Einfach schlank mit der FdH-Diät? Funktionsprinzip und mögliche Nachteile

Abnehmen - Halbierte Ananas umwickelt mit einem Maßband

Gesundheitliche Probleme sind durch die FdH-Diät vorprogrammiert - die Nachteile überwiegen

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  • von Paradisi-Redaktion

Bei der FdH-Diät gilt Nomen est omen: Friss die Hälfte. Dies ist die einzige Regel. Was man isst, spielt keine Rolle - ob Chips, Pommes oder Pizza - alles, bzw. die Hälfte von allem ist erlaubt.

Das Konzept der FdH-Diät

Bei dieser Diätform steht das "FdH" für "Friss die Hälfte". Dies ist eigentlich auch schon alles, was man als Vorgabe und Diätregel beachten muss. Man isst von allem nur die Hälfte der gewohnten Portionen und soll auf diese Weise auch die Hälfte der Kalorien einsparen.

Was die Getränke angeht, so sollte man sich auch hier an die Regel halten, abgesehen von Wasser, denn dies so drastisch zu reduzieren, würde schnell sehr gefährlich werden. Vor allem sind hierbei Säfte, Limonaden oder auch Kaffee und alkoholische Getränke gemeint.

Vorteile der FdH-Diät

Die Vorteile der FdH-Diät sind schnell erläutert. Zum einen ist es vor allem die Einfachheit dieser Diätform. Man muss keine Kalorien zählen oder auf den Fettgehalt einzelner Lebensmittel achten.

Die gewohnte Ernährung kann beibehalten werden; somit ist der Aufwand relativ gering. Die Gewichtsabnahme geht bei Einhaltung der Regel relativ schnell, obwohl man auch auf seine geliebten Süßigkeiten und Snacks nicht verzichten muss.

Die beste Diät ist noch immer der Klassiker „FdH"

Umfrage bestätigt, FdH-Diät bei den Deutschen erfolgreich und beliebt zur Gewichtsreduktion

Teller mit Erbsen, die das Wort Diät formen
Diät © Eisenhans - www.fotolia.de

Wer kennt sie nicht, die „FdH“-Diät? Das Kürzel steht für den nicht ganz so netten Ausdruck „Friss die Hälfte“. Trotz unzähliger moderner Diät-Kuren scheint dieser Klassiker noch immer am besten bei den Menschen anzukommen. Gekoppelt an sportliche Betätigung ist nichts vergleichbar effektiv.

FdH-Diät und Ernährungsumstellung

Eine Umfrage unter 2.000 Deutschen zeigte, dass etwa ein Drittel der Menschen hierzulande diese Methode schon einmal ausprobierte und damit gute Erfolge hatte. Auch gut und von 31,9 Prozent der Befragten ausprobiert, ist die Ernährungsumstellung.

Hier greift man zwar nicht zu weniger Essen, achtet aber genau darauf, was sich in den Lebensmitteln befindet. Die meisten berechnen dafür auch den eigenen Kalorienbedarf und versuchen diesen nicht zu übersteigen.

Light-Produkten trauen nur wenige

Light-Produkten traut dagegen nur noch jeder Fünfte. 18,9 Prozent achten beim Einkaufen auf dieses Logo, der Rest glaubt nicht, dass man damit wirklich sein Gewicht reduzieren kann. 24,3 Prozent glauben jedoch, dass ein Mehr an Obst dem Körper hilft, Kilos abzubauen. Ein regelmäßiges Sportprogramm landet mit 30,9 Prozent ebenfalls ziemlich weit vorn. Gekoppelt mit der „FdH“-Diät erzielt man dann die besten Ergebnisse. 73 Prozent der Menschen gelangen so mit genügend Durchhaltevermögen zum Ziel.

Nachteile

Doch genau in diesen "Vorteilen" sind auch die Nachteile der FdH-Diät zu sehen.

Mangelernährung und Jojo-Effekt vorprogrammiert

Von allem die Hälfte zu essen, macht noch lange keinen dauerhaften Gewichtsverlust und auf gar keinen Fall eine gute Ernährung aus.

Eine halbe Portion Pommes ist nicht gesünder als eine ganze Portion Gemüse. Zudem halbiert man nicht nur die Portionen, sondern auch die enthaltenden Nährstoffe.

Werden die eh schon zu selten vorkommenden gesunden, nährstoffreichen Mahlzeiten halbiert, ist ein Vitamin- und Mineralstoffmangel vorprogrammiert. So macht es natürlich Sinn, statt einer ganzen, nur eine halbe Tafel Schokolade zu essen. Nur einen halben Apfel zu wählen, ist jedoch in Sachen gesunder Ernährung weniger vorteilhaft.

Und auch der bekannte Jojo-Effekt wird kommen, denn wenn man wieder in sein altes Ernährungsmuster verfällt, legt man die möglicherweise abgenommenen Pfunde sehr schnell wieder zu.

Weder Struktur, noch Lerneffekt

Ein weiteres Problem ist, dass die Hälfte der gewohnten Essensmenge in einigen Fällen immer noch zu viel sein kann; so sind die Portionsgrößen von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Auf einen individuellen Diätplan wird hier also verzichtet.

Ebenso fehlt der Lerneffekt, weil keine Ernährungsumstellung erfolgt. Diesen sollte es bei einer Diät jedoch geben, wenn eine langfristige Gewichtsabnahme gewünscht ist. Nur die Hälfte der gewohnten Speisen zu essen, bringt dem Betroffenen nicht bei, welche Lebensmittel gesund sind und dauerhaft auf dem Speiseplan stehen sollten - und welche eben nicht.

Fazit: Sport und eine gesunde Ernährung als die perfekte Kombination

Der Körper versucht sich der niedrigen Kalorienzufuhr anzupassen und schaltet sozusagen in den "Sparmodus", d.h. er fährt den Grundumsatz runter. Kehrt man am Ende der Diät wieder zu seinen alten Ernährungsgewohnheiten zurück, kommt es aufgrund des niedrigen Grundumsatzes zu einer schnellen Gewichtszunahme.

Somit ist die FdH-Diät nur in Ausnahmefällen geeignet, z.B. um für die Party am Wochenende noch ein paar Pfunde zu verlieren.

Für eine Gewichtsabnahme ohne Jojo-Effekt ist es wichtig, auf eine ausgewogene und ausreichende Ernährung zu achten. Dies vermeidet Heißhungerattacken und hält den Körper davon ab, den Grundumsatz zu senken. Zusammen mit körperlicher Betätigung ist dies die Grundlage für einen stetigen und dauerhaften Gewichtsverlust.

„Friss die Hälfte“ ist beliebteste Abspeck-Methode

Die Deutschen mögen keine aufwändigen Diäten, weniger oder fertige Produkte zu essen sind beliebter

Zwei weiße Porzellanteller und Besteck mit Messer und Gabel mit einem einzelnen Salatblatt als Menü Diät Abnehmen
place setting with lettuce leaf © Yurok Aleksandrovich - www.fotolia.de

Die Deutschen setzen beim Abnehmen auf „FdH“. Eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung Nürnberg im Auftrag der Apotheken Umschau fand heraus, dass die so genannte Friss-die-Hälfte-Diät nach wie vor die beliebteste Methode zur Gewichtsreduktion in Deutschland ist.

Weniger essen statt sich zu bewegen

So versuchten innerhalb der vergangenen 12 Monate 55,6 Prozent der abnehmwilligen Bundesbürger abzuspecken, indem sie ihre gewohnten Essensmengen halbierten.

Im Vergleich zu einer Umfrage im Jahr 2000 nahm die Beliebtheit von „FdH“ damit weiter zu (plus 2,8 %). Häufig wurde in den letzten 12 Monaten eine allgemeine Ernährungsumstellung gewählt (44,6 %), ein intensives Sport- oder Bewegungsprogramm startete nur etwa jeder Achte (12 %). Jeweils sechs Prozent probierten, durch eingeschränktes Fasten oder gar eine Null-Diät weniger Kilos auf die Waage zu bringen.

Auf der Beliebtheitsskala nach unten rutschte in den vergangenen sechs Jahren die Trennkost-Methode: Im vergangenen Jahr wählten nur noch 12,6 Prozent der Abnehmwilligen diesen Weg, im Jahr 2000 waren es noch knapp 22 Prozent. Im Trend liegt dagegen offenbar das Abnehmen mit den „Weight Watchers“: 9,5 Prozent wählten in den vergangenen 12 Monaten diese Methode aus (plus 6,8 % zum Jahr 2000).

Weg von künstlichen Abnehmhilfen

Immer weniger Deutsche greifen anscheinend zu medikamentösen Abnehmhilfen. Nur noch 2,7 Prozent der abnehmwilligen Bundesbürger gaben in der Umfrage an, mit Appetitzüglern, Diuretika oder Abführmitteln abgespeckt zu haben. Im Jahr 2000 waren dies noch 4,6 der Männer und Frauen „auf Diät“.

Grundinformationen zur FdH-Diät

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: ananas © Hannes Eichinger - www.fotolia.de

Autor:

K. Schumann - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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