Kopflausbefall - Befall durch Kopfläuse in den Haaren

Unter Kopflausbefall versteht man das Vorkommen von Kopfläusen in den menschlichen Haaren. Sie treten vor allem bei Kindern auf.

Kopfläuse werden in der Regel durch direkten Körperkontakt von Kopf zu Kopf übertragen

Bei Kopfläusen handelt es sich um flügellose, kleine Insekten, die eine blassgraue Farbe aufweisen. Sie kommen bei etwa 1-3 Prozent aller Kinder in den Industriestaaten vor und siedeln sich an menschlichen Haarschäften in Kopfhautnähe an. Handelt es sich bei den Betroffenen um Kinder und Jugendliche, die in Einrichtungen betreut werden, also etwa in Kindergärten, Heimen und Schulen, besteht gemäß §34 des Infektionsschutzgesetzes eine Meldepflicht.

Hierzulande ist die Prognose bei einer sorgfältigen Behandlung gut; die Läuse gelten hier nicht als Überträger von weiteren Infektionskrankheiten. In anderen Ländern jedoch ist es durchaus möglich, dass es durch einen Kopflausbefall beispielsweise zu Fleckfieber kommen kann.

Entwicklung der Kopflaus

Eine Kopflaus erreicht eine Länge von zwei bis drei Millimetern. Von den Lausweibchen werden pro Tag mehrere Eier gelegt, die sich in transparenten Hüllen befinden. Die Eier, die auch als Nissen bezeichnet werden, kleben am Haaransatz an den Kopfhaaren fest.

Nach etwa sieben Tagen kommt es zum Schlüpfen der Kopflaus-Larven. Die leeren Nissen sind dann leichter zu erkennen, da sie heller werden.

Wenn das Haar wächst, wird der Abstand zwischen den Nissen und der Kopfhaut jeden Monat etwa einen Zentimeter größer. Die Kopflaus-Larven, die den Kopf in den ersten sieben Tagen nicht verlassen, entwickeln sich in einem Zeitrahmen von zehn Tagen zu geschlechtsreifen Läusen weiter.

Übertragung

Krankheiten werden durch Kopfläuse hierzulande nicht verbreitet. Grundsätzlich kann jeder Mensch von Kopfläusen befallen werden.

Übertragen werden die Insekten, die nicht fliegen können, zumeist durch direkten Körperkontakt von Kopf zu Kopf. Der Befall kann trotz umfangreicher Hygiene eintreten.

Manchmal werden die Läuse auch durch gemeinsam benutzte

übertragen. Dagegen kommt es durch Haustiere nicht zu einer Übertragung. Besonders häufig erfolgt Kopflausbefall in Herbst und Winter.

Oftmals treten dann regelrechte Epidemien in Schulen oder Kindergärten auf, wobei auch Familienangehörige häufig angesteckt werden. Besonders betroffen von Kopfläusen sind Kinder, die zwischen fünf und zehn Jahre alt sind.

Kopfläuse benötigen alle vier bis sechs Stunden eine Blutmahlzeit. Ohne eine solche Mahlzeit kommt es zur Austrocknung der Parasiten. Nach ca. zwei bis drei Tagen sterben sie dann ab.

Symptome

Durch den Biss der Läuse gelangen über den Speichel bestimmte Sekrete in die Kopfhaut, was lästigen Juckreiz zur Folge hat. Zudem kann es im Nackenbereich und hinter den Ohren zu Hautausschlag kommen. Auch eitrige Entzündungen und Lymphknotenschwellungen im Nacken- und Halsbereich sind möglich.

Diagnose

Die Läuse zu erkennen, ist anfangs nicht leicht. Mithilfe einer Lupe können die Nissen jedoch entdeckt werden. Zumeist befinden sie sich

  • hinter den Ohren
  • an den Schläfen und
  • am Nacken.

Im Unterschied zu Kopfschuppen haften sie fest an den Haaren und lassen sich nicht abstreifen. Bei erwachsenen Menschen können auch Bart- oder Achselhaare von den Läusen befallen sein.

Behandlung

Besteht Verdacht auf Kopflausbefall, sollte man einen Arzt aufsuchen, damit eine wirksame Behandlung erfolgen kann, denn von alleine verschwinden die lästigen Parasiten nicht.

Chemische Behandlung

Zum Einsatz kommen vor allem Lösungen mit Pyrethrum. Dieser Wirkstoff wird aus einer Chrysanthemen-Art gewonnen und tötet die Läuse ab, nicht jedoch die Nissen.

Diese lassen sich mit Shampoos oder Gels, die Lindan enthalten, beseitigen. Auch Permethrin sowie Allethrin gelten als wirksames Präparat gegen Kopfläuse.

Auch Ivermectin kann bei Kopfläusen angewandt werden; es wird jedoch in Form von Tabletten eingenommen. Im Körper reichert es sich im Blut an, wodurch es zu einer Aufnahme durch die Läuse kommt.

Je nach Wirkstoff kann es mitunter zu Nebenwirkungen kommen, wozu man allergische Reaktionen sowie Reizungen der Kopfhaut zählt. Um sicherzugehen, dass auch wirklich alle Kopfläuse abgetötet werden, muss nach acht bis zehn Tagen eine erneute Behandlung erfolgen, da die Läuseeier trotz richtiger Anwendung der Mittel überleben können. In dieser Zeit schlüpfen die Larven aus den noch übrig gebliebenen Eiern, können aber selbst noch keine neuen Eier legen.

Physikalische Behandlung

Die genannten Wirkstoffe dienen der chemischen Behandlung von Kopfläusen. Möchte man sie physikalisch behandeln, setzt man die Wirkstoffe Dimeticon und d-Phenotrin ein.

Diese verkleben die Atmungsorgane der Läuse und haben im Gegensatz zu den chemisch wirkenden Mitteln den Vorteil, dass die Läuse keine Resistenzen dagegen aufbauen können. Bei Patienten bis zum zwölften Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Als beste Methode hat sich die Kombination aus chemischen und physikalischen Behandlungen bewährt.

Hausmittel

Wer Nebenwirkungen vermeiden möchte, kann auch auf diverse Hausmittel zurückgreifen, auch wenn deren Wirksamkeit nicht versichert werden kann. Zur Anwendung kommen mitunter

Quellen:

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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
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  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Heinz Mehlhorn, Werner Peters: Diagnose der Parasiten des Menschen, einschließlich der Therapie einheimischer und tropischer Parasitosen., Fischer, 1983, ISBN 3437108492
  • Hermann Feldmeier: Kopflausinfestationen - ein Kompendium., Thieme Verlagsgruppe, 2010, ISBN 9783131536914

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