18. Februar 2009
(dgk) Frau P. wunderte sich sehr, als sie plötzlich – mit 45 Jahren – einen Hautausschlag bekam, wenn sie eihaltige Speisen aß. Frau P. hält in ihrer Wohnung einen Wellensittich, aber wer würde da einen Zusammenhang vermuten? Die Allergologin von Frau P. tat es und führte verschiedene Untersuchungen durch. Die ergaben sowohl eine Allergie gegen rohes Eigelb und Eiklar als auch gegen Wellensittich-Allergene.

Auch Wellensittiche können eine Allergie auslösen
Durch Einatmen nehmen Vogelhalter Allergene aus Federstaub oder getrocknetem Kot der Vögel auf. Einige der Tierliebhaber entwickeln eine Allergie darauf, die sich meist mit Symptomen an den Atemwegen äußert. Bei manchen Menschen zeigt die Allergie aber keine auffallenden Beschwerden. Doch wie kommt es jetzt zur Eier-Allergie? Die Vogelallergene haben eine große Ähnlichkeit mit Eiweißen in Eidotter und Eiklar. Deshalb "verwechselt" das Immunsystem beim Verzehr von Eiern die Ei-Allergene mit den Vogelallergenen – und löst allergische Beschwerden aus. Ärzte sprechen dann von einem Vogel-Ei-Syndrom.
Die allergische Reaktion auf Eier bleibt auch weiter bestehen, wenn die Betroffenen keine Vögel mehr halten. Das Vogel-Ei-Syndrom kann auch noch auftreten, wenn die Vogelhaltung bereits viele Jahre zurückliegt. Auslöser sind nicht nur Wellensittiche, sondern auch Kanarienvögel und andere Ziervögel. Neben Hautbeschwerden kann es auch zu Niesreiz, Augenjucken, Reizhusten oder Atemnot kommen.
Was aber tun bei einer Hühnerei-Allergie? Viele Allergiker vertragen dennoch Eiprodukte und hart gekochte Eier, wenn diese über längere Zeit auf mehr als 70 Grad Celsius erhitzt wurden. Ein Test dazu kann unter ärztlicher Aufsicht – und nur unter solcher – durchgeführt werden. In jedem Fall müssen die Betroffenen Speisen mit rohen oder kurz gegarten Eiern meiden wie beispielsweise Tiramisu, Mousse au Chocolat, Mayonnaise oder Baisers. Generell müssen Ei-Allergiker auf der Hut sein vor "verstecktem" Ei in panierten Lebensmitteln, Backwaren, Fertigprodukten oder Cremespeisen.
Hinweis: Für Ärzte, Apotheker oder Ernährungswissenschaftler hat das Deutsche Grüne Kreuz die Software ERNA & ALBERT entwickelt. Sie enthält umfassende Informationen zu ernährungsabhängigen Erkrankungen und Nahrungsmittel-Allergien wie beispielsweise zur Hühnerei-Allergie. Informationen zum Programm sowie eine Demoversion gibt es auf der Homepage www.erna-online.de oder per Mail unter erna@dgk.de.
Quelle:
Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V., Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie e. V., Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V.: Pressedienst Allergologie vom 8. Mai 2008
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