Ablauf und Anwendungsgebiete der Ozonbehandlung beim Zahnarzt (HealOzone)

Als HealOzone bzw. Ozonbehandlung beim Zahnarzt wird ein modernes Verfahren zur Kariesbehandlung bezeichnet. Dabei kommt Ozongas zum Einsatz, welches als Bakterizid wirkt. Liegt eine tieferliegende Karies vor, ist eine Vorbehandlung nötig. Nach der Ozonbehandlung folgt eine Remineralisierung aller behandelten Zähne. Informieren Sie sich hier über den Ablauf und die Anwendungsgebiete von HealOzone.

Durch das Ozongas werden Bakterien getötet und die Zähne mit wichtigen Mineralien versorgt

Bei HealOzone handelt es sich um eine neuartige Methode, um Karies zu behandeln. Das Verfahren, das an der Queens Universität in Belfast entwickelt wurde, greift auf Ozongas zurück.

Wirkungsprinzip

Das Gas dient als Bakterizid und wird in hochkonzentrierter Form auf die zu behandelnden Zahnstellen aufgebracht, um die schädlichen Bakterien abzutöten. Außerdem versorgt der Zahnarzt den Zahn mit wichtigen Mineralien.

HealOzone ist ein Gerät, mit dem unter Vakuum Ozongas auf kariöse Zahnstellen aufgetragen wird. Bei Ozon handelt es sich um eine spezielle Sauerstoffform.

So verfügt es über drei Atome und ist chemisch reaktiv. Im Rahmen einer Zahnbehandlung bewirkt das Gas ein Absterben der Bakterien zu 99,9 Prozent. Sogar tieferliegende Kariesbereiche bis ins Zahnmark lassen sich mithilfe von HealOzone erreichen.

Durchführung

Während einer Behandlung mit HealOzone erfolgt zunächst eine gründliche Reinigung der zu behandelnden Zahnstelle. Danach bringt der Zahnarzt etwa 10 bis 40 Sekunden lang das Ozon auf die betroffene Stelle auf.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch das Gas sind nicht zu befürchten. So sorgt ein spezieller Silikonnapf, der sich am Ende des HealOzone-Geräts befindet, dafür, dass das Gas nicht in den ganzen Mundraum gelangen kann. Dafür tötet es zielgerichtet Bakterien, die Karies hervorrufen, ab.

Bei tiefersitzender Karies muss eine Vorbehandlung erfolgen

Allerdings sind die kariösen Stellen im Zahn weiterhin vorhanden. Mithilfe des Ozons werden die befallenen Stellen sterilisiert, sodass die Keime nicht weiter vordringen können. Ein Ausbohren von oberflächlichen Kariesstellen ist daher nicht erforderlich.

Hat sich die Karies jedoch schon so weit in den Zahn hineingefressen, dass ein Loch entstanden ist, muss der Zahnarzt die befallene Stelle aufbohren und eine Füllung einsetzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit einer HealOzone-Behandlung zu beginnen.

Nachbehandlung

Nach der Gabe des Ozons erfolgt die Remineralisierung der behandelten Stellen. So führt Karies zu einem zunehmenden Verlust an Mineralien, was wiederum den Zerfall der Zahnsubstanz zur Folge hat. Für die Remineralisierung verwendet der Zahnarzt flüssige Mittel, die Fluorid und weitere Mineralien enthalten, die zum Aufbau eines Zahns nötig sind. Diese Mittel appliziert er unmittelbar nach der Ozonbehandlung auf den Zahn.

Heimische Behandlung

Mittlerweile stehen auch HealOzone-Pflegesets zur Verfügung, die sich zur heimischen Anwendung eignen. So enthalten sie Gele und Flüssigkeiten, die täglich zur Anwendung kommen können.

Es wird empfohlen, das spezielle Gel zweimal täglich mit der Zahnbürste aufzutragen. Die Dauer der Behandlung beträgt bei günstigem Verlauf ein bis drei Monate.

Wichtig ist, in diesem Zeitraum die Zähne regelmäßig zu pflegen und zu schonen. Dazu gehört auch der Verzicht auf Zwischenmahlzeiten. Außerdem sollte man sich vom Zahnarzt über eine zahngesunde Ernährung informieren lassen.

Weitere Anwendungsgebiete

HealOzone eignet sich aber nicht nur zur Behandlung von Karies. So lassen sich mit dem Ozon zudem Aphthen und Herpes bekämpfen. Seit einiger Zeit kommt HealOzone auch erfolgreich bei Wurzelbehandlungen zur Anwendung.

Auch im Rahmen der Prophylaxe kann das Verfahren angewendet werden. So ist es möglich, tiefere Zahnfleischtaschen zu säubern. Allerdings sollte vorher eine Parodontitisbehandlung durchgeführt worden sein.

Auch nach der Behandlung von Parodontitis verwendet man als zusätzliche Maßnahme Ozon. Hierbei wird dieses auf die betroffenen Taschen (ab 5mm Knochenverlust) appliziert; dies geschieht mithilfe einer Sonde.

Vor- und Nachteile von HealOzone

Vorteile

Das HealOzone-Verfahren bietet den Patienten einige Vorteile. So verursacht die Behandlung keinerlei Schmerzen und verschont die noch intakte Zahnsubstanz.

Außerdem ist bei oberflächlicher Karies keine Füllung nötig. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Therapie weniger Zeit erfordert als eine herkömmliche Zahnbehandlung. HealOzone eignet sich nicht nur zur Behandlung von leichter Karies, die bereits vorhanden ist, sondern auch zur Nachbehandlung und zur Vorbeugung.

Nachteile

Allerdings hat HealOzone auch seine Nachteile, denn das Verfahren funktioniert nur bei kleineren Kariesstellen, die noch nicht lange bestehen. Für größere Behandlungen ist nach wie vor der Einsatz eines Bohrers nötig. Werden die Zähne während der Nachbehandlung zu stark fluoridiert, kann dies zu einer hellweißen Verfärbung der behandelten Zähne führen.

Kosten

Die Kosten für eine HealOzone-Behandlung betragen ungefähr 45 Euro pro Bestrahlung. Außerdem kommen noch rund 25 Euro für das Pflegeset hinzu.

Da die gesetzlichen Krankenkassen sowie einige private Krankenkassen für HealOzone nicht aufkommen, muss der Patient die Behandlungskosten meist selbst tragen. Manchmal werden die Kosten jedoch von Zahnzusatzversicherungen übernommen.

Quellen:

  • Hendrik Meyer-Lückel, Sebastian Paris, Kim Ekstrand: Karies: Wissenschaft und Klinische Praxis (ZMK Praxis), Thieme Verlagsgruppe, 2012, ISBN 3131545410

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