30. Oktober 2008
Von K. Schumann
Endometriose bezeichnet das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in anderen Geweben der Gebärmutter (z.B. der Gebärmuttermuskulatur) oder außerhalb der Gebärmutterhöhle. Die Gebärmutterschleimhaut kann dabei in den verschiedensten Organen des Körpers auftreten.
Die Endometriose gehört zu den häufigsten gutartigen gynäkologischen Erkrankungen. Man schätzt, dass etwa 7-15 Prozent der Frauen von dieser Krankheit betroffen sind. Je nach Anlagerung der Gebärmutterschleimhaut unterscheidet man zwischen einer internen und einer externen Endometriose. Von der internen Endometriose spricht man bei Gebärmutterschleimhautherden, die innerhalb der Gebärmutter in anderen Schichten als der Gebärmutterschleimhaut auftreten. Bei der externen Endometriose treten die Endometrioseherde außerhalb der Gebärmutter auf.
Die genaue Entstehung der Endometriose ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass während der Regelblutung Endometriumzellen durch den Eileiter transportiert werden und sich beispielsweise in der Bauchhöhle einnisten. Eine weitere Annahme ist, dass sich andere Gewebearten in Endometriumgewebe umwandeln. Doch auch immunologische Prozesse scheinen eine tragende Rolle zu spielen. So wird vermutet, dass sich die verschleppten oder umgewandelten Endometriumzellen außerhalb der Gebärmutter nur einnisten können, wenn das Immunsystem nicht ausreichend arbeitet.
Ebenso wie die "normale" Gebärmutterschleimhaut, reagiert auch das verschleppte Gewebe zyklisch auf die Hormonschwankungen, das heißt alle Beschwerden treten zyklusabhängig auf. Das Hauptsymptom der Endometriose ist eine extrem schmerzhafte und oft auch verstärkte Regelblutung. Des Weiteren klagen die Betroffenen häufig über Zwischen- oder Schmierblutungen. Die weiteren Symptome sind abhängig von der Lokalisation der verschleppten Gebärmutterschleimhaut. So kann Schleimhaut, die hinter der Gebärmutter liegt, Kreuzschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen. Bei Lokalisation in Blase oder Darm, kann es zu Blut im Urin bzw. im Stuhl kommen. Häufig ist Sterilität das einzige Symptom. Mit den Wechseljahren verschwinden mit dem Ausbleiben der Menstruation auch die Symptome.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Endometriose und danach ob die Patientin sich ein Kind wünscht. In leichten Fällen wird häufig die Antibabypille eingesetzt. Diese Behandlung ist jedoch nur rein symptomatisch. Eine ursächliche Behandlung erfolgt mithilfe von so genannten GnRH-Analoga, die die Bildung von Gestagenen und Östrogenen unterdrücken. Die Endometrioseherde werden dadurch quasi ausgetrocknet. Zudem können die verschleppten Schleimhautzellen auch chirurgisch entfernt werden.
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