5. Januar 2011
Als Ösophagus-Atresie bezeichnet man eine Fehlbildung der Speiseröhre. Dabei wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden.
Unter einer Ösophagus-Atresie versteht man eine angeborene Fehlbildung der Speiseröhre. Dabei besteht entweder keine Verbindung zwischen Speiseröhre (Ösophagus) und Magen oder es liegt eine starke Stenose (Engstelle) vor, sodass die Nahrung nicht ungehindert passieren kann.
Das Vorkommen einer Ösophagus-Atresie liegt bei 1:3500 Geburten. Vielfach kommt es neben der Speiseröhren-Fehlbildung auch zu anderen Anomalien wie zum Beispiel einem Herzfehler. In den meisten Fällen bildet sich eine Fistel. Verursacht wird die Ösophagus-Atresie von einer fehlerhaften Entwicklung der Speiseröhre. Dabei kann ein Teil der Speiseröhre fehlen. Stattdessen befindet sich an der fehlerhaften Stelle ein Strang aus Bindegewebe. Normalerweise beginnt die Entwicklung der Speiseröhre in der Fetalzeit und entsteht aus dem embryonalen Vorderdarm. Dieser erstreckt sich vom Pharynx zum Magen. Nach zwanzig Schwangerschaftstagen besteht eine bauchseitige Verdickung. Aus dieser Verdickung differenziert sich ab dem 26. Schwangerschaftstag eine totale Separation, die die Form einer Röhre hat. Dabei handelt es sich um die spätere Luftröhre (Trachea). Wird dieser Separationsgang jedoch gestört, kommt es zur Bildung einer Ösophagus-Atresie.
Eine Ösophagus-Atresie ist meist sehr gefährlich, denn wenn eine Verbindung zwischen Speiseröhre und Luftröhre besteht, kann Nahrung in die Lungen kommen, was oftmals eine lebensbedrohliche Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) zur Folge hat. Aus diesem Grund muss die Fehlbildung so schnell wie möglich operiert werden. Die Ösophagus-Atresie wird nach Vogt in verschiedene Formen unterteilt.
Vogt Typ I hat eine Häufigkeit von rund einem Prozent. Es sammelt sich im Magen keine Luft an. Das obere Segment der Speiseröhre endet als Blindsack.
Bei Vogt Typ II handelt es sich um eine Atresie ohne die Ausbildung von Fisteln. Ebenso wie bei Typ I besteht keine Luftansammlung im Magen. Die Häufigkeit dieser Form liegt bei etwa sechs Prozent.
In diesem Fall kommt es zu einer ösophagotrachealen Fistel am Obersegment. Das Untersegment endet in einem Blindsack. Der Häufigkeitsanteil liegt bei etwa einem Prozent.
Mit 85 Prozent ist die Häufigkeit dieser Form am höchsten. Dabei kommt es zur Bildung von Fisteln am Untersegment, während sich das Ende des Obersegments in einem Blindsack befindet.
Bei dieser Form kommt es zur Bildung einer Doppelfistel. Die Häufigkeit beträgt rund fünf Prozent.
Bei Vogt Typ IV handelt es sich um eine Ösophagotracheale Fistel ohne Atresie. Man nennt sie auch H-Fistel. Die Häufigkeit liegt bei ungefähr zwei Prozent.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
01.04.12 | |
![]() | HALS |
24.09.11 | |
![]() | HALS |
03.09.11 | |
![]() | HALS |
07.08.11 | |
![]() | HALS |
15.07.11 | |
![]() | HALS |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Hals Forum

