30. Juni 2007
Die Infektion mit Chlamydien unter deutschen Jugendlichen hat zunehmend epidemischen Charakter - mit weitreichenden Folgen. Denn wenn die Erreger nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden, können sie steril machen.
Über die Chlamydien-Infektion wurde in den letzten Jahren viel geforscht. Während der Verlauf und die Eigenarten des Erregers aufgeklärt werden konnten, tappte man in Sachen Verbreitung unter deutschen Jugendlichen bisher im Dunkeln.
Eine Berliner Studie brachte nun Licht ins Dunkel und veröffentlichte alarmierende Zahlen, die sich aus einer Untersuchung der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V. (ÄGGF) von 266 minderjährigen Mädchen aus Berlin ergaben.
Bei über 6 Prozent der 15 bis 17 jährigen Mädchen konnte der hartnäckige Erreger Chlamydia trachomatis in einem einfachen Testverfahren nachgewiesen werden.
Das Bakterium wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder auch Oralsex und Petting übertragen und siedelt sich in der Schleimhaut an. In vielen Fällen bleibt die Infektion unbemerkt. In seltenen Fällen treten Symptome wie Ausfluss, Unterleibsschmerzen oder Zwischenblutungen auf. Daher wird die Infektion häufig nicht rechtzeitig diagnostiziert - mit weitreichenden Folgen. Denn das Bakterium kann bei Frauen Verwachsungen und schweren Entzündungen im Unterleib hervorrufen, die letztendlich unfruchtbar machen können. Dabei reicht bereits ein einfaches Antibiotikum aus, um den Erreger unschädlich zu machen.
Für die meisten Jugendlichen sind Kondome in erster Linie ein Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Krankheiten, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden können, schrecken die wenigsten davon ab, ohne Gummi Sex zu haben.
Besorgniserregend ist außerdem der Umstand, dass mehr als 80 Prozent der Jugendlichen laut Umfragen noch nie von der Chlamydien-Infektion gehört haben.
Die Frühzeitige Aufklärung ist also sehr wichtig. Da die Jugendlichen immer früher in die Pubertät kommen und entsprechend eher sexuell aktiv sind, fordern die Forscher der ÄGGF bereits für Kinder im Grundschulalter eine angemessene Präventionsarbeit in Form von Aufklärungsveranstaltungen in der Schule.
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