13. März 2010
(RaIA/dgk) Sie sitzen in den Gängen der Speicheldrüsen und bereiten beim Essen mitunter heftige Schmerzen: Speichelsteine sind tückisch, lassen sich aber meist gut entfernen, wie die Zeitschrift Ratgeber aus Ihrer Apotheke in ihrer Ausgabe 3B/2010 schreibt.
Dass Nieren- oder Gallensteine heftige Beschwerden hervorrufen können, wissen die meisten Menschen. Doch von Speichelsteinen haben viele noch nie etwas gehört. Dabei können uns die kleinen Gebilde in den großen Kopfspeicheldrüsen den Appetit regelrecht verderben. Denn sobald dem Menschen beim Essen "das Wasser im Mund zusammenläuft", bereiten die kleinen Steinchen große Probleme: Weil sie die Ausführungsgänge der betroffenen Speicheldrüsen verschließen, kann der Speichel nicht mehr ordnungsgemäß abfließen. Folge: Die verstopfte Drüse schwillt schmerzhaft an, das Schlucken, Kauen und sogar das Öffnen des Mundes bereiten Beschwerden. Außerdem bildet der gestaute Speichel einen idealen Nährboden für Krankheitserreger. So kommt es in Folge der Steine häufig zu bakteriellen Entzündungen der Speicheldrüsen.
Warum sich bei einigen Menschen Speichelsteine bilden und bei anderen nicht, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Bekannt ist jedoch, dass Mundtrockenheit die Steinbildung begünstigen kann. Wer dauerhaft zu wenig trinkt, riskiert, dass der Speichel eindickt, wodurch die Steine entstehen können. Aber auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes, die die Zusammensetzung des Speichels beeinflussen, sowie bestimmte Medikamente, die als Nebenwirkung den Speichelfluss reduzieren, können Ursache des Leidens sein. Dazu zählen unter anderem entwässernde Arzneimittel, Antidepressiva oder auch bestimmte Herztabletten.
In etwa 80 Prozent aller Fälle sitzen die Steine in der Unterkieferspeicheldrüse, seltener in der Ohr- oder Unterzungenspeicheldrüse. Bei einigen Patienten sind die Steine nur wenige Millimeter groß, bei manchen aber auch über einen Zentimeter lang. Sie bestehen aus den gleichen Substanzen wie der Speichel – vor allem den Salzen Kalziumphosphat und Kalziumkarbonat.
Dass der Patient unter Speichelsteinen leidet, wird der Arzt oft schon nach einem eingehenden Vorgespräch vermuten. Um die Diagnose zu sichern, kann der Mediziner eine Ultraschall-Untersuchung durchführen. Sie bietet auch die Möglichkeit, andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.
Um die störenden Gebilde wieder aus den Speicheldrüsen zu entfernen, reicht im Idealfall schon sanftes Herausmassieren oder das Lutschen und Kauen von Saurem: Zitronensaft oder saure Bonbons regen die Speichelproduktion an, wodurch so manches kleinere Steinchen wieder von selbst ausgeschwemmt werden kann. Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, ist es möglich, die Speichelsteine mittels Ultraschall-Stoßwellen zu zertrümmern (Stoßwellenlithotripsie).
Möglich ist es auch, Speichelsteine unter örtlicher Betäubung mit einem Endoskop und einem speziellen Fangkorb zu beseitigen. Bei großen Steinen muss der Mediziner jedoch häufig einen Schnitt entlang des Drüsengangs machen, um die Gebilde zu entfernen. Beruhigend zu wissen: Nur noch in Ausnahmefällen, beispielsweise, wenn die Steine sehr tief sitzen oder die betroffene Drüse stark entzündet ist, muss die komplette Speicheldrüse operativ entfernt werden.
Das hilft, um Speichelsteinen und Speicheldrüsenentzündungen vorzubeugen:
Quelle: Ratgeber aus Ihrer Apotheke/ Ausgabe 3B/2010
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
03.01.12 | |
![]() | SPEICHEL |
11.11.11 | |
![]() | SPEICHEL |
27.10.11 | |
![]() | SPEICHEL |
15.09.11 | |
![]() | SPEICHEL |
24.08.11 | |
![]() | SPEICHEL |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Speichel Forum

