21. Juni 2010
Als Vagina oder Scheide bezeichnet man das primäre Geschlechtsorgan der Frau. Sie nimmt den männlichen Penis auf und dient während eines Geburtsvorgangs als Geburtskanal.
Die Vagina, die man auch als Scheide bezeichnet, ist das primäre Geschlechtsorgan der Frau. Während des Geschlechtsverkehrs nimmt sie den Penis des Mannes sowie dessen Sperma auf. Darüber hinaus dient sie während des Geburtsvorgangs als Geburtskanal.
Bei der weiblichen Vagina handelt es sich um ein Hohlorgan von ca. acht bis fünfzehn Zentimetern Länge, das mit Schleimhaut ausgekleidet ist und aus glatter Muskulatur und elastischem Gewebe besteht. Sie hat die Form eines Rohres oder Schlauches, der dehnbar ist. Das vordere Ende des Geschlechtsorgans markiert der Scheideneingang (Introitus vaginae), das hintere Ende, das den Übergang zum Gebärmutterhals bildet, wird als Portio vaginalis uteri bezeichnet. Weiterhin wird durch die Portio das Scheidengewölbe (Fornix vaginae) gebildet.
Bei Jungfrauen besteht in der Regel eine Verengung des Scheideneingangs durch das Jungfernhäutchen (Hymen). Dieses wird zumeist beim ersten Geschlechtsverkehr eingerissen. Des Weiteren befinden sich in der Nähe des Scheideneingangs die so genannten Bartholinischen Drüsen, die man auch als Glandulae vestibulares majores bezeichnet. Sie münden in den Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) der Vulva (Scham), der von den kleinen Schamlippen umgeben wird. Diese Drüsen sondern ein alkalisches, muköses Sekret ab, welches für die Befeuchtung des Scheideneingangs sorgt.
An ihrer vorderen Seite grenzt die Vagina an die Harnblase (Vesica urinaria) und die Harnröhre (Urethra). Auf der Hinterseite grenzt sie an den Mastdarm (Rektum). Durch den Scheideneingang wird die Grenze zwischen den äußeren und den inneren weiblichen Genitalien gebildet. Für die arterielle Versorgung der Scheide ist die Arteria vaginalis zuständig. Diese ist ein Ast der Arteria iliaca interna.
Die Vagina hat eine drüsenlose Bedeckung, bei der es sich um ein unverhorntes und mehrschichtiges Plattenepithel handelt. Höhe und Aufbau des Epithels, das keine Schleimhaut, sondern eine Haut ist, hängen vom Hormonstatus und dem Alter einer Frau ab. Während des Sexualzyklus kommt es zu einem ständigen Umbauprozess des Epithels. Dieser wird durch Sexualhormone wie Progesteron und Östrogen gesteuert. Unterteilt wird das Plattenepithel in die Basalschicht, die Parabasalschicht, die Superfiszialschicht sowie die Intermediärschicht.
Die Vagina verfügt über eine geringe Sensibilität und ist nur mit wenigen freien Nervenendigungen ausgestattet. Sensorische Fasern sind überhaupt nicht vorhanden.
Zu den Hauptaufgaben der Scheide gehört die Aufnahme des männlichen Glieds beim Geschlechtsakt sowie des Spermas mitsamt dessen Spermien, die dabei ausgestoßen werden. Diese gelangen über den Gebärmutterhals (Cervix) in die Gebärmutter (Uterus) und schließlich in die Eileiter (Tuba uterina).
Während des Geburtsvorgangs dient die Scheide als Geburtskanal. Dabei weitet sich die Vagina entsprechend aus, sodass der Kopf des Neugeborenen hindurch passt. Es kann dadurch jedoch zu Rissen kommen, die anschließend genäht werden müssen.
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