Jochbein - Teil des Gesichtsschädels und anfällig für Brüche

Als Jochbein bezeichnet man einen kleinen Schädelknochen im Gesicht. Durch ihn wird die laterale Begrenzung zur Augenhöhle gebildet. Das Jochbein ist vielen durch schmerzhafte Brüche bekannt. So gehört die Jochbeinfraktur zu den dritthäufigsten sportbedingten Gesichtsschädelverletzungen.

Das Jochbein trägt zur Formung des Wangenprofils und zum Aufbau der Augenhöhlenwand bei

Funktionen

Das Jochbein (Os zygomaticum) ist ein Schädelknochen im Gesicht und wird auch als Backenknochen, Wangenbein oder Jugale bezeichnet. Der menschliche Schädel ist mit zwei Jochbeinen ausgestattet, die eine laterale Begrenzung zu den Augenhöhlen (Orbita) bilden und sich unterhalb der Augenhöhlen im oberen Wangenbereich befinden. Außerdem sind sie wichtige Pfeiler für die Statik des Schädels.

Zusammen mit dem Jochfortsatz (Processus zygomaticus) formt es das Wangenprofil. Zudem ist das Jochbein am Aufbau der Augenhöhlenwand beteiligt.

Knochenstrukturen

Das Jochbein verfügt über drei Flächen. Dies sind:

  1. die Facies lateralis
  2. die Facies temporalis
  3. die Facies orbitalis

Die konvexe Facies lateralis, die man auch Facies malaris nennt, hat in ihrer Mitte eine Knochenöffnung, die als Foramen zygomaticofaciale bezeichnet wird. Außerdem haben der Musculus zygomaticus major und der Musculus zygomaticus minor ihren Ursprung auf der Facies lateralis, die man durch die Weichteile des Gesichts als Wangenknochen ertasten kann.

Die Facies temporalis ist die konkave Innenfläche des Jochbeins. Im oberen Teil bildet sie die Fossa temporalis, eine flache und breite Einsenkung und im unteren Teil die Fossa infratemporalis, eine Grube der Schädelbasis. Im Inneren der Facies temporalis befindet sich das Foramen zygomaticotemporale.

Von der glatten Facies orbitalis wird gemeinsam mit der Maxilla und dem Keilbein (Os sphenoidale) ein Teilstück des Bodens und der lateralen Orbitawand gebildet. Im Zentrum der Facies orbitalis liegt das Foramen zygomaticoorbitale. Der nach hinten gerichtete Schläfenansatz des Jochbeins, der Processus temporalis, bildet das Vorderteil des Jochbogens (Argus zygomaticus).

Fortsätze

Des Weiteren verfügt das Jochbein über drei Fortsätze. Dabei handelt es sich zum einen um den Stirnkeilbeinfortsatz, der zum Kopf hinweist und den seitlichen Augenhöhlenrand bildet.

Der Oberkieferfortsatz weist nach vorn sowie zur Seite und der Schläfenfortsatz ist nach hinten gerichtet; er bildet den Jochbeinbogen, bzw. dessen vorderen Teil.

Das Jochbein ist eine exponierte Stelle im Gesicht und deswegen anfällig für Brüche
Das Jochbein ist eine exponierte Stelle im Gesicht und deswegen anfällig für Brüche

Verletzungen des Jochbeins

Bei drohender Gefahr von vorne dreht man seinen Kopf reflektorisch zur Seite. Durch die seitliche Lage ist der Backenknochen bei Schädelverletzungen besonders häufig betroffen.

Jochbeinbruch

Häufigste Verletzung des Jochbeins ist ein Jochbeinbruch, den man auch als laterale Mittelgesichtsfraktur bezeichnet. Oftmals werden dabei auch angrenzende Körperteile verletzt. Eine Jochbeinprellung lässt sich meist nur durch Röntgenbilder vom Bruch unterscheiden; mitunter fällt die Schwellung nicht allzu stark aus.

Symptome

Wenn das Jochbein bricht, kann es durch Muskelzug zu Verschiebungen der gebrochenen Knochenteile kommen. So kann es je nach Lageveränderung der gebrochenen Stücke zu Abflachungen oder Schwellungen im Gesicht kommen.

Zu den weiteren Symptomen, die bei einer Jochbeinfraktur auftreten, gehören:

Da das Jochbein einen Teil der Augenhöhle bildet, kann auch das Sehvermögen des Patienten betroffen sein. Sensibilitätsstörungen durch Nervenverletzungen sind keine Seltenheit. Zudem können Einblutungen in den Rachenraum auftreten.

Ursachen

Verursacht wird ein Bruch des Jochbeins in der Regel durch unmittelbare mechanische Gewalt. Dies kann ein

  • heftiger Zusammenprall
  • ein Schlag oder
  • ein Sturz

sein.

Behandlung

Da es sich bei einer Jochbeinfraktur um eine recht schwere Verletzung handelt, ist zumeist ein operativer Eingriff erforderlich, was besonders für Brüche gilt, die zu Verschiebungen (Dislokalisationen) führen. Durch spezielle Metallplatten lässt sich das gebrochene Jochbein wieder zusammenfügen und fixieren. In leichteren Fällen kann diese Operation sogar unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Ohne eine Verschiebung ist auch eine konservative Behandlung möglich. Hier ist eine Schonung des betroffenen Bereichs meist ausreichend.

Prognose

In den meisten Fällen verläuft die Behandlung eines Jochbeinbruchs ohne größere Schwierigkeiten und ästhetische Beeinträchtigungen. Die gebrochene Seite kann manchmal etwas flacher wirken, als die gesunde Seite. Doch dieser kleine ästhetische Fehler ist meist nur bei genauem Hinsehen erkennbar.

In selteneren Fällen kann es nach der Operation zu Infektionen kommen, die zur Folge haben können, dass Gewebe oder Teile des Knochens absterben. Ebenso kann es durch Nervenverletzungen zu Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinungen kommen. Diese Komplikationen sind jedoch eher die Ausnahme als die Regel.

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Quellenangaben
  • human anatomy © Roman Milert - www.fotolia.de
  • face closeup © Coka - www.fotolia.de

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