Bouchard-Arthrose - Arthrose in den Fingermittelgelenken

Als Bouchard-Arthrose, auch Fingerpolyarthrose, bezeichnet man eine seltene Form von Arthrose. Sie betrifft die Mittelgelenke der Finger; meist sind mehrere Finger betroffen. In vielen Fällen wird diese Arthroseform chronisch. Fehlentwicklung, ständige Überlastung, aber auch hormonelle Faktoren können bei der Entstehung eine Rolle spielen. Informieren Sie sich hier ausführlich über die Arthrose in den Fingermittelgelenken.

In den meisten Fällen sind mehrere Finger von der Bouchard-Arthrose betroffen

Die so genannte Bouchard-Arthrose zählt zu den eher seltenen Arthroseformen. Bei dieser Gelenkerkrankung werden die Fingermittelgelenke durch arthriotische Veränderungen in Mitleidenschaft gezogen. Man bezeichnet sie auch als Fingerpolyarthrose, da sie in den meisten Fällen an mehreren Fingern gleichzeitig auftritt.

Benannt wurde die Bouchard-Arthrose nach dem französischen Pathologen Charles-Joseph Bouchard (1837-1915). Gleichzeitig mit dieser Gelenkerkrankung kommt es in vielen Fällen auch zu einer Heberdenarthrose, von der die Fingerendgelenke betroffen sind.

Eine Bouchard-Arthrose verursacht unangenehme Schmerzen. Außerdem wird sie häufig chronisch. In der Regel befällt die Krankheit Frauen häufiger als Männer.

Symptome

Bei einer Bouchard-Arthrose kommt es zu typischen Symptomen. So werden mehrere Gelenke symmetrisch befallen. Außerdem leiden die Betroffenen unter einer spindelförmigen Auftreibung der Fingermittelgelenke, was man auch als Bouchard-Knoten bezeichnet. Weitere Beschwerden sind

Später kommt es auch zu Schmerzen im Ruhezustand. Des Weiteren tritt neben der Bouchard-Arthrose oftmals auch eine Wirbelsäulen- oder Kniearthrose auf.

Ursachen

Die Bouchard-Arthrose ist eine degenerative Erkrankung des Knorpels der Mittelgelenke der Finger. Als mögliche Ursachen für die Arthrose kommen

  • Fehlentwicklungen des Gelenkknorpels
  • eine ständige Überlastung der Fingermittelgelenke
  • genetische oder hormonelle Faktoren sowie
  • Unfälle, die zur Beschädigung des Gelenkknorpels führen,

infrage.

Diagnose

Diagnostiziert wird die Bouchard-Arthrose durch eine Röntgenuntersuchung, mit deren Hilfe

  • Achsenfehlstellungen
  • Verengungen der Gelenkspalte
  • Osteophyten und
  • Subluxationen

nachgewiesen werden können.

Differentialdiagnose

Es gibt allerdings einige Erkrankungen, die differentialdiagnostisch abgegrenzt werden müssen. Dazu gehören

  • die chronische Polyarthrtitis
  • die rheumatoide Arthritis
  • die akute Arthritis
  • die Gicht-Arthritis und
  • die reaktive Arthritis.

Behandlung

Um eine Bouchard-Arthrose zu behandeln, greifen die Ärzte zunächst meist auf allgemeine Therapieansätze zurück.

Medikamente

So verwendet man zur Bekämpfung der Schmerzen Analgetika (Schmerzmittel), die peripher wirken, wie nicht steroidale Antirheumatika (NSAR).

Als entzündungshemmend und zugleich magenschonend gelten COX-2-Inhibitoren wie Etoricoxib oder Parecoxib. Ebenso können Muskelrelaxanzien wie zum Beispiel Baclofen zum Einsatz gelangen. Mitunter werden die Mittel auch direkt in das Gelenk injiziert, wie zum Beispiel bei Hyaluronsäurespritzen.

Bei starken Schmerzen verwendet man auch Schmerzmittel, die eine zentrale Wirkung haben, wie beispielsweise Valoron oder Tramadol. Allerdings besteht bei dem dauerhaften Einsatz von Schmerzmitteln die Gefahr einer Gewöhnung.

Weitere Therapiemaßnahmen

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind physikalische Therapien wie

Im Rahmen der Physiotherapie werden beispielsweise Übungen mit einem Softball durchgeführt, um die Finger zu kräftigen. Auch Wassergymnastik wird häufig angewandt.

Mitunter können auch diverse pflanzliche Mittel bei der Linderung der Beschwerden nützlich sein. Zu den verwendeten Phytopharmaka zählen

Kommt es durch die allgemeinen Therapien nicht zu einer Besserung und halten die Schmerzen länger als drei bis sechs Monate an, kann eine spezielle Schmerztherapie in einer Schmerzklinik durchgeführt werden, wo man auf weiterführende multimodale Therapiekonzepte zurückgreift. Je eher eine Behandlung begonnen wird, desto größer ist die Aussicht auf Besserung.

Quellen:

  • Uwe Beise, Silke Heimes, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Ingo Blank: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2020, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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