Hyperplasie (übermäßige Zellbildung) - Ursachen und Ausprägungsformen

Arzt mit Halbglatze und weißem Poloshirt sitzt mit Patient in der Sprechstunde

Zu den Merkmalen zählt die Vergrößerung des betroffenen Gewebes oder Organs

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Hyperplasie wird eine übermäßige Zellbildung bezeichnet. Dadurch kommt es zur Vergrößerung von Geweben oder Organen.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Der Begriff "Hyperplasie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "übermäßige Zellbildung". Gemeint ist damit die Vergrößerung von Organen oder Geweben aufgrund von vermehrter Zellteilung, wobei sich auch die Anzahl der Zellen beträchtlich erhöht.

Zu unterscheiden ist die Hyperplasie von der Hypertrophie, bei der sich ein Organ oder Gewebe wegen der Zunahme des Zellvolumens vergrößert. In manchen Fällen treten eine Hyperplasie und eine Hypertrophie aber auch gleichzeitig auf.

Ursachen

Eine Hyperplasie kann an jeder beliebigen Körperstelle vorkommen. Nicht selten wird sie durch funktionelle Belastungen angeregt. Aber auch hormonelle Faktoren spielen mitunter eine Rolle.

In vielen Fällen lässt sich die übermäßige Zellbildung wieder rückgängig machen, indem die betroffene Person die hormonelle Stimulation beendet oder auf körperliche Belastungen wie zum Beispiel sportliche Aktivitäten verzichtet. Die Gründe für eine Hyperplasie können sowohl physiologischer als auch krankhafter Natur sein. Die Vergrößerung des betroffenen Organs oder Gewebes kommt durch die Vermehrung der Zellen zustande.

Nicht immer hat die übermäßige Zellbildung Krankheitswert. So gibt es zahlreiche harmlose Formen der Hyperplasie. Mitunter wird eine Hyperplasie auch durch

ausgelöst.

Formen

Abgesehen von Tumorwachstum bezeichnet man jede Form von Zellwachstum als Hyperplasie. Daher gilt es, zwischen zahlreichen verschiedenen Hyperplasie-Formen zu unterscheiden. Dazu gehören

  • die fokale noduläre Hyperplasie
  • die adenomatöse Hyperplasie
  • die foveoläre Hyperplasie
  • die angiolymphoide Hyperplasie
  • die lymphoide Hyperplasie
  • die fokale epitheliale Hyperplasie sowie
  • die glandulär-zystische Hyperplasie.
Übermässiges Zellwachstum gibt es in verschiedenen Zellen und Organen
Übermässiges Zellwachstum gibt es in verschiedenen Zellen und Organen

Als klassische Beispiele für eine Hyperplasie gelten die Vergrößerung der Prostata, die man als benigne Prostatahyperplasie bezeichnet, und die Bildung von Warzen oder Zysten. Sogar das Wachstum von Bindegewebe im Rahmen der Wundheilung wird als Hyperplasie eingestuft.

Protein steuert Signalwege für das Wachstum der Zellen

Grafik Verzweigung von Nervenzellen
Neurons © ktsdesign - www.fotolia.de

Forscher in Wien haben sich mit der Steuerung des Wachstums und Vermehrung der Zellen beschäftigt. Dabei stellten sie fest, dass dies über Signalwege, die von Proteinen reguliert werden, gesteuert wird. Doch diese Signale müssen aufeinander abgestimmt sein, denn sonst kann es zu einem unkontrollierten Wachstum der Zellen kommen, was dann auch zur Krebsentstehung führen kann.

Zusätzlich zu den Informationen, ob die Zellen wachsen und sich vermehren sollen, wird auch die Abwehr von Viren oder Bakterien gesteuert. So gibt es bestimmte Proteine, die die einzelnen Signalwege aktivieren, beispielsweise das "ERK" sowie "MEK1" und "MEK2". Aber oftmals bilden zwei Proteine auch einen Verbund, so dass wenn ein Protein ausfällt der Signalweg gestört ist und das Wachstum von Zellen wird nicht mehr kontrolliert.

So beispielsweise bei den beiden Proteinen "MEK1" und "MEK2". Die Forscher konnten nun beim Ausfall von "MEK1" den Signalweg anderweitig ausschalten, so dass das Zellwachstum wieder geregelt werden konnte. Diese Erkenntnis ist vor allem bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten wichtig.

Symptome

Ein typisches Merkmal der Hyperplasie ist die übermäßige Bildung von Zellen. Diese hat zur Folge, dass sich das betroffene Organ oder Gewebe vergrößert.

Verlauf

Der Verlauf einer Hyperplasie hängt davon ab, um welche Form es sich handelt. Während einzelne Warzen kein Grund zur Sorge sind, bedürfen vergrößerte Organe oder Drüsen hingegen oftmals einer medizinischen Behandlung. Dies gilt besonders für Wucherungen an

Ist die Hyperplasie pathologisch bedingt, hängt ihr Verlauf von der auslösenden Grunderkrankung ab.

Behandlung

Die Behandlung einer Hyperplasie richtet sich nach ihrer Ursache. Während einige Formen der Hyperplasie keiner Behandlung bedürfen, ist bei anderen unbedingt eine Therapie erforderlich. Dazu gehört zum Beispiel die Endometriose, eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, die oft schmerzhaft verläuft.

Die Behandlung kann sowohl mit Medikamenten als auch operativ erfolgen. In manchen Fällen wird auch eine Hormontherapie durchgeführt. Nicht selten genügt es jedoch bereits, die Hyperplasie vom Arzt regelmäßig beobachten zu lassen.

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Quellenangaben

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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