeinen verstirbt jeder zehnte Patient an einer Blutung im Magen-Darm-Bereich.

Symptome

Den Patienten mit einer Magenblutung ist übel und sie müssen erbrechen. Charakteristisch für eine Magenblutung ist, dass dem Erbrochenen Blut beigemischt ist.

Auch der verfärbte Stuhlgang ist typisch für eine Magenblutung: Der Stuhl ist entweder ebenfalls blutig oder auch teerschwarz (so genannter Teerstuhl). Allgemein fühlen sich die Patienten schlapp, sind äußerst blass und im schlimmsten Fall kollabiert der Kreislauf aufgrund des hohen Blutverlustes.

Spätestens dann stellt die Magenblutung einen lebensbedrohlichen Zustand dar, der sofort ärztlich behandelt werden muss. Je nach zugrunde liegender Krankheit können auch andere Symptome wie

hinzukommen.

Diagnose

Je nachdem, wie ernst der Zustand des Patienten ist, erfolgt die Diagnostik einer Magenblutung in der Hausarztpraxis oder im Krankenhaus. Der Arzt

Haben die Patienten bereits große Kreislaufprobleme, erkennt dies der Arzt an einem beschleunigten Pulsschlag sowie kaltem Schweiß. Den Patienten ist dann auch schwindelig. Zunächst wird der Stuhl mithilfe des Hämoculttests auf Blut untersucht.

In jedem Fall wird eine Magenspiegelung durchgeführt. Je nachdem, wie viel Blut sich im Magen befindet, hilft dem Arzt dieser Eingriff jedoch oftmals nicht für die Diagnosestellung, da aufgrund der Blutmengen keine eindeutige Aussage möglich ist. Während der Diagnostik ist es von entscheidender Bedeutung, herauszufinden, woher die Blutung kommt.

Der Patient erhält vor der Magenspiegelung ein betäubendes Spray in den Rachen gesprüht, um den Würgereiz, der durch das Einführen des Endoskops entsteht, zu minimieren. Der Arzt spritzt dem Patienten dann ein leichtes Beruhigungsmittel und führt anschließend einen langen biegsamen Schlauch durch den Mund des Patienten in den Magen ein und kann während dieser Untersuchung meist feststellen, wo die Magenblutung ihren Ursprung hat.

Während dieser Untersuchung kann der Arzt auch mit Hilfe einer dünnen Zange, die über das Endoskop eingeführt wird, eine Gewebeprobe entnehmen. Diese Probe wird nach der Untersuchung unter dem Mikroskop untersucht. Liegt eine starke Einblutung in den Magen vor, können Magensonden das Blut aus dem Magen abtransportieren und ihn so entlasten.

Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt ebenfalls den Magen und die anderen Organe begutachten. Abschließend wird auch das Blut des Patienten untersucht, um feststellen zu können, wie viel Blut der Patient bereits verloren hat. Dies kann unter anderem am Hämoglobinwert diagnostiziert werden.

Eine frühzeitige Abklärung der Magenblutung ist in jedem Fall nötig. Nur so können Beschwerdefreiheit erreicht und schwere Komplikationen vermieden werden.

Behandlung

Da es sich meist um einen lebensbedrohlichen Zustand handelt, wird ein Patient mit Magenblutungen sofort in ein Krankenhaus eingewiesen. Hier muss der Kreislauf des Patienten sofort stabilisiert werden, damit er nicht in einen Schockzustand kommt und der Kreislauf versagt.

Die Behandlung der Magenblutung erfolgt meist auf einer Intensivstation. Da die Patienten durch die Magenblutung viel Blut verlieren, erhalten sie Blutkonserven verabreicht, um den massiven Blutverlust auszugleichen.

Je nachdem, was die Ursache der Magenblutung darstellt, besteht eine Behandlungsmöglichkeit darin, dass zum Beispiel ein Verödungsmittel in den Magen gespritzt wird, das das gerissene Blutgefäß wieder verschließt und die Blutung somit zum Stillstand gelangt. Dieses Medikament kann häufig im Rahmen einer Endoskopie gespritzt werden.

In einigen Fällen erfolgt auch ein operativer Eingriff, bei dem das Blutgefäß mit Klammern oder anderen Hilfsmitteln verschlossen wird. Dazu wird in einigen Kliniken auch ein Laser verwendet.

Vorbeugung

Da eine Magenblutung meist ein Symptom darstellt, kann diese nur vermieden werden, wenn die Risikofaktoren der Grunderkrankung beachtet werden. Grundsätzlich sollte sofort ein Notarzt gerufen werden, wenn ein Patient Blut erbricht, da es sich hierbei immer um einen Notfall handelt.

Quellen:

  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • magen illustration © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema