Nierenarterienstenose und Nierenarterienaneurysma - Ursachen, Symptome und Behandlung

Drei Chirurgen mit grünen Kitteln und Mundschutz bei Operation

Eine Stenose und ein Aneurysma der Nierenarterie führt zu einer Verengung an der an der Nierenschlagader; eine Operation ist in vielen Fällen die richtige Behandlungsmethode

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  • von Paradisi-Redaktion

An der Nierenschlagader kann es zu Erkrankungen wie einer Stenose oder einem Aneurysma kommen. Zur Behebung ist oftmals ein operativer Eingriff nötig.

Krankheitsbild

Zu den häufigsten Erkrankungen der Nierengefäße zählen die Nierenarterienstenose und das Nierenarterienaneurysma. Bei einer Stenose kommt es zu einer Engstelle im Gefäß, während es sich bei einem Aneurysma um eine Aussackung der Nierenschlagader handelt. In beiden Fällen kann eine Operation zur Behebung erforderlich sein.

Nierenarterienstenose

Kommt es zu einer einseitigen oder beidseitigen Verengung der Arteria renalis, die die Nieren mit Blut versorgt, spricht man von einer Nierenarterienstenose. Hauptverantwortlich für die Stenose ist in den meisten Fällen eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Aorta (Hauptschlagader) sowie der abgehenden Nierenarterie. Häufig begleitet wird eine Nierenarterienstenose von zu hohem Blutdruck (arterielle Hypertonie).

Am häufigsten von einer Verengung der Nierenarterie betroffen sind ältere Menschen. Bei 20 Prozent aller Fälle ist eine Nierenarterienenge bereits angeboren. Die Stenose entsteht dann durch die besondere Ausprägung der Bindegewebsstruktur sowie der Gefäßwandmuskulatur.

Grafik der Anatomie und Blutversorgung der Niere
Grafik der Anatomie und Blutversorgung der Niere
Arteriosklerotische und fibromuskuläre Form

Differenziert wird bei einer Nierenarterienstenose zwischen einer arteriosklerotischen Nierenarterienstenose, bei der die Verengung durch Arterienverkalkung entsteht und einer fibromuskulären Nierenarterienstenose, die durch eine Verdickung der Arterienwand hervorgerufen wird, wodurch es zu einer Einengung der Gefäßöffnung kommt. Während von der arteriosklerotischen Stenose vor allem ältere Menschen betroffen sind, ist dies bei der fibromuskulären Stenose eher bei jungen Menschen der Fall.

Ursachen

Stenosen und Verschlüsse der Nierenarterien entstehen in erster Linie durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Bei einer Arterienverkalkung entwickelt sich eine Ablagerung von Bestandteilen des Bluts wie Cholesterin oder Blutplättchen.

Arterienverkalkung als Hauptursache
Arterienverkalkung als Hauptursache

Dabei kommt es in erster Linie am Übergang zwischen der Aorta und der Arteria renalis zu einer Verengung. Bei einer fibromuskulären Dysplasie tritt eine Veränderung des Bindegewebes auf, die vor allem im mittleren Drittel der Arteria renalis entsteht.

Weitere Ursachen für eine Nierenarterienstenose sind

Bei einer Nierenarterienstenose verringert sich der Durchmesser der Nierenarterie auf unter 40 Prozent, was zur Folge hat, dass die Durchblutung der Niere abnimmt. Die Niere reagiert darauf, indem sie vermehrt Renin ausschüttet.

Dies führt jedoch zu einer Engstellung der Gefäße. Außerdem tritt eine vermehrte Rückresorption von Wasser und Natrium auf.

Aufgrunddessen steigt schließlich der systemische Blutdruck. Da die erkrankte Niere den Versuch unternimmt ihre Durchblutung zu verbessern, kommt es zu einem krankhaften Druckanstieg im Kreislauf.

Nicht immer hat eine Nierenarterienstenose Beschwerden zur Folge. Häufig kommt es jedoch zu Bluthochdruck. Bei manchen Menschen ist eine Verengung der Nierenarterie bereits angeboren.

Auch bei einem Aneurysma der Nierenschlagader ist meistens Arterienverkalkung die Hauptursache. Manchmal kann die Aussackung jedoch auch durch Schäden an der Gefäßwand entstehen.

Risikofaktoren

Durch bestimmte Risikofaktoren kann das Entstehen von Arteriosklerose und damit auch einer Stenose oder eines Aneurysmas begünstigt werden. Dazu gehören

Folgen

Ein Aneurysma der Nierenarterie verursacht zumeist keine größeren Beschwerden, sodass es häufig nur durch die Untersuchung von anderen Organen entdeckt wird. Ist das Aneurysma so groß, dass es auf andere Körperstrukturen drückt, können Rückenschmerzen auftreten. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich aus dem Aneurysma Blutgerinnsel lösen, die dann die kleineren Gefäße der Niere verstopfen.

Stenosen und Aneurysmen an den Nierenarterien sind nicht ungefährlich. So wird die betroffene Niere nicht mehr richtig mit Blut und Sauerstoff versorgt. Auch starker Blutdruck kann die Folge sein.

Durch eine Aussackung der Nierenschlagader lösen sich oftmals Blutgerinnsel, durch die die kleineren Nierenarterien verstopft werden. Die größte Gefahr ist jedoch ein Riss des Aneurysmas, der lebensgefährlich ist, da der Betroffene innerlich verbluten kann.

Im schlimmsten Fall droht zudem ein Schlaganfall. Beschwerden entstehen in den meisten Fällen erst bei einer bereits fortgeschrittenen Mangelversorgung.

Der Schlaganfall als gefährliche Folge
Der Schlaganfall als gefährliche Folge

So wird weniger Urin hergestellt und aus dem Körper ausgeschieden. Stattdessen besteht die Gefahr, dass Ödeme (Wasseransammlungen) entstehen, die sich durch Schwellungen bemerkbar machen.

Da die Giftstoffe nicht mehr ausreichend aus dem Organismus ausgeschieden werden, können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Darüber hinaus sind dauerhafte Schäden der Nierenfunktion zu befürchten.

Behandlung

Um das Leben des Patienten zu retten, muss dann rasch eine Notoperation durchgeführt werden. Damit es durch eine Nierenarterienstenose oder ein Aneurysma nicht zu ernsthaften Komplikationen kommt, wird in den meisten Fällen eine Operation vorgenommen.

Manchmal genügt auch eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten. So können ACE-Hemmer, die man mit Betablockern kombiniert, verabreicht werden.

Zeigt eine medikamentöse Therapie keinen Erfolg, kann eine Perkutane transluminale Angioplastie durchgeführt werden. Dabei schiebt man mithilfe eines Katheters einen Ballon zur Nierenarterie vor, der dann aufgedehnt wird, um das Blutgefäß aufzuweiten. Falls nötig, besteht auch die Möglichkeit eine Gefäßstütze, einen Stent, einzusetzen, wodurch die Arterie wieder durchlässig wird.

Durchführung der Operation

Wird ein operativer Eingriff durchgeführt, erhält der Patient zunächst eine Vollnarkose. Um sich Zugang zur Arterie zu verschaffen, führt der Operateur entweder einen Bauchschnitt (Laparotomie) oder einen Flankenschnitt durch.

Liegt eine Stenose oder gar ein Verschluss der Nierenarterie vor, wird das Hindernis, das die Verstopfung verursacht, entfernt, damit wieder ein normaler Durchfluss des Blutes erfolgen kann. Zu diesem Zweck klemmt der Chirurg den betroffenen Gefäßanteil ab und schneidet ihn anschließend auf.

Für den Fall, dass sich Ablagerungen an der inneren Gefäßwand befinden, werden diese abgeschabt. Besteht ein Blutpfropf, operiert man diesen heraus. Schließlich vernäht man die Arterie, wobei man einen Streifen von einer körpereigenen Vene oder aus Kunststoff verwendet.

Als Alternative kommt das Legen eines Bypass infrage. Dabei wird die Engstelle überbrückt, indem man einen kleinen Schlauch aus Kunststoff oder eine körpereigene Vene als Zwischenteil einpflanzt. Vor allem bei ausgedehnten Verlegungen der Nieren- und Bauchgefäße kommt dieses Verfahren zur Anwendung.

Liegt ein Aneurysma der Nierenarterie vor, schneidet man die betreffende Stelle aus dem Gefäß heraus. Außerdem kann auch hier ein Bypass zur Überbrückung angelegt werden.

Operationen an der Niere

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: In safe hands © Yuri Arcurs - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: kidney cut zoom © axel kock - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Arteriosclerose © Sebastian Kaulitzki - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Schlaganfall. Blutgerinnsel. Hirnschlag © Henrie - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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