Schweißfüße - Hyperhidrosis plantaris

Als Hyperhydrosis plantaris bezeichnet man in der Medizin Schweißfüße. Neben den Schweißhänden gehören sie zu den am häufigsten vorkommenden Formen von übermäßigem Schwitzen. Eine Überempfindlichkeit des Schweißzentrums wird als Ursache vermutet. Lesen Sie alles Wissenswerte über Schweißfüße - informieren Sie sich über Entstehung, mögliche Auswirkunge und Behandlungsoptionen.

Bei krankhaftem Schwitzen an den Füßen sollte man sich in ärztliche Behandlung begeben

Spricht man von Hyperhydrosis plantaris oder Hyperhydrosis pedis, sind damit Schweißfüße gemeint. Dabei kommt es an den Füßen zu einer übermäßigen Absonderung von Schweiß.

Schweißfüße gelten mittlerweile als regelrechtes Volksleiden. Allerdings sind sie nicht immer krankhaft bedingt. Werden an einem Fuß pro Minute mehr als 50 Milligramm Schweiß abgesondert, handelt es sich um Hyperhydrosis plantaris, also krankhafte Schweißfüße, die oftmals auch gemeinsam mit Schweißausbrüchen unter den Armen oder Schweißhänden auftreten.

Ursachen

Die genaue Ursache von Hyperhydrosis plantaris ist bislang nicht bekannt. Es wird vermutet, dass eine Überempfindlichkeit des Schweißzentrums, das sich in der Hirnanhangdrüse befindet, der Grund für die krankhaften Schweißabsonderungen ist. Die sensiblen Reaktionen des Zentrums haben unerwünschtes Schwitzen zur Folge.

Ein weiterer Grund kann eine übernormale Größe der Schweißdrüsen sein. Eine bedeutende Rolle spielt die Genetik. Kommen Schweißfüße bereits bei den Eltern vor, erhöht sich das Risiko ebenfalls welche zu bekommen.

Allerdings leiden nur etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung unter einer krankhaften Überfunktion der Schweißdrüsen. In den meisten Fällen entstehen die übel riechenden Schweißfüße durch falsche Fußhygiene.

Symptome und Auswirkungen

Mitunter können Schweißfüße zu einem sozialen Problem werden. Das gilt besonders für den Fall, wenn es durch das Ausziehen von Schuhen und Socken zu einem unangenehmen Schweißgeruch aufgrund von Mikrobenbildung kommt.

Darüber hinaus besteht für die Betroffenen die Gefahr, dass sie an Pilzinfektionen erkranken. Ein typisches Symptom von Hyperhydrosis plantaris ist das übermäßige Schwitzen der Füße, die ständig feucht oder nass sind.

Auch Socken und Schuhe sind feucht oder nass und riechen übel nach Schweiß. Selbst bei warmem Wetter leiden die Betroffenen oftmals unter kalten, klammen Füßen.

Außerdem werden die Füße trotz gleich bleibender Temperaturen oft abwechselnd warm und kalt. Mitunter kann der Fuß durch die übermäßige Schweißbildung seinen Halt verlieren.

Behandlung

Um Hyperhydrosis plantaris wirkungsvoll bekämpfen zu können, sollte eine medizinische Behandlung erfolgen. Zu diesem Zweck stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

Die am häufigsten angewandte Methode ist die topische Behandlung. Dabei kommen

  • Antitranspirante
  • Cremes oder
  • Puder

zur Anwendung, die man in Apotheken oder Drogerien erhalten kann. Mit diesen und anderen Hausmitteln lassen sich Schweißproduktion und Geruchsbildung hemmen.

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Iontophorese. Dabei verschließt man die Schweißdrüsen zeitweilig durch die Anwendung von Gleichstrom, wodurch die Schweißbildung gehemmt wird.

Eine operative Behandlungsmethode ist die endoskopisch unterstützte Lumbale Sympathektomie. Dabei schneidet man einen bestimmten Bereich des Sympathikus im Lumbar-Bereich heraus oder klemmt ihn ab. Allerdings führt man dieses Verfahren nur selten durch, da die Gefahr von Erektionsstörungen besteht.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind

  • die Aluminiumchlorid-Therapie
  • die CT-gestützte lumbale Sympathikolyse sowie
  • Injektionen mit Botox (Botulinumtoxin).

Die richtige Pflege

Sind die Schweißfüße nicht krankhaft bedingt, lassen sie sich schon durch einen erhöhten Aufwand an Pflege erfolgreich bekämpfen. Wichtig ist dabei das tägliche Waschen der Füße, die zudem gründlich abgetrocknet werden müssen, da Feuchtigkeit ein Nährboden für Mikroorganismen ist.

Nach dem Waschen sollten die Füße gut eingecremt werden. Weiterhin wird empfohlen, die Fußnägel regelmäßig zu reinigen und überschüssige Hornhaut zu entfernen, um Nistplätze für Bakterien zu vermeiden. Ebenfalls hilfreich ist häufiges Barfußlaufen, um die Füße besser zu belüften.

Weitere hilfreiche Maßnahmen

Neben der richtigen Fußpflege können auch folgende Maßnahmen noch helfen:

  • ein Fußbad in kaltem Salzwasser, welches jeden Abend für zwei Wochen genommen wird
  • ein Fußbad mit Gerbsäure
  • das Tragen von atmungsaktiven Schuhen, die man auch regelmäßig wechselt
  • geruchshemmende Einlegesohlen, die Zedernholz, Zimt oder Aktivkohle enthalten
  • das Tragen von Baumwollsocken
  • häufiges Waschen und Wechseln der Socken
  • das Tragen von Socken mit Silberionen

Aus dem Bereich der Alternativmedizin werden

empfohlen, um gegen Schweißfüße anzugehen.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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