Achselschweiß - Die axilläre Hyperhidrose

Als Hyperhidrose wird in der Medizin die übermäßige Produktion von Schweiß bezeichnet. Eine Form von Hyperhidrose ist Achselschweiß bzw. axilläre Hyperhidrose. Als besonders problematisch für die Betroffenen erweist sich die Kleidungsauswahl, da es schon nach kurzer Zeit zu sichtbaren Schweißflecken kommt. Lesen Sie über die Ursachen von Achselschweiß, und informieren Sie sich über Behandlungsmöglichkeiten.

Betroffene müssen oft mehrmals täglich ihre Kleidung wechseln

Krankheitsbild

Spricht man von Achselschweiß, ist damit eine axilläre Hyperhidrosis gemeint. Dabei kommt es unter den Armen zu übermäßig starkem Schwitzen.

In den meisten Fällen ist Achselschweiß ganz normal, denn bei körperlichen Aktivitäten oder warmem Wetter kommt es häufig zur Schweißbildung unter den Armen. Bei etwa einem Prozent der Bevölkerung ist die Schweißbildung jedoch so erheblich, dass dadurch funktionale und soziale Probleme entstehen.

Symptome

Durch das starke Schwitzen unter den Armen bilden sich bei den Betroffenen oftmals große Schweißflecken, was mitunter peinliche Situationen zur Folge hat. Häufig führt dies zu Problemen im Beruf, bei Freizeitaktivitäten oder intimen Beziehungen.

Ein lästiger Nebeneffekt der axillären Hyperhidrose ist, dass die davon betroffenen Personen meist nur bestimmte Kleidung oder Farben tragen können. Durch sehr dunkle Farben lassen sich die Schweißflecke unter den Armen besser verbergen. Manche Menschen müssen aufgrund der starken Schweißbildung ihre Kleidung mehrmals täglich wechseln.

Ein weiteres großes Problem stellt der unangenehme Schweißgeruch dar. Dass es durch Achselschweiß besonders schnell zu Gerüchen kommt, liegt daran, dass sich unter den Armen rasch Bakterien oder Mikroben bilden, die für die Geruchsbildung verantwortlich sind. Selbst der Einsatz von Deodorants oder Antitranspiranten hilft nicht immer.

Ursachen

Verursacht wird starker Achselschweiß durch hyperaktive Schweißdrüsen. In vielen Fällen hat eine axilläre Hyperhidrose genetische Ursachen, das heißt, dass dieses Problem bereits bei anderen Familienmitgliedern auftrat.

Es kommen aber auch noch andere Gründe infrage. Dazu gehören unter anderem

In den meisten Fällen macht sich die axilläre Hyperhidrose zum ersten Mal in der Pubertät bemerkbar. Oftmals treten bei den Betroffenen zusätzlich Schweißhände (Hyperhydrosis palmaris) auf.

Hygiene ist unerlässlich

Wer unter axillärer Hyperhidrose leidet, sollte großen Wert auf die tägliche Hygiene legen. So lässt sich die Bildung von Schweiß durch mehrfaches Duschen oder Waschen unter den Armen verringern.

Zudem ist es ratsam, auf Nahrung zu verzichten, durch die das Schwitzen noch verstärkt wird. Dazu zählen vor allen Dingen scharfe und stark gewürzte Speisen.

Bei der Kleidung sollte man locker auf der Haut liegende Stoffe tragen und möglichst Naturmaterialien verwenden. Synthetische Stoffe gilt es dagegen besser zu vermeiden.

Behandlung

Um Achselschweiß zu bekämpfen, gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Eine davon ist der Einsatz von so genannten Antitranspiranten wie Aluminiumchlorid. Durch Verkleinerung oder Verstopfung des Porenquerschnitts der Schweißdrüsen bewirken sie eine Reduzierung der Schweißbildung. So entsteht dadurch 20-60 Prozent weniger Schweiß.

Eine andere Methode ist die Iontophorese. Dabei setzt man die Achselhöhlen für fünfzehn bis zwanzig Minuten pulsierendem Gleichstrom aus. Dazu ist ein spezielles Iontophoresegerät nötig, das über Achselelektroden verfügt.

Ebenfalls behandeln lässt sich eine axilläre Hyperhidrose durch topische Behandlungen. Das heißt, dass Lotionen, Cremes oder Tinkturen auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

Bewährt hat sich auch eine Behandlung mit Botox (Botulinumtoxin). Durch das Gift lässt sich die Absonderung des Botenstoffes Acetylcholin verhindern, was eine temporäre Blockade der Nervenleitungen, die zu den Schweißdrüsen führen, zur Folge hat.

Für den Fall, dass die konservativen Behandlungen keinen Erfolg haben, gibt es operative Methoden wie eine Achselsaugküretage oder eine Sympathikusblockade.

Bei der letzten Methode wird die Verbindung zum für das Schwitzen verantwortliche Nervensytem gestört. Auch wenn diese Behandlung wirksam ist, können die Nebenwirkungen, zu denen auch übermäßiges Schwitzen an anderen Körperstellen zählt, immens sein, sodass diese Therapie gut bedacht werden sollte.

Im Rahmen der Saugküretage setzt man unter lokaler Betäubung einen kleinen Hautschnitt und bringt Kochsalzlösung ins Gewebe ein. Dann versucht man, die Schweißdrüsen, welche sich im Fett- bzw. Unterhautgewebe befinden, auszuschaben oder abzusaugen.

Hausmittel

Mitunter können auch Hausmittel dabei helfen, das Schwitzen unter den Achseln einzudämmen. Eine Möglichkeit ist es, sich selbst ein natürliches Deo herzustellen.

Dazu mischt man Speisenatron mit Wasser im Verhältnis 1:1 und lässt die Paste etwa eine halbe Stunde auf der Haut einwirken. Apfelessig hat einen geruchshemmenden und austrocknenden Effekt und kann ebenso hilfreich sein.

Auch eine Mischung aus Tomatenfruchtfleisch und Zitronensaft gilt als empfohlenes Hausmittel; dieses lässt man eine Viertelstunde einwirken. Alternativ vermischt man gemahlene Walnussblätter und Eukalyptus.

Mitunter kann es hilfreich sein, die Ernährung zu verändern, zumindest gibt es einige Lebensmittel, die den Schweißgeruch verschlimmern können. Meiden sollte man diesbezüglich ein Übermaß an

Quellen:

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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
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  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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