Wissenswerte Grundlagen der Glyx-Diät und das Besondere am Glyx-Brot - hilft es beim Abnehmen?

Drei verschiedene Körnerbrötchen

Viele Bäckereien folgen dem Glyx-Trend und haben Glyx-Brot- und Brötchensorten im Angebot

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  • von Paradisi-Redaktion

Die Glyx-Diät wird als wirkungsvolle Methode zum Abnehmen gepriesen. Nahrungsmittel wie Weißbrot landen auf der Abschussliste, da beim Verzehr der Insulinspiegel schneller steigt, was als Hauptauslöser für Übergewicht gilt. Glyx-Brot und Glyx-Brötchen sollen aufgrund des niedrigen glykämischen Index besonders gesund sein.

Viele Menschen, die gern Gewicht verlieren wollen, haben bereits unzählige Diätversuche hinter sich. Häufig brachte das Essen nach Plan nur kurzzeitige Erfolge - der Jojo-Effekt hält Einzug und lässt das Gewicht wieder in die Höhe schnellen. Schuld daran sind häufig Diäten, die sehr einseitig sind, zahlreiche Verbote aufstellen und Ernährungsarten preisen, die sich schlecht in den Tagesablauf integrieren lassen. Die "Glyx-Diät" zielt auf eine langfristige Ernährungsumstellung ab und soll so dauerhaft beim Abnehmen helfen.

Der glylkämische Index (Glyx) und die glykämische Ladung (GL)

Die "Glyx-Diät" möchte mit der pauschalen Einteilung von Nahrungsbestandteilen in "gesund" und "nicht gesund" Schluss machen. Nachdem Kohlenhydrate lange verteufelt wurden und als Dickmacher galten, weist ihnen die "Glyx-Diät" eine besondere Rolle im Kampf gegen die Fettpölsterchen zu.

Auf eine Einteilung von "guten" und "bösen" Kohlenhydraten wird hier bewusst verzichtet. Stattdessen kommen neue Maßstäbe bei der Bewertung zum Einsatz: Bei den Kohlenhydraten sind das der glylkämische Index (Glyx) und die glykämische Ladung (GL).

Menschen, die gern abnehmen möchten, sollen sich an Lebensmittel mit einem niedrigen Glyx halten. Aber was bedeutet das im Einzelnen?

Wechselwirkung der Kohlenhydrate zum Blutzuckerspiegel (Glyx)

Unter den Kohlenhydraten gibt es solche, die nach dem Verzehr den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe treiben, um ihn dann genauso schnell wieder absinken zu lassen – schon bald stellt sich das Hungergefühl wieder ein.

Andere Kohlenhydrate sorgen für einen langsamen und kontinuierlichen Anstieg, was zur Folge hat, dass diese Kohlenhydrate länger satt machen und leistungsfähig halten. Der glykämische Index beschreibt also die Wechselwirkung der Kohlenhydrate zum Blutzuckerspiegel.

Beim Genuss von Lebensmitteln mit hohem glykämischem Index (GI), die leicht verdauliche Kohlenhydrate enthalten, steigt der Blutzuckerspiegel schneller an, was zu einer vermehrten Freisetzung von Insulin führt. Der Körper nimmt zudem in kurzer Zeit mehr Energie auf, als er abbauen kann.

Die Folge: Überschüssige Energien werden im Fettdepot eingelagert. Durch die hohe Insulinausschüttung sinkt der Blutzuckerspiegel sehr schnell wieder ab, der Körper reagiert mit einem Hungergefühl. Wer dann erneut Nahrung zu sich nimmt, muss mit überflüssigen Pfunden rechnen, da noch genügend Reserven in den Fettzellen lagern.

Berechnung der Insulinausschüttung als Folge eines Blutzuckeranstiegs (GL)

Die glykämische Ladung ermöglicht die Berechnung der Insulinausschüttung als Folge eines Blutzuckeranstiegs. Hohe Insulinausschüttungen bedingen ein Absinken des Blutzuckers während Versorgung der Zellen mit Zucker und lösen so schnell wieder ein Hungergefühl aus.

Lebensmittel mit einer geringen glykämischen Ladung halten den Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung niedrig. Der Körper kann also länger von der zugeführten Energie profitieren und man fühlt sich länger satt. Zu den Kohlenhydraten mit einem niedrigen glykämischen Index zählen die Fructose (Fruchtzucker) und die Galactose (Schleimzucker).

Der Glykämische Index als Orientierungshilfe bei der täglichen Ernährung

Der Glykämische Index wird mit den Bezeichnungen GI oder GLYX abgekürzt. Er definiert, wie schnell der Blutzuckeranstieg nach dem Essen von Kohlenhydraten erfolgt. Wie schnell dieser Anstieg voranschreitet, hängt mit dem unterschiedlichen Zuckeraufbau zusammen. Die Zuckersorten unterscheiden Einfach- Zweifach- und Mehrfachzucker.

Einfache Lebensmittel, wie Weißbrot und sonstigem Weißmehlgebäck lassen den Blutzuckerspiegel rasanter hochschnellen, als Lebensmittel mit Mehrfachzucker und Ballaststoffen. Denn solche Lebensmittel werden aufwendiger verdaut. Neben Kohlenhydraten sind auch Fett und Eiweiß für den GI verantwortlich.

Der GLYX berechnet sich in Prozent. Bei niedrigem GI erhöht sich der Blutzucker nur langsam. Bei hohem GI wie Weißmehl- oder Kartoffelprodukten steigt der Blutzucker schnell an. Traubenzucker weist einen Wert von 100 auf. Alle anderen Lebensmittel sind niedriger eingestuft. Der GI misst nicht nur Schnelligkeit und Höhe des Blutzuckerwertes, sondern auch die Dauer. Daraus erklärt sich, weshalb manche Lebensmittel, die nur wenig Einfluss auf den Blutzuckeranstieg haben, trotzdem einen hohen GI aufweisen.

Der Glykämische Index ist sicherlich ein guter Faktor bei der Lebensmittelauswahl, aber keine alleinige Orientierungshilfe für Abnahmewillige.

Diabetiker können bei der Beachtung des GI hohe Blutzuckerspitzen verhindern. Es gibt Tabellen, die den GI beinhalten. Man muss allerdings bedenken, dass sich der Wert in Kombination mit anderen Lebensmitteln verändern kann. Grundsätzlich sind Vollkornprodukte in der Kombination mit Eiweiß eine gute Grundlage für die tägliche Ernährung.

GI-Diäten vermutlich sinnlos: Bedeutung des glykämischen Indexes wird überschätzt

Forscher decken keinen besonderen Nutzen der GI-Diät für Menschen mit Übergewicht auf

Teller mit Erbsen, die das Wort Diät formen
Diät © Eisenhans - www.fotolia.de

Unter den zahllosen Diäten zur Gewichtsreduzierung gelten sogenannte GI-Diäten als Dauerbrenner: Dabei wird besonders auf einen niedrigen glykämischen Index geachtet, der den Anstieg des Blutzuckerspiegels innerhalb von zwei Stunden nach dem Verzehr beschreibt.

So haben beispielsweise

beide den gleichen Gehalt an Kohlenhydraten, doch die Banane hat einen höheren glykämischen Index, weil sie den Blutzuckerspiegel stärker ansteigen lässt.

Kaum Vorteile sichtbar

Forscher der Harvard School of Public Health haben die GI-Diät nun in einer Studie auf den Prüfstand gestellt und kamen zu dem Ergebnis, dass die Beachtung des glykämischen Indexes kaum Vorteile bringt.

An der Studie nahmen 163 übergewichtige Erwachsene teil, die weder an Diabetes noch an koronarer Herzkrankheit litten und randomisiert einer von vier Diäten folgten, die als besonders gut für die Herzgesundheit gelten.

Einfluss auf den Triglyzerinspiegel

Dabei stellten sie fest, dass die GI-Diät weder die Cholesterinwerte positiv beeinflusste, noch den systolischen Blutdruck. Auch die Insulinsensivität konnte nicht verbessert werden. Lediglich beim Triglyzerinspiegel wurde ein leichter Rückgang verzeichnet.

Für ansonsten gesunde Menschen mit Übergewicht biete die GI-Diät daher keinen besonderen Nutzen, so die Forscher. Frühere Studien hatten gezeigt, dass Diabetes II-Patienten von einer Ernährung mit niedrigen GI profitieren.

Hoher Glyx-Wert bei Weißbrot, Croissants und Baguettes

Der glykämische Index ist der Wert, der beschreibt, wie schnell der Insulinspiegel nach einer Mahlzeit ansteigt. Nahrungsmittel können einen hohen, mittleren oder niedrigen Glyx-Wert aufweisen.

  • Lebensmittel mit niedrigem GI verhindern, dass Zucker zu schnell ins Blut gelangt,
  • bei höheren Glyx-Werten beschleunigt sich dieser Vorgang.

Gemüse, Vollkronprodukte oder Obst haben einen niedrigen glykämischen Index. Ernährungsexperten empfehlen, Lebensmittel mit einem Glyx-Wert von über 70 zu meiden. Pech für alle Liebhaber von Weißbrot, Croissants und Baguettes, denn dieses Backwerk hat einen ungünstigen Glyx-Wert, der höher als 70 liegt. Spezielles Glyx- Brot und Glyx-Brötchen weisen hingegen einen glykämischen Index von unter 50 auf.

Einen sehr hohen glykämischen Index besitzt die Glukose (Traubenzucker). Glukose findet sich zudem in:

Diese Produkte sollen nur in Maßen verzehrt und durch Lebensmittel mit geringem glykämischen Index aufgewertet werden.

Ungesättigte Fettsäuren

Neben der richtigen Wahl der Kohlenhydrate sollen im Zuge der Glyx-Diät vor allem ungesättigte Fette verzehrt werden, da sie sich positiv auf die Insulinwirkung auswirken. Zusätzlich soll aus eine ausreichende Zufuhr von Eiweißen während der Diät geachtet werden.

Fazit

Der Vorteile der "Glyx-Diät" gegenüber anderen Diätformen besteht in einer optimalen Versorgung des Körpers mit Nährstoffen. Es gibt keine Nahrungsbestandteile die verboten sind.

Zudem soll sich diese Diät einfach umsetzen und in den Tagesablauf integrieren lassen und so für langanhaltende Resultate sorgen.

Rückfälle bei Darmkrebs - Patienten mit hohem glykämischen Index sind öfter betroffen

Grafische Darstellung Darmkrebs auf weißem Hintergrund
darmkrebs © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de

Menschen, bei denen Darmkrebs dank der Vorsorge rechtzeitig entdeckt wurde, haben eine sehr gute Chance vollkommen zu genesen.

Dennoch besteht immer die Gefahr, dass der Krebs zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftritt. Wie hoch die Gefahr dafür ist, liegt nicht nur in den Genen der Patienten, sondern wird auch maßgeblich von ihrem Lebensstil mitbestimmt.

Eine US-Studie zeigte nun, dass vor allen Dingen bei der Ernährung sehr viel zu den Ungunsten des Patienten geschehen kann. Wer übergewichtig ist und bei der Ernährung auf einen hohen glykämischen Index kommt, der hat ein besonderes hohes Risiko für einen Rückfall. Dieser Index gibt an, wie stark die Kohlenhydrate in jeder Speise auf den Blutzucker wirken.

Untersucht wurden 1.011 Patienten, die an Darmkrebs litten. Die Forscher befragten jeden dieser Menschen intensiv, wie er sich ernährt und führten diese Interviews in einem regelmäßigen Abstand. Die Patienten wurden so genau wie möglich nach jedem Lebensmittel auf dem persönlichen Speiseplan befragt und mit diesen Angaben erstellten die Forscher dann eine Tabelle. In dieser war eingetragen, wie viel glykämische Last jeder für sich hatte.

Die Rückfallquote nach einmal überstandenem Krebs und auch die Todesfälle fielen mit der jeweiligen Belastung auffallend zusammen. Wer einen hohen glykämischen Index hatte, der hatte ein um das 2,26-Fache gestiegene Risiko, erneut Krebs zu zeigen. Das Risiko war noch einmal größer, wenn die Patienten nicht normalgewichtig waren, sondern einen BMI von über 25 aufwiesen.

Glyx-Brote unterstützen die Schlankheitskur

Aufgrund ihres niedrigen glykämischen Indexes können Glyx-Brote beim Abnehmen unterstützen, da weniger Fette im Körper eingelagert werden. Lebensmittel mit niedrigem Glyx-Wert setzen sich nicht so schnell auf den Hüften ab und unterstützen beim Abnehmen.

Doch Glyx-Brot ist häufig bis zu einem Drittel teurer als herkömmliche Brotsorten. Wer nicht mehr bezahlen will als nötig, kann auch normales Roggenbrot kaufen, denn Roggenvollkornmehl hat im Vergleich mit Weizenmehl ebenfalls einen niedrigen Glyx-Wert.

Brot mit niedrigem GI selber backen

Glyx-Brot lässt sich auch selber herstellen.

  • Dazu werden Roggenmehl und Roggenschrot unter Zugabe von Kürbiskernen, Leinsamen und Sesam vermischt.
  • Im Anschluss mit Obstessig und etwas Salz würzen,
  • Trockenhefe zugeben und
  • mit Wasser zu einem Teig verrühren.

Die flüssige Teigmasse kommt in eine Kastenform und wird bei 180 Grad im vorgeheizten Backofen etwa 60 Minuten gebacken, bis die Brotkruste goldbraun ist. Wer möchte, kann den geformten Brotteig auch vor dem Backen mit Haferflocken bestreuen.

Doch nicht jeder will auf Baguette, Croissants und Co. verzichten. Magerquark und Tomatenmark für süße oder herzhafte Brotaufstriche bieten sich als kalorienarme Alternativen zu Butter an. Putenbrust oder Lachsschinken enthalten weniger Fette als Salami oder Streichwurst.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Vollkorn, Ähren © Printemps - www.fotolia.de

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