Diabetische Retinopathie

Eine diabetische Netzhauterkrankung, bei der sich die Sehfähigkeit bis zur Erblindung verschlechtert

Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut, die durch Diabetes mellitus verursacht wird. Die dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte führen zu Veränderungen an den Blutgefäßen der Netzhaut. Es kommt zu Sehstörungen und zum Sehverlust.

Augenarzt schaut in ein Gerät, in das die Patientin ihr Auge hält
at the optician © nyul - www.fotolia.de

Einteilung der Kategorie Diabetische Retinopathie

Eine der gefürchtesten Komplikation des Diabetes mellitus ist die diabetische Retinopathie. Immerhin ist Diabetes mellitus die am häufigsten zur Erblindung führende Systemerkrankung.

Formen

Die diabetische Retinopathie lässt sich in drei Formen einteilen:

  • Proliferative diabetische Retinopathie
  • Nicht-proliferative diabetischen Retinopathie und
  • Diabetische Makulapathie.

Bei schlechter Diabeteseinstellung entwickeln nach 20 Jahren Diabetesdauer über 50 Prozent der Typ I-Diabetiker und 20 Prozent der Typ II-Diabetiker eine proliferative Retinopathie. Nach 30 Jahren Krankheitsdauer sind - zumindest in milder Form - fast 90 Prozent der Patienten von einer Retinopathie betroffen. Die Retinopathie wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt.

Diagnose und Verlauf

Der Augenarzt kann im Ophthalmoskop am Augenhintergrund - der Netzhaut (Retina) - verschiedene Veränderungen erkennen: Mikroanerysmen (kleine Aussackungen der Netzhautgefäße), Blutungen, cotton-wool-Herde (Infarkte der Netzhaut), Telangiektasien (Ausweitungen der Gefäße).

Je nach Häufigkeit der Veränderungen wird zwischen milder nicht-proliferativer, schwerer nicht-proliferativer und proliferativer Retinopathie unterschieden. Das Endstadium dieser Erkrankung ist das Makulaödem, wenn sichtbare Verdickungen der Netzhaut auftreten und das Zentrum des schärfsten Sehens (die Makula) betroffen ist.

Behandlung

Laserbehandlung

Die hilfreichste Therapie ist die Laserkoagulation der entsprechend veränderten Gefäße, um weiteres Fortschreiten zu verhindern. Ein Diabetiker sollte mindestens einmal im Jahr, wenn schon eine Retinopathie vorhanden ist alle 3-6 Monate, den Augenarzt aufsuchen.

Blutzuckereinstellung

Heutzutage kann bei den meisten Diabetikern eine Erblindung verhindert werden. Dies kann durch eine optimale Blutzuckereinstellung, eine gute Blutdruckeinstellung (denn zu hoher Blutdruck schadet den retinalen Gefäßen ebenfalls sehr) und durch regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt geschehen.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Therapie der Retinopathie mit Medikamenten, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern oder die Thrombozytenaggregation vermindern, ist noch Gegenstand zahlreicher Studien, ein Nutzen ist jedoch noch nicht belegt.

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Grundinformationen zur Diabetischen Retinopathie

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