29. April 2009
Von Judith Heede
Die Welt steckt in einer Finanzkrise. Klar, dass auch die Modeindustrie darunter leidet. Und so reduzierten sich die Pariser Haute Couture-Schauen von 26 Schauen in vier Tagen letztes Jahr, zu 21 Präsentationen in drei Tagen dieses Jahr. Viele der großen Modehäuser verzichteten auf aufwändige Shows und zeigten ihre Kollektionen nur noch online. Doch Krisenstimmung kam bei den weißen Roben, Träumen aus Tüll und Federkleidern nicht auf.
Die Chanel Show war ein einziger Traum in weiß. Chefdesigner Karl Lagerfeld setzte auf einen Neuanfang und ließ seine Models in weiße Roben drapiert durch eine Kulisse aus über 4000 Metern Papier schreiten – über drei Monate und ein Team aus 40 Mitarbeitern waren nötig, um das weiße Paradies einer jeden Braut aus Papierblumen zu schaffen.
Die Silhouette blieb schlicht – Lagerfeld hielt sich an klare A-Linien. Ganz im Chanel Stil endeten die Röcke kurz über dem Knie und die kurzen Jäckchen bestachen mit eckigen Schultern und abstehenden Krägen. Hightlight waren die phantastischen Hut-Kreationen des japanischen Haar-Stylisten Katsuya Kamo, die die Models wie Eisprinzessinnen aus einer Märchenwelt erschienen ließ.
Nach nur zwei Saisons als Valentino Garavanis Nachfolgerin, machte Alessandra Facchinetti Platz für Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli, die dem Namen Valentino alle Ehre machten: Stehkrägen mit 60er-Jahre-Flair, Plissee, Blumenapplikationen und natürlich rote Kleider, das Markenzeichen des berühmten italienischen Modehauses waren in der Kollektion zu sehen. Raffinierte Drapierungen, eleganten schlichte Schnitte und mit Perlen und Kristallen besetzte Stücke zeigten die perfekte Symbiose aus simpler Eleganz und raffinierten Details.
Doch wenn der Vorhang gefallen ist, kehrt auch die Realität zurück und mit ihr die Finanzkrise. Leisten kann sich solch eine Haute Couture Robe wirklich nur ein Hollywoodstar und selbst die leihen sich die Träume aus Stoff in diesen Zeiten nur aus. Kein Wunder, die ultraluxuriösen Couture-Kleidern von Lagerfeld, Armani, Versace und Co kosten locker mal 40.000 Dollar.
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