4. November 2008
Von Elke Imle
Mit der Diagnose "Lungenkrebs" verbinden die meisten Menschen bereits ein Todesurteil. Wenige wissen, dass auch an der Lunge operiert werden kann - und manchmal dadurch Leben gerettet oder verlängert werden kann.
Um an der Lunge operieren zu können, muss der Patient zunächst eine Vollnarkose bekommen. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten für den Chirurg, einen Zugang zur Lunge zu schaffen. Er kann zum Beispiel durch den Rippenzwischenraum einen Schnitt setzen oder durch das Brustbein hindurch schneiden. Die Schnitte und anschließende Narben sind nicht groß, weil die Kameras und Operationsinstrumente mittlerweile schon so klein sind, dass sie durch kleine Schnitte eingeführt werden können.
Der Chirurg sieht auf einem Monitor alles, was die Kamera im Inneren abfilmt. Durch einen zweiten Schnitt kann der Chirurg dann zum Beispiel ein Skalpell einführen und eine Gewebeprobe entnehmen. Die Gewebeprobe wird meist noch während der Operation von einem Pathologen untersucht. Durch das Schnellschnittverfahren, das der Pathologe mit dem Gewebe durchführt, kann der Chirurg die weitere Operation nach dem Befund richten.
Wenn die Lungenlappen zum Beispiel von Tumoren durchsetzt sind, kann ein Lappen (Lobektomie) oder zwei (Bilobektomie) entfernt werden.
Muss ein gesamter Lungenflügel entfernt werden, spricht man von einer Pneumonektomie, die durchgeführt werden muss.
Am Schluss der jeweiligen Operation werden meist Drainagen gelegt, die die Wundflüssigkeit herausziehen. Nach einem oder mehreren Tagen kann die Drainage bei vollem Bewusstsein des Patienten gezogen werden.
Komplikationen bei einer Operation an der Lunge können Schädigungen im gesamten Operationsgebiet sein, wobei auch andere Organe betroffen sein können. Blutergüsse sind nahezu unvermeidlich. Tritt ein Taubheitsgefühl auf, kann es durchaus auch bestehen bleiben, weil sich die durchtrennten Nerven nicht wieder erneuern können.
kommt zur starken Leistungsminderung und vereinzelt auch Atemnöten, wenn ein gesamter Lungenflügel entnommen werden musste. Der Körper und auch die Psyche müssen sich erst an den neuen Zustand gewöhnen.
Wurde ein gesamter Lungenflügel entnommen, sammelt sich zunächst in der Höhle, in welcher der Lungenflügel lag, Flüssigkeit an. Diese wird dann bindegewebeartig umgebaut.
Durch eine Operation an der Lunge kann zwar geschädigtes Gewebe entnommen werden, für Lungenkrebspatienten gibt es jedoch trotz Operation eine schlechte Prognose für die völlige Gesundung. Nur etwa 5% der Patienten leben auch mit Operation noch länger als fünf Jahre.
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