21. Juni 2010
Als Zunge bezeichnet man ein Muskelorgan, das sich in der Mundhöhle befindet. Sie ist wichtig für die Sprachbildung und für den Geschmackssinn.
Bei der Zunge (Lingua) handelt es sich um ein Muskelorgan, das in der Mundhöhle liegt. Sie wird von Schleimhaut überzogen und füllt fast den gesamten Mund aus. Darüber hinaus erfüllt sie zahlreiche Aufgaben. So ist sie überaus wichtig für die Sprachbildung, für den Geschmackssinn sowie für das Saugen, Kauen und Schlucken.
Unterteilt wird die Zunge in den Zungenkörper (Corpus linguae), die Zungenwurzel (Radix linguae) sowie die Zungenspitze (Apex linguae). Die Außenflächen der Zunge unterscheidet man in Zungenrand (Margo linguae), Zungenrücken (Dorsum linguae) und Zungenunterseite (Facie interferior linguae).
Der hinterste und zugleich auch dickste Teil der Zunge ist die Zungenwurzel, die man auch Zungengrund nennt und an der sich die Zungenmandel (Tonsilla lingualis) befindet. Für die Befestigung der Zungenwurzel sorgt das Zungenbein (Os hyoideum). Das Zungenbein wiederum wird durch Bänder und Muskeln mit dem Kehlkopf (Larynx) verbunden. Für die Trennung von Zungenwurzel und Zungenkörper ist der Sulcus terminalis zuständig. Zusammengesetzt wird der Corpus linguae von der Zungenmuskulatur. Diese unterteilt man in äußere und innere Muskelgruppe. Da die Fasern der Muskeln in sämtliche Richtungen angeordnet sind, erhält die Zunge dadurch ihre große Beweglichkeit. Im Zwischenraum der Muskelfaserbündel befinden sich zahlreiche Gefäße und Nerven. In der Zungen-Medianebene liegt das Septum linguae, eine bindegewebige Scheidewand, die aus Sehnenfasern besteht. An der Zungenspitze, die von Schleimhaut bedeckt wird, laufen der rechte und der linke Zungenrand zusammen.
Die Oberseite der Zunge nennt man Zungenrücken. An der Spitze des Sulcus terminalis hat der Zungenrücken eine dreieckige Vertiefung, die man als Foramen caecum bezeichnet. In der Medianebene befindet sich der Sulcus medianus. Dieser teilt die Zunge in eine rechte Hälfte und eine linke Hälfte ein. Die untere Zungenfläche ist mit dem Boden der Mundhöhle verwachsen. Die Anheftung erfolgt durch das Zungenbändchen (Frenulum linguae), einer Falte der Mundschleimhaut. An den Seiten des Zungenbändchens befinden sich die Plicae fimbriatae, gezackte Schleimhautfalten. Durch den Zungenrand wird die Zungenunterseite vom Zungenrücken getrennt.
Die motorische und sensible Innervation der Zunge erfolgt über verschiedene Nerven wie z.B. den Nervus hypoglossus, den Nervus glossopharyngeus und den Nervus lingualis. Für die arterielle Versorgung der Zunge ist die Arteria lingualis zuständig, die ein Ast der Arteria carotis externa ist, während die Vena lingualis für den venösen Abfluss verantwortlich ist. Bedeckt wird die Zunge von einer speziellen Schleimhaut. Die sehr dicke Zungenschleimhaut ist eine Fortsetzung der Mundschleimhaut. Zahlreiche Papillen (Zungenwärzchen) befinden sich auf ihr. Diese sind entweder platt, keulenartig oder fadenförmig und werden in zwei Gruppen, die mechanischen Papillen (Papillae mechanicae) und die Geschmackspapillen (Papillae gustatoriae) unterteilt. Je nach Gestalt unterscheidet man die mechanischen Papillen in konische (Papillae conicae), linsenförmige (Papillae lentiformes) und fadenförmige (Papillae filiformes) Papillen. Durch die fadenförmigen Papillen erhält die Zunge die Samtartigkeit ihrer Oberfläche. Die Geschmackspapillen verfügen über eine Verbindung zu den Geschmacksknospen und dienen zur Aufnahme von Geschmacksreizen. Man unterteilt sie in Pilzpapillen (Papillae fungiformes), Wallpapillen (Papillae vallatae) und Blattpapillen (Papillae foliatae).
Die Zunge ist auch mit vielen kleinen Speicheldrüsen ausgestattet, die sich vor allem an der Zungenwurzel befinden. Der typische weißliche Zungenbelag entsteht durch die Verhornung des Epithels, das die gesamte Oberfläche der Zunge überzieht.
Die Zunge hat eine Vielzahl von wichtigen Aufgaben und Funktionen. Dazu gehört vor allem der Nahrungstransport. So verteilt sie die Nahrung zwischen den Zähnen und sorgt dafür, dass der Nahrungsbrei zum Rachen weitergeleitet wird. Darüber hinaus zerdrückt sie durch ihre kräftigen Bewegungen die Nahrung, die zudem mit dem enzymreichen Speichel vermischt wird. Eine weitere wichtige Funktion ist die Geschmackswahrnehmung. Durch die Geschmacksknospen erhält das Gehirn Informationen über die aufgenommene Nahrung. Auch zum Sprechen ist die Zunge von enormer Bedeutung, da zahlreiche Laute ohne sie gar nicht gebildet werden können. Darüber hinaus kann die Zunge auch eine mimische Funktion haben, um z.B. Ekel oder Ärger auszudrücken.
Da die Zunge zudem Aufschluss über den Gesundheitszustand eines Menschen geben kann, wird sie häufig mithilfe eines Mundspatels untersucht.
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