Normochrome, normozytäre Anämie - Blutarmut mit normal erscheinenden Zellen

Als Anämie bezeichnet man Blutarmut. Eine Form von Blutarmut ist die normochrome, normozytäre Anämie. Bei dieser weisen die roten Blutkörperchen zwar einen normalen Anteil an Hämoglobin auf; allerdings kommen sie in unzureichender Menge im Organismus vor. Zu den Subformen zählen die Aplastische Anämie sowie die Isolierte aplastische Anämie. Informieren Sie sich ausführlich über die normochrome, normozytäre Anämie.

Verantwortlich sind mitunter Nierenerkrankungen, wie z.B. eine akute oder chronische Niereninsuffizienz

Bei einer Anämie, die auch als Blutmangel oder Blutarmut bezeichnet wird, kommt es zu einem Mangel an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin). Es wird zwischen verschiedenen Formen von Anämie unterschieden. Dazu gehört auch die normochrome, normozytäre Anämie.

Von einer normochromen Anämie spricht man, wenn die roten Blutkörperchen einen normalen Anteil an Hämoglobin aufweisen, jedoch in zu geringer Zahl im Organismus vorkommen. Morphologisch erscheinen die Zellen normal.

Da bei einer hyperprofilerativen Anämie durch einen Mangel oder eine unzureichende Reaktion auf Zytokine sowie das Hormon Erythropoetin nicht genügend neue rote Blutkörperchen hergestellt werden, kann der Bedarf des Organismus nicht gedeckt werden.

Ursachen und Ausprägungsformen

Als Ursache für eine normochrome, normozytäre Anämie kommen verschiedene Erkrankungen infrage. Dazu gehören zum Beispiel Nierenkrankheiten, denn eine akute oder chronische Niereninsuffizienz hat einen Mangel an Erythropoetin zur Folge. Dadurch werden jedoch zu wenig neue rote Blutkörperchen hergestellt. In diesem Fall spricht man von einer renalen Anämie.

Ebenso kann eine normochrome, normozytäre Anämie durch Krankheiten verursacht werden, bei denen es zu einem zu niedrigen Stoffwechselstand (hypometabolischer Zustand) kommt. Dabei kann es sich um

handeln. Verringern sich die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, ist es nicht möglich, Zellen in ausreichender Anzahl an den Kreislauf abzugeben. Die Konzentration an Erythropoetin im Blut ist bei den genannten Krankheiten in den meisten Fällen normal.

Aplastische Anämie

Eine Sonderform der normochromen Anämie ist die Aplastische Anämie. Dabei kommt es zu einem Knochenmarkversagen mit Panzytopenie. In diesem Fall verringert sich durch eine Knochenmarkaplasie die Anzahl sämtlicher Blutzellen. Allerdings treten aplastische Anämien überaus selten auf.

Wodurch sie verursacht werden, ist bislang nicht genau bekannt. In manchen Fällen wird eine aplastische Anämie indirekt durch eine Beschädigung des Knochenmarks hervorgerufen. Solche Beschädigungen können durch

  • bestimmte Medikamente
  • Chemikalien
  • Chromosomenveränderungen
  • Hypersplenismus oder
  • Infektionen

entstehen. Aplastische Anämien treten gehäuft im Jugendalter, während der Schwangerschaft oder im höheren Alter auf.

Isolierte aplastische Anämie

Eine weitere normochrome Anämieform ist die isolierte aplastische Anämie, die man auch als Erythroblastopenie oder PRCA (Pure Red Cell Aplasia) bezeichnet. Sie entsteht dadurch, dass die Erythrozytenvorläufer im Knochenmark entweder zerstört werden oder sich nicht neu bilden.

Da eine erworbene PRCA meist zur gleichen Zeit mit anderen Autoimmunerkrankungen auftritt, gilt sie ebenfalls als Autoimmunkrankheit. Aber auch nach einer Virusinfektion kann es zur Entstehung dieser Anämieform kommen. Für die Behandlung der PRCA werden zumeist Immunsuppressiva eingesetzt, auf die die meisten Patienten gut ansprechen.

Quellen:

  • Uwe Beise, Silke Heimes, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Ingo Blank: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2020, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • menschliche nieren © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema