Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut, die durch Diabetes mellitus verursacht wird. Die dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte führen zu Veränderungen an den Blutgefäßen der Netzhaut. Es kommt zu Sehstörungen und zum Sehverlust.
Eine der gefürchtesten Komplikation des Diabetes mellitus ist die diabetische Retinopathie. Immerhin ist Diabetes mellitus die am häufigsten zur Erblindung führende Systemerkrankung.
Bei schlechter Diabeteseinstellung entwickeln nach 20 Jahren Diabetesdauer über 50 Prozent der Typ I-Diabetiker und 20 Prozent der Typ II-Diabetiker eine proliferative Retinopathie. Nach 30 Jahren Krankheitsdauer sind - zumindest in milder Form - fast 90 Prozent der Patienten von einer Retinopathie betroffen. Die Retinopathie wird in verschiedene Schweregrade eingeteilt.
Der Augenarzt kann im Ophthalmoskop am Augenhintergrund - der Netzhaut (=Retina) - verschiedene Veränderungen erkennen: Mikroanerysmen (kleine Aussackungen der Netzhautgefäße), Blutungen, cotton-wool-Herde (Infarkte der Netzhaut), Telangiektasien (Ausweitungen der Gefäße). Je nach Häufigkeit der Veränderungen wird zwischen milder nicht-proliferativer, schwerer nicht-proliferativer und proliferativer Retinopathie unterschieden. Das Endstadium dieser Erkrankung ist das Makulaödem, wenn sichtbare Verdickungen der Netzhaut auftreten und das Zentrum des schärfsten Sehens (die Makula) betroffen ist.
Die hilfreichste Therapie ist die Laserkoagulation der entsprechend veränderten Gefäße, um weiteres Fortschreiten zu verhindern. Ein Diabetiker sollte mindestens einmal im Jahr, wenn schon eine Retinopathie vorhanden ist alle 3-6 Monate, den Augenarzt aufsuchen. Heutzutage kann bei den meisten Diabetikern eine Erblindung verhindert werden. Dies kann durch eine optimale Blutzuckereinstellung, eine gute Blutdruckeinstellung (denn zu hoher Blutdruck schadet den retinalen Gefäßen ebenfalls sehr) und durch regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt geschehen.
Die medikamentöse Therapie der Retinopathie mit Medikamenten, die die Fließeigenschaften des Blutes verbessern oder die Thrombozytenaggregation vermindern, ist noch Gegenstand zahlreicher Studien, ein Nutzen ist jedoch noch nicht belegt.
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