Reiserecht - Bestandteile und Tipps bei Reisemängeln

Grafik gelbes Schild mit Sonne und "Urlaub" darauf unter blauem Himmel

Abgezockt im Urlaub - das sind Ihre Rechte, das sind Ihre Ansprechpartner

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  • von Paradisi-Redaktion

Nicht immer verläuft eine Urlaubsreise erfreulich. Doch wenn es zu erheblichen Reisemängeln kommt, bietet das Reiserecht die Möglichkeit, sich zu wehren. Das Reiserecht wird in mehrere Teilbereiche aufgeteilt. Kommt es seitens des Urlaubers zu Beschwerden, kann er sich an die Verbraucherzentrale wenden, die ihn über seine Rechte informiert. Lesen Sie über die Bedeutung und Nutzung des Reiserechts.

Reiserecht: eine Definition

Das Reiserecht befasst sich mit sämtlichen rechtlichen Fragen, die im Zusammenhang mit einer Reise auftreten können. Besonders bei Reisemängeln, für die beispielsweise Entschädigungen gefordert werden, machen Urlauber davon Gebrauch. Abgesehen davon regelt es die Bestandteile des Vertrags zwischen Reisendem und Reiseveranstalter.

Das Reiserecht wird in unterschiedliche Teilbereiche unterteilt:

  • Europäische Vorschriften
  • Internationale Verträge und Vereinbarungen
  • Nationales Recht

Im deutschen Recht inkludiert ist das Reisevertragsrecht für Pauschalreisen, welches beispielsweise die Informationspflicht des Reiseveranstalters sowie das Reisevermittlungsrecht regelt, und das Individualreiserecht mit Gastaufnahme- und Beförderungsverträgen.

Bestandteile

Thematisiert wird zum einen die Reisebuchung. Hier geht es beispielsweise um die Punkte

  • Reisevertrag und Vertragspartner
  • Verbindlichkeit
  • Anzahlung und Zahlung
  • Insolvenz
  • Reiseversicherung

Im Bereich Reiserücktritt und Umbuchung werden folgende Aspekte berücksichtigt:

  • Stornierung der Reise
  • Widerruf des Reisevertrags
  • Reiseänderungen
  • Reisekostenrücktrittsversicherung
  • Rücktrittspauschale
  • Absage der Reise durch den Veranstalter

Natürlich spielen auch Reisemängel eine Rolle. Hier spielen

  • Gewährleistungsansprüche
  • Angebote durch den Reiseveranstalter
  • Schadensersatz und weitere Ansprüche
  • und Haftung

eine Rolle.

Mögliche Reisemängel

Normalerweise erhofft man sich von einer Urlaubsreise ruhige und erholsame Tage. Doch manchmal kann die Ferienreise auch zum Ärgernis werden. Häufige Gründe sind

  • überbuchte Hotels
  • dreckige Unterkünfte oder Strände
  • Lärm durch Baustellen sowie
  • vorverlegte Flüge.

Zwar lässt sich das verpasste Urlaubserlebnis nicht mehr ersetzen, doch zumindest einen Teil des investierten Geldes kann man sich wieder zurückholen, denn als Urlauber hat man schließlich auch Rechte, von denen man Gebrauch machen sollte.

Wenn versprochene Leistungen nicht erfüllt worden sind

Bucht ein Urlauber eine Pauschalreise, hat er generell das Recht auf eine Entschädigung, sofern die versprochene Leistung des Reiseanbieters von der eigentlich erbrachten Leistung abweicht. Dabei kann es sich zum Beispiel um ein überbuchtes Hotel, störenden Baulärm oder ein dreckiges Zimmer handeln. Auch wenn der eigentlich versprochene Blick auf das Meer nicht vorhanden ist und man stattdessen Baustellen oder Hinterhöfe zu sehen bekommt, hat man das Recht sich zu beschweren.

Anstatt an die Hotelrezeption oder das Reisebüro, muss man sich dabei jedoch an die Reiseleitung wenden und diese ersuchen, Abhilfe zu schaffen. Im Zweifelsfall sollten die Mängel mit einem Fotoapparat oder einer Videokamera protokolliert werden. Wichtig ist, dass die Beschwerde sofort erfolgt, denn wenn man erst nach dem Urlaub eine Reklamation vornimmt, verfällt der Anspruch auf Ersatz.

Generelle Schritte bei Reisemängeln

Bestehen Reisemängel, muss der Urlauber ein paar Schritte beachten. Wichtig ist:

  • Ein Reisemangel muss vor Ort beim Veranstalter gemeldet, die Beseitigung verlangt werden - eine schriftliche Bestätigung ist zu empfehlen
  • Wird der Mangel nicht oder deutlich später beseitigt, kann der Urlauber in einem Zeitraum von vier Wochen nach der Rückkehr den Mangel anzeigen; später alleridngs verfällt der Anspruch auf Erstattung
  • Wird die Gewährleistung für den Mangel abgelehnt, können die Ansprüche in einem Zeitraum von zwei Jahren gerichtlich geldend gemacht werden

Typisches Beispiel: verschobene An- und Abreise

Bei günstigen Pauschalreisen kann es vorkommen, dass sich der An- und Abreisezeitpunkt verschiebt. Rechtsexperten raten daher, sich rechtzeitig vor der Abreise nach der exakten Reisezeit zu erkundigen. Leidet die Erholung unter einer Verschiebung der Reise, kann man sich an den Reiseveranstalter wenden und von ihm eine Minderung des Reisepreises verlangen.

Auch Verspätungen auf Flugreisen können vorkommen. Nach der EU-Fluggastverordnung hat man jedoch erst nach einer Ankunftsverzögerung von über drei Stunden Anspruch auf eine Ausgleichszahlung und das auch nur, wenn der Abflug erst nach drei Stunden erfolgt ist.

Hilfe gibt es von Verbraucherzentralen

Wer im Falle von Reiseproblemen Hilfe sucht, kann sich an die Verbraucherzentralen wenden. Diese informieren den Urlauber über seine Rechte und helfen ihm auch bei der Formulierung und gerichtlichen Durchsetzung seiner Ansprüche.

Ein wichtiger Ansprechpartner bei Verstößen von Fluggesellschaften gegen die EU-Fluggastverordnung ist das Luftfahrt-Bundesamt (LBA). Dieses hat die Möglichkeit, auch Geldbußen zu verhängen.

Kein Reisemangel wenn der Pool vom Katalogbild abweicht

Mauritius: Blick von Holzterasse mit Liegestühlen und Infinity-Pool auf das türkise Meer, Sommerurlaub
Tropical relax in Mauritius © Oleksandr Dibrova - www.fotolia.de

Der Pool von einem Hotel muss nicht exakt dem Bild im Reisekatalog entsprechen. Unter dem Aktenzeichen 49 C 1338/05 entschied das Amtsgericht Duisburg, dass die Abbildung eines Swimmingpools im Katalog nicht exakt dem realen Pool eines Hotels entsprechen muss, solange er nicht nennenswert kleiner ist.

Die Nutzung des Pools und die Urlaubsreise wurde nicht beeinträchtigt somit lag kein Reisemangel vor.

Was bei einer Reisereklamation beachtet werden muss

Sollte es vorkommen, dass die Unterkunft im Urlaub nicht so ist wie geplant, sind wichtige Dinge zur reibungslosen Reklamation zu beachten: Noch während des Aufenthalts im Urlaub sollte der Reiseleiter auf bestehende Mängel hingewiesen und aufgefordert werden, diese unverzüglich zu beseitigen.

Anwesende Zeugen bei diesem Gespräch sind von Vorteil. Verfassen sie einen schriftlichen Reklamationsanspruch, inkl. Angabe der Reisedaten, eine Liste der Mängel (hierbei auf Beweismittel wie Fotos oder Zeugenangaben achten), ihrer Bankverbindung und des Reisepreisminderungsbetrags, welcher nach Frankfurter Tabelle berechnet werden kann.

Dieses Schreiben sollte binnen eines Monats nach Rückkehr der Reise beim Reiseveranstalter vorliegen. Zu berücksichtigen ist ebenfalls, dass nach zwei Jahren eine Verjährung eintritt, welche nur per Klage verzögert werden kann.

Mängel im Urlaub sofort bei der Reiseleitung melden

Tipps zum Umgang mit Reisemängeln

Strand auf Usedom in Bansin mit Strandkörben, dahinter Häuser/Hotels
strand in bansin © detlef menzel - www.fotolia.de

Leider passiert es immer wieder, dass im Urlaub nicht alles so ist, wie man es vorher im Reisebüro gebucht hat. Doch nicht alle Unannehmlichkeiten sind richtige Mängel, die man reklamieren kann. So stellen auch Verspätungen bei den Flügen keine Mängel dar, auch wenn das Personal unfreundlich ist, so ist dies zwar ärgerlich, aber kein Grund für eine Leistungsminderung des Reiseveranstalters.

Mängel müssen vor Ort der Reiseleitung gemeldet werden

Anders sieht es aus, wenn das Hotel überbucht ist, oder wenn der gebuchte Meerblick fehlt. Auch eine Lebensmittelvergiftung durch schlechtes, verdorbenes Essen fällt unter die Liste der Mängel. Doch Vorsicht, alle Mängel müssen sofort bei der Reiseleitung vor Ort gemeldet werden, wenn dies nicht möglich ist, den Reiseveranstalter in Deutschland benachrichtige.

Am besten die Mängel schriftlich sich von der Reiseleitung bestätigen lassen und Fotos machen. Wenn die Mängel vor Ort nicht behoben werden können, so sollte man sofort nach dem Ende des Urlaubs beim Reiseunternehmen dies schriftlich reklamieren, so dass man eine Preisminderung, beziehungsweise Rückvergütung, bekommt. In welcher Höhe diese ausfallen kann, so gibt es dafür eine unverbindliche "Frankfurter Tabelle", die aber von den meisten Gerichten zugrunde gelegt wird.

Kein Reisemangel bei landestypischen Ungeziefer

Wer eine Reise gebucht hat, der möchte es am Urlaubsort auch so antreffen, wie es der Reiseveranstalter angeboten hat. Ist dies nicht der Fall, so kann man dies reklamieren und eventuell eine Rückvergütung erlangen. So beispielsweise wenn das versprochene 4-Sterne-Hotel sich erst noch im Bau befindet oder der Strand einer Müllhalde gleicht.

Wer irgendwelche Mängel feststellt, sollte dies sofort bei Reiseleitung vor Ort reklamieren und auch Beweise, wie Zeugen oder Fotos, sammeln. Ist eine Abschaffung der Mängel vor Ort nicht möglich, dann nach dem Urlaub sofort zu Hause den Reiseveranstalter schriftlich informieren.

Aber nicht alle Mängel sind ein Grund zur Reklamation, so sind zum Beispiel bei einer Reise in tropische Regionen Ungeziefer, wie Kakerlaken dort typisch, so dass man damit im Vorfeld schon rechnen muss. Auch bestimmte Formulierungen im Reisekatalog, wie "zum Meer gelegen" heißt nicht automatisch auch "Meerblick".

Grotesk! Die kuriosesten Beschwerdegründe von Deutschland-Urlaubern

Reisemängel bieten oftmals allen Grund zur Beschwerde. Manche Reisende machen von ihrem Recht jedoch zu intensiv Gebrauch – vor allem aus absurdesten Gründen.

Ein Internet-Reservierungsportal hat nun die witzigsten Beschwerden seiner Partnerhotels zusammengestellt. Diese reichten von unangenehmen Bergen (die das Tal so verengen würden, dass der Urlauber kaum Luft bekäme) über Beschwerden über das Wetter (der Gast sei bei Regen so verängstigt, dass er nicht schlafen könne) bis hin zu Beschwerden über die Kurtaxe (der Gast sah nicht ein, beim Ostsee-Urlaub Kurtaxe zahlen zu müssen, obwohl er garnicht damit gefahren sei).

Die wohl abwegigste Beschwerde ist gleich mehrfach eingereicht worden: einige Hotelbesucherinnen haben sich darüber beschwert, durch Schwimmen im Swimmingpool bzw. Schwimmbecken geschwängert worden zu sein.

Auch die Begleitpersonen haben bei Absage einer Reiseveranstaltung Anspruch auf Entschädigung

Schadensersatz: Bei stornierten Reisen seitens des Veranstalters muss entschädigt werden

Weiß-Grünes Kreuzfahrtschiff auf blauem Wasser vor grünen Palmen
nil 1 © Torsten Bothe - www.fotolia.de

Ein Urlauber und auch seine mitreisenden Begleiter haben gleichermaßen Anspruch auf eine Entschädigung, wenn ein Reiseveranstalter die Fahrt absagt. Dafür muss auch keine extra Vollmacht ausgestellt werden, damit der Urlauber die Ansprüche fristgerecht geltend machen kann, wie jetzt auch der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe urteilte.

Dein beispielhafter Fall

Bei einem Fall hatte ein Rentner-Ehepaar eine Donauschifffahrt gebucht, aber der Reiseveranstalter sagte diese drei Wochen vor Beginn ab. Als Alternative wurde die Reise für das darauf folgende Jahr angeboten oder aber auch die Stornierung. Der Mann entschloss sich für die Stornierung und wollte zusätzlich eine Entschädigung für die "nutzlos aufgewendete Urlaubszeit" für sich und seine Ehefrau.

Aber der Veranstalter zahlte eine Entschädigung in Höhe von 50 Prozent des Reisepreises nur für den Mann, weil er bei der Geltendmachung keine Vollmacht seiner Frau vorgelegt habe. Der Fall kam vor Gericht und die Richter gaben dem Rentner Recht, da er fristgemäß die Ansprüche gestellt habe und dafür benötigte er auch keine extra Vollmacht der Ehefrau. Auch hätte man diese eventuell noch später einreichen können. Der Reiseveranstalter musste nun zweimal 1136,50 Euro als Schadensersatz an das Ehepaar überweisen.

Verbraucherrechte werden deutlich gestärkt

Die Rechte Flug- und Bahnreisender sind in den letzten Jahren deutlich gestärkt worden. Doch wie sehen diese Rechte im Schadensfall konkret aus? Nun, zunächst einmal erhalten betroffene Reisende grundsätzlich Entschädigungszahlungen, bei Zugausfällen bekommen sie unter Umständen sogar den kompletten Ticketpreis zurück. Bei Flugausfall und Überbuchung bekommt man entweder das komplette Flugticket erstattet, alternativ kann man sich aber auch auf einen Ersatzflug umbuchen lassen.

Im Extremfall übernimmt die Fluggesellschaft sogar die Kosten für die Unterbringung im Hotel während der Wartezeit. Ab einer Verspätung von drei Stunden haben Passagiere außerdem Anspruch auf Entschädigungszahlungen bis zu 600 Euro, abhängig von der Länge der Flugstrecke. Für den ärgerlichen Fall, dass das Gepäck abhanden gekommen ist, können Geschädigte auf eine Entschädigungszahlungen von bis zu 1.300 Euro bestehen.

Entspannt in den Sommerurlaub: Das sind die Rechte für Flugpassagiere

Flugreisende haben einen Anspruch auf Entschädigungen bei Stornierung, Verspätung oder Gepäckverlust

Passagierflugzeug bei Abflug von unten mit Blick in Himmel
aeroplane © Eray Haciosmanoglu - www.fotolia.de

Endlich Urlaubszeit! Tausende Familien werden auch in diesen Sommerferien wieder mit dem Flugzeug reisen. Doch wenn nicht alles glatt läuft, ist die Ratlosigkeit oft groß. Dabei haben Flugzeugreisende klar festgelegte Rechte.

Anspruchsrechte von Flugpassagieren

Flug gestrichen: Wird ein Flug von der Gesellschaft gestrichen, oder kann der Gast aus anderen von ihm nicht verschuldeten Gründen nicht mitfliegen, muss ein Ersatzflug angeboten werden. Der Kunde hat aber ebenso das Recht zu entscheiden, den Flug nicht anzutreten und sein Geld zurück zu verlangen. Auch eine Entschädigung zum Ausgleich ist in solchen Fällen einforderbar.

Krasse Verspätung: Ab einer Verspätung von drei Stunden haben Passagiere ebenfalls das Recht auf Entschädigung. In der Regel zählen hier beispielsweise technische Probleme dazu. Ein Sturm oder anderen Umstände, die von der Fluggesellschaft nicht vorhersehbar waren, führen nicht zu einer Entschädigung.
Kann der Personentransport erst am darauf folgenden Tag geleistet werden, muss die Gesellschaft für ein Hotel aufkommen.

Gepäck verloren: Wird das Gepäck offiziell als verloren gemeldet und bleibt dann verschollen, hat der Reisende Anspruch auf rund 1200 Euro.

Alle Regeln helfen jedoch nicht, wenn Personen ihren Flug aus Eigenverschulden verpassen. Dann besteht keinerlei Anspruch auf Ersatz.

Scheitert der Urlaub an Problemen mit der Fluggesellschaft, sollten Sie Ihre Rechte einklagen

Fluggesellschaften stellen sich oft dumm, wenn es um Entschädigung geht - so tun Sie trotzdem etwas!

Grafik offener Reisekoffer, darin Strand mit Klappstuhl und Sonnenschirm
Vacation at home © mipan - www.fotolia.de

Probleme mit der Fluggesellschaft können verschieden aussehen. Ihr Gepäck verschwindet auf mysteriöse Art und Weise, die Maschine kommt zu spät, oder der Flug fällt gar ganz aus und Sie bleiben am verregneten Flughafen sitzen, statt endlich am Strand zu liegen. In allen Fällen sollten Sie auf Ihr gutes Recht bestehen.

Das sind Ihre Rechte

Müssen Sie länger als 2 Stunden warten, muss man Ihnen Getränke und Essen anbieten, fällt die Maschine gar aus, haben Sie Anspruch auf den kompletten Flugpreis. Der Grund für die Verzögerung oder den Flugausfall spielt dabei keine Rolle! Die Regelungen gelten prinzipiell für alle Fluggesellschaften Europas und auch für Nichteuropäische, wenn sie innerhalb der EU starten.

Verliert man Ihr Gepäck, sollten Sie ebenfalls lauthals protestieren. Kann man es Ihnen nicht zurück bringen, muss man Sie finanziell entschädigen. Dabei können Sie bis zu 1220 Euro bekommen.

Die meisten Gesellschaften sind natürlich nicht erfreut darüber, bezahlen zu müssen. Stellen Sie trotzdem den Antrag auf Erstattung, dann sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite. Wird das Geld nicht ausgezahlt, können Sie sich bei Ihrer nationalen Luftfahrtaufsichtsbehörde beschweren.

Für Deutsche ist die Anlaufstelle in Braunschweig beim "Luftfahrt-Bundesamt". Fluggesellschaften stellen sich oft unwissend und verschweigen Ihnen bei einer Beschwerde vor Ort, dass Sie Recht auf Entschädigung haben. Sie sollten sich dann an Behörden in ihrem Heimatstaat wenden.

Wenn der Urlaub zum Horrortrip wird - So reklamiert man eine Reise

Eie Reklamation im Urlaub sollte schriftlich erfolgen und am besten direkt dem Veranstalter melden

Grafik gelbes Schild mit Sonne und "Urlaub" darauf unter blauem Himmel
auf in den Urlaub © DeVIce - www.fotolia.de

Für viele ist der Sommerurlaub die Zeit der verdienten Erholung vom Arbeitsalltag. Umso enttäuschender ist es, wenn die schönsten Tage im Jahr zum Horrortrip werden, weil man am Urlaubsziel auf dreckige Strände und heruntergekommene Hotelzimmer trifft.

Schriftliches Festhalten von Mängeln und Kontaktierung des Veranstalters

Betroffene sollten geistesgegenwärtig reagieren und Mängel noch vom Urlaubsort aus bei dem Veranstalter melden. Dieser Vorgang muss unbedingt schriftlich erfolgen, sonst verfallen die Ansprüche auf Schadensersatz.

Normalerweise werden die Mängel dann beseitigt, etwa indem das Zimmer gereinigt wird, oder man ein anderes erhält. Geschieht dies nicht, kann kostenlos von der gebuchten Reise zurückgetreten werden. Doch auch wer sich entscheidet, nicht nach Hause zu fahren, hat später Anspruch auf die teilweise Rückzahlung der Kosten.

Generell gilt: Alles mit Fotoapparat oder Videokamera protokollieren und im Zweifelsfall andere Mitreisende bitten, als Zeuge aufzutreten.

Nach dem Urlaub müssen Mängelprotokolle und Beweise innerhalb von einem Monat bei dem Veranstalter eingehen - am besten als Einschreiben. Ob man Geld zurück erhält und wenn ja, wie viel, kann man zumindest ungefähr anhand der sogenannten "Frankfurter Tabelle" errechnen.

Kreditkarte für Flug nicht notwendig

Lediglich ein Zahlungsmittel - Flugpassagiere müssen am Schalter keine Kreditkarte vorlegen

Einsicht in Flughafenhalle mit vielen menschen an Schaltern
airport crowd © Elenathewise - www.fotolia.de

Auch ohne Kreditkarte haben Passagiere ein Anrecht auf ihren Flug. Das urteilte das Landgericht (LG) Frankfurt am Main (Az.: 2-24 O 142/10). Die spanische Fluggesellschaft Iberia hatte einer Frau die Mitnahme verweigert, da diese beim Check-In keine Kreditkarte vorlegen konnte.

Da sie gezwungen war umzubuchen, verklagte sie das Unternehmen auf Schadenersatz. Das Gericht gab ihr nun Recht und erklärte die Klausel in den Geschäftsbedingungen, dass Fluggäste der Iberia eine Kreditkarte am Schalter vorzulegen haben, für rechtswidrig.

Mit Kreditkartenabrechnung gab sich Airline nicht zufrieden

Die Frau hatte ihre Reise im Internet gebucht. Nach Angaben von Iberia konnte sie beim Einchecken die erforderliche Kreditkarte nicht vorweisen. Gegen eine Gebühr von 50 Euro musste sie auf einen Flug umbuchen, der erst zwei Tage später ging.

Da die Frau aufgrund einer Anweisung ihrer Bank ihre Kreditkarte ausgetauscht und noch keine neue bekommen hatte, konnte sie am Schalter keine vorweisen. Auch eine Kreditkartenabrechnung akzeptierte die Airline nicht.

Kreditkarte ist kein Reisedokument

Das Landgericht gab in seiner Urteilsbegründung bekannt, dass die Plastikkarte keine notwendiges Reisedokument, sondern lediglich ein Zahlungsmittel sei. Auch ohne die Karte dürfe eine Fluggesellschaft keinen Passagier am Flughafen stehen lassen.

Die Richter verdonnerten Iberia nicht nur zu Schadenersatz, sondern verboten dem spanischen Unternehmen, unter Androhung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 250.000 Euro, diese Klausel weiter zu verwenden.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Reiseveranstalter muss Abfahrtszeiten korrekt mitteilen

Urteil: Veranstalter von Pauschalreisen haben die Pflicht, Kunden korrekt zu informieren

Fliegen - Abflug-Anzeigetafel im Flughafen
abflug © Philipp Baer - www.fotolia.de

Wenn ein Urlauber seinen Flug verpasst, weil der Reiseveranstalter die Abfahrtszeiten nicht korrekt und unmissverständlich seinen Kunden mitteilt, so muss der Reiseveranstalter den kompletten Reisepreis ersetzen, wie jetzt auch das Landgericht in Nürnberg-Fürth urteilte.

In dem Urteil, das auch die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" wiedergab, hat der Veranstalter einer Pauschalreise die Pflicht seinen Kunden exakte und unmissverständliche Angaben zur Abfahrt und Abflug zukommen zu lassen.

Fallbeispiel

Bei dem vorliegenden Fall erhielt ein Kunde von seinem Veranstalter zwei Briefe, worin die Abfahrt zum Flughafen mittels Bustransfer für den 3.März 2009 um 20.30 Uhr mitgeteilt wurde. Aber auf der nächsten Seite war der Abflug des Flugzeugs für 4.00 Uhr ebenfalls für den selben Tag angegeben, worauf der Kunde am 3. März um 20.30 Uhr auf seinen Bus wartete und nicht schon am 2. März und somit natürlich den Flieger verpasste.

Der Kunde hätte in diesem Fall nur aufgrund der verschiedenen Uhrzeiten herausfinden können, dass auch der Transfer schon am 2. März gewesen wäre, doch waren die Angaben des Reiseunternehmens nicht eindeutig. Darauf kam es zur Klage und der Kunde bekam Recht und sein Geld zurück. Aber leider war auch sein Urlaub ins Wasser gefallen.

Kunde hat kein Recht auf ein besonders günstiges Angebot

Nach einer Klage gegen die Stornierung seines Urlaubs geht Kunde leer aus

Mini-Sonnenliege auf Sand, daneben Gelscheine - Urlaubsgeld
Urlaubsgeld © Andre Bonn - www.fotolia.de

Weil ein Kunde im Internet eine Reise nach Dubai extrem niedrig fand, ließ er sich telefonisch extra nochmals den Preis bestätigen, bevor er die Buchung abschickte. Aber die Reise konnte er nicht antreten, denn der Veranstalter wollte den Vertrag nicht anerkennen, weil es sich bei dem Angebot um einen Softwarefehler handelte.

Daraufhin wollte der Kunde einmal sein Geld zurück, das heißt die Anzahlung, und weiter verlangte er eine Ersatzreise sowie Schadensersatz für den entgangenen Urlaub. So kam es dann zur Klage vor Gericht.

Kunde hätte sich besser informieren müssen

Aber hier zog der Kunde den Kürzeren, so dass er nur das Geld von der Anzahlung zurückerstattet bekam. Als Begründung gab das Gericht folgende Erklärung: Wenn ein Angebot extrem preiswert ist, dass es sich dabei um ein so großes Missverhältnis zwischen Preis und Leistung handelt, was man ohne weiteres erkennen kann, so kann man als Käufer nicht darauf bestehen.

Die Reise nach Dubai sollte für zwei Personen nur 1392 Euro kosten, normalerweise liegt der Preis aber beim Dreifachen. So hätte der Kunde sich über das Internet problemlos vergleichsweise auch bei anderen Reiseveranstaltern informieren können und feststellen müssen, dass es sich bei seiner Buchung um einen Fehler handeln muss, auch wenn er sich telefonisch den Preis bestätigen ließ.

Was Flugpassagiere durch eventuellen Flugausfall durch die neue Aschewolke beachten sollten

Naturphänomene behindern oft auch den Flugverkehr, doch was kann man als Passagier tun?

Tafel mit Ankunft und Abflug von Flugzeugen in Flughafen, Flugziele
airport © flucas - www.fotolia.de

Schon wieder wird der Flugverkehr durch den Ausbruch eines Vulkans auf Island durch eine Aschewolke beeinträchtigt, auch wenn zur Zeit noch nicht die Ausmaße der Ausfälle vom letzten Jahr erreicht werden. Doch wieder stellt sich für die Reisenden oftmals die Frage, wie verhalte ich mich, beziehungsweise welche Rechte habe ich?

Mögliche Erstattungen bei Flugausfällen

So dürfen Passagiere, die nicht reisen können, mit einer Erstattung der Tickets rechnen, doch das war es dann auch. Wer bei einer Zwischenlandung auf den Weiterflug warten muss, der hat Anspruch auf sogenannte Betreuungskosten, wie die Versorgung mit Getränken.

Doch was ist, wenn ich beispielsweise ein Hotel und Mietwagen im Voraus gebucht habe? Hier gilt der Ratschlag von Frau Sabine Fischer-Volk, eine Reiserechtsexpertin, dass man mit dem Hotel oder der Autovermietung auf Kulanzbasis verhandeln sollte, was aber nicht immer einfach ist. Bei Pauschalreisen ist dies einfacher, der Veranstalter bezahlt den vollen Reisepreis zurück, doch keine Schadensersatzleistungen, wegen beispielsweise entgangener Urlaubsfreuden oder weil ein Arbeitnehmer seinen Urlaub im Betrieb dementsprechend geplant hat.

Möglichkeiten der Umbuchung

Aber vielleicht besteht die Möglichkeit einer Umbuchung der Reise in ein anderes Urlaubsziel, so vielleicht statt nach England auf die Mittelmeer-Insel Malta, wo ja auch Englisch gesprochen wird und Linksverkehr auf den Straßen herrscht.

Außerdem kann man nach Großbritannien unter Umständen mit der Fähre und anschließend mit dem Bus zu seinem Ziel gelangen, so dass man für solche Reisen noch diverse Möglichkeiten hat. Oder vielleicht einmal eine Fahrt durch den Eurotunnel?

Wie sieht es bei Rückflügen aus?

Wer einen Hin- und Rückflug gebucht hat, der wird von der Fluggesellschaft bis zum Rückflug kostenfrei untergebracht. Anders ist dies bei Pauschalreisen, wo dann der Urlauber seine "unfreiwillige Verlängerung" selber bezahlen muss. Liegen anschließend die Kosten für die Heimreise höher als im Vorfeld geplant, so teilen sich der Kunde und Reiseveranstalter die Kosten.

Doch was soll man machen, wenn in den nächsten Tagen der geplante Flug durch ein betroffenes Gebiet gehen soll? Hier heißt es bei den pessimistischen Passagieren, Kündigung des Reisevertrags und eventuell die Stornogebühren bezahlen, oder man bleibt cool und wartet was geschieht, denn fällt der Flug aus, bekommt man den Reisepreis erstattet, oder man kann vielleicht kostenfrei umbuchen, denn auch in anderen Ländern ist es schön.

Schadenersatz für Urlaub auf der Baustelle

Urlaubszeit ist die schönste Zeit des Jahres. Doch wenn im Hotel wie auf einer Großbaustelle gehämmert, gebohrt und gesägt wird, kann die Urlaubsstimmung schnell verfliegen. Diese Erfahrung mussten Urlauber machen, die jetzt vor dem Landgericht Frankfurt klagten.

Der Speisesaal war nicht begehbar, andere Bereiche des Hotels mit Plastikplanen verhängt, die als Sichtschutz vor den Bauarbeiten dienten, und auch der Pool war nur eingeschränkt benutzbar. Dies konnten die Kläger mit Fotomaterial beweisen. Auch der Lärm von Arbeiten mit dem Presslufthammer trübte die Ferienstimmung.

Dass dies keine Umgebung für einen Erholungsurlaub ist, bejahten auch die Richter. Sie verurteilten den Reiseveranstalter, Schadenersatz zu leisten und 60 Prozent der Reisekosten zurückzuerstatten. Der Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreude beläuft sich in diesem Fall auf jeweils 450 Euro bei einem Reisepreis von 1306 Euro (Az.: 2-24 S 135/09).

Verspätet am Hotel - Geld zurück

Eine verspätete Ankunft am Urlaubsort ist Grund für eine finanzielle Entschädigung. Doch der Betrag für den Reisemangel ist eher gering.

So klagte ein Pauschalurlauber vor dem Amtsgericht Hamburg (Aktenzeichen: 8B 194/10), da er an seinem Hotel in Ägypten erst mit einer Verspätung von fünf Stunden eintraf. Statt um 2 Uhr kam er erst um 7.15 Uhr an. Dies müsse der Mann nicht hinnehmen, so die Richter, schließlich sei die Nachtruhe vollständig weggefallen.

Allerdings fiel die Entschädigung eher kläglich aus. So erhielt der Mann zehn Prozent des Reisepreises für einen Tag: 17,11 Euro. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" mit.

Verspätet sich ein Flug um bis zu vier Stunden, so ist dies eine Unannehmlichkeit. Bei einer noch größeren Zeitspanne kann der Urlauber für jede angebrochene Stunde den Tagespreis um fünf Prozent reduzieren.

Gerichtsurteil: Reiseveranstalter muss Schadenersatz für ausgefallenen Urlaub zahlen

Neben der Kostenerstattung auch Ausgleich immaterieller Schäden bei Urlaubsausfall

Gepackter Reisekoffer eines Kindes mit Teddybär, Strandspielzeug etc.
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Ein Münchner Ehepaar mit einem schulpflichtigen 14-jährigen Sohn hatte für die Pfingstferien eine Reise in die Türkei zu einem Pauschalpreis von 2715 Euro gebucht und bezahlt. Als die drei am Pfingstsonntag um 5 Uhr morgens am Flughafen einchecken wollten, stellte sich jedoch heraus, dass der Reiseseveranstalter vergessen hatte, Flugtickets zu reservieren.

Gegen 11 Uhr am selben Tag telefonierte das Reisebüro mit der generveten Familie und sicherte die volle Kostenerstattung der Reise zu, weil auch kein Alternativangebot genutzt werden konnte. Es war schon alles ausgebucht.

Gericht gesteht Familie Schadensersatz zu

So musste die Familie zuhause im bayerischen Regenschauergebiet bleiben. Das ärgerte die drei so sehr, dass sie vor dem Münchner Amtsgericht auf Schadenersatz klagten. Und das Gericht beschloss, dass der Veranstalter sozusagen als Schmerzensgeld 50 Prozent des Reisepreises an die Familie bezahlen muss.

Das Gericht begründete sein Urteil damit, dass die Familie sich auf den Urlaub gefreut hatte, dass wegen der Schulpflicht des Sohnes auch wirklich nur in genau dieser Zeit Urlaub möglich gewesen sei, außerdem hätte die Familie durch das vergebliche Kofferpacken und die Anfahrt zum Flughafen immateriellen Schaden erlitten, der nun finanziell ausgeglichen werden müsse. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Mehr Rechte für Flugpassagiere wenn ein Flug annulliert oder umgebucht wird

Auch ein "immaterieller Schaden" kann nun vor Gericht geltend gemacht werden

Fliegendes Flugzeug mit roter Turbine in der Nahaufnahme
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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Flugreisenden jetzt mehr Rechte eingeräumt. So können die Flugpassagiere, wenn ein Flug annulliert oder auch umgebucht wird, neben dem "materiellen" auch einen "immateriellen Schaden" geltend machen und ihnen stehen neben dem Anspruch auf Erstattung der Flugtickets und einer alternativen Beförderung auch ein weitergehender Schadenersatz zu. Diese "Wiedergutmachung" kann bis zu 4.150 Euro betragen.

Fluggesellschaften sind für Beförderungskosten, Verpflegung und Unterbringung zuständig

Das Gericht bezog sich bei seinem Urteil auf den internationalen Vertrag von Montreal zur Beförderung im Luftverkehr, wo die Airlines unter anderem verpflichtet sind, die Kosten für die Beförderung ihrer Fluggäste von einem anderen Flughafen zum eigentlichen Zielflughafen zu übernehmen. Auch für Verpflegung und eventuelle Unterbringung sind die Airlines zuständig.

Auch besteht der Fall einer Annullierung, wenn ein Flieger nach dem Start aus irgendeinem Grund zurückkehren muss und der Flugpassagier einen anderen Flug nehmen muss. Dies war bei dem jetzigen Fall - einem Flug von Paris nach Spanien - eingetreten und die Passagiere konnten erst am Folgetag starten und landeten zum Teil auf anderen Flughäfen, so dass sie nur per Taxi ihr eigentliches Ziel erreichen konnten.

Passagier darf nur aus schwerwiegendem Grund von Bord verwiesen werden

Ein Passagier bekommt Recht, weil er wegen Nichtbefolgens der Crew-Anweisungen ein Kreuzfahrtschiff verlassen musste

Weiß-Grünes Kreuzfahrtschiff auf blauem Wasser vor grünen Palmen
nil 1 © Torsten Bothe - www.fotolia.de

Wie das Amtsgericht Frankfurt nun entschieden hat, darf ein Gast eines Kreuzschiffes nur dann von Bord verwiesen werden, wenn von ihm eine Gefahr für

  • andere Passagiere,
  • die Besatzung oder
  • das Schiff

ausgeht. Nur weil man den Anweisungen des Personals nicht nachkomme, dürfe man jedoch nicht vom Schiff verwiesen werden.

Passagier soll Whiskey-Flaschen herausrücken

Der Kläger hatte zusammen mit seiner Partnerin eine Kreuzfahrt gebucht, die nach Tallinn und St. Petersburg ging. Als er zu Beginn des Bordeinstiegs in Oslo seinen Koffer öffnen musste und das Personal darin zwei mit Klebeband verschlossene, aber bereits angebrochene Whiskey-Flaschen vorfand, wollte er diese nicht herausgeben, obwohl die Crew das so wünschte.

Am nächsten Tag erhielt der Mann dann in Kopenhagen den Verweis von Bord. Auch seine Begleiterin musste das Schiff verlassen. Nun verlangte der Kläger die Erstattung der Reisekosten sowie die Kosten für die Flüge, die er für sich und seine Reisebegleiterin dann von Kopenhagen aus zurück nach Zürich buchen musste.

Whiskey-Flaschen beeinträchtigten die Sicherheit nicht

Wie die Richter entschieden, war der Verweis vom Schiff unrechtmäßig, weil durch die Whiskey-Flaschen die Sicherheit nicht beeinträchtigt wurde. Schließlich sei der Kläger auch nicht angetrunken gewesen. Nun erhält der Kläger sechs Siebtel von seinem Reisepreis zurück, bekommt die Flugkosten erstattet und zudem noch einen Schadensersatz wegen der entgangenen Urlaubsfreuden.

Kostenerstattung bei Flugverspätung

Mann bekommt für fünfstündige Flugverspätung Anspruch auf 600 Euro Ausgleichszahlung zugesprochen

Fliegen - Abflug-Anzeigetafel im Flughafen
abflug © Philipp Baer - www.fotolia.de

Wer länger als drei Stunden auf seinen Flug warten muss, der hat nach europäischem Recht einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung in Höhe von bis zu 600 Euro. In dieser Zahlung sind dann allerdings auch bereits Kosten für eventuelle Unterkünfte enthalten. Wie die Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" mitteilt, hat nur derjenige dann noch ein zusätzliches Recht auf Schadensersatz, wenn die Unkosten mit der Ausgleichszahlung nicht abgedeckt werden können.

Fünfstündige Verspätung ist als Nichtbeförderung zu werten

Das Amtsgericht Frankfurt hatte über den Fall eines Mannes zu entscheiden, der bei seinem Flug nach Fort Lauderdale über Philadelphia erst fünf Stunden verspätet losfliegen konnte und dann seinen Anschluss in Philadelphia verpasste. Daraufhin musste sich der Kläger eine Unterkunft suchen, sich verpflegen und konnte seine Reise erst am darauf folgenden Tag fortsetzen.

Das Gericht entschied, dass eine fünfstündige Verspätung als Nichtbeförderung zu werten sei und gab dem Kläger einen Anspruch auf 600 Euro. Seine Forderung auf 464 Euro Schadensersatz seinen durch diesen Betrag dann allerdings auch abgedeckt.

Ersatzcrew am Flughafen ist Pflicht

Eine Verspätung von über drei Stunden ist mit einem annullierten Flug gleichzusetzen

Flugbegleiterin mit blauem Halstuch posiert auf dem Startfeld, im Hintergrund ein Pilot und Flugzeug
Beautiful Airhostess With Hand On Hip At Airport Terminal © Tyler Olson - www.fotolia.de

Dass eine Ersatzcrew am Flughafen wichtig ist, ist jeder Fluggesellschaft klar. Dies gilt besonders dann, wenn abzusehen ist, dass personelle Verstärkung vonnöten sein wird. Das Landgericht Frankfurt hat nun entschieden, dass Fluggäste bei einer Verspätung von über drei Stunden einen Entschädigungsanspruch haben, wenn die Verspätung durch einen Personalmangel ausgelöst wurde.

9,5 Stunden Verspätung tragbar?

In der Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht über den anliegenden Fall. Am Frankfurter Flughafen traf ein Flugzeug aus Indien mit satten 9,5 Stunden Verspätung ein. Wie geplant gab es in der Türkei einen Zwischenstopp um eine Bahre für einen erkrankten Fluggast einzubauen, wofür bereits eine Stunde mehr eingeplant wurde.

Allerdings startete das Flugzeug schon in Indien mit einer Stunde Verspätung, so dass die bis dahin an Bord befindliche Crew ausgewechselt werden musste, um die Einhaltung der Grenzen von erlaubten Dienstzeiten nicht zu überschreiten. Die Ersatzmannschaft musste aber erst eingeflogen werden, dadurch verzögerte sich der Abflug in der Türkei um weitere Stunden. Die Richter aus Frankfurt waren der Ansicht, dass die Airline dies hätte vermeiden müssen und gaben den betroffenen Fluggästen einen Anspruch in Höhe von 400 Euro.

Die EU-Verordnung für Fluggastrechte

Als rechtliche Stützte diente dem Landgericht Frankfurt die EU-Verordnung für Fluggastrechte, in der geschrieben steht, dass eine Verspätung von über drei Stunden mit einem annullierten Flug gleichzusetzen ist und bei einem solchen steht den Passagieren ein Ausgleich bis zu 600 Euro zu.

Nur wenn außergewöhnliche Umstände für die Verspätung oder die Annullierung verantwortlich seien und die Fluggesellschaft alle für sie zumutbaren Maßnahmen zur Vermeidung der Probleme unternommen habe, erlischt dieser Anspruch.

Im konkreten Fall hätte die Airline jedoch vorsorglich eine Ersatzmannschaft in die Türkei schicken können. Schließlich war der Airline der kleine Zeitpuffer bekannt, sodass die Problematik abzusehen war.

Wer trägt das Risiko für Reisekosten, wenn sich vorab getrennt wird?

Wir erklären, wie es rechtlich aussieht, wenn Sie sich vor Antritt des gemeinsam gebuchte Urlaubes trennen

Junges Paar Rücken an Rücken, schwarz-weiß, Streit
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Was, wenn es vorab des gemeinsam gebuchten Urlaubes zu einer Trennung kommt? Wer trägt hier die Verantwortung für die Reisekosten?

Im Rahmen von Frühbucher-Angeboten bei Urlaubsreisen lohnt sich das rechtzeitige Buchen. Allerdings kommt es nicht selten vor, dass die Paare sich in der Zwischenzeit trennen und den Urlaub dann nicht mehr antreten möchten. Paul Degott, Anwalt für Touristikrecht aus Hamburg, sieht die rechtlichen Pflichten hier klar verteilt.

Nur die Person, auf dessen Namen gebucht wurde, haftet

In einem solchen Fall sei nach seiner Ansicht lediglich der Partner für die Erstattung der Kosten verantwortlich, dessen Name bei der Buchung der Reise angegeben wurde. Obwohl hier eine so genannte Mehrpersonenbuchung vorliege, hafte nur die Person, auf dessen Namen die Reise gebucht wurde.

Verzicht auf die Erstattung des Reisepreises seitens des Reiseveranstalters habe man in einem solchen Fall nicht zu erwarten. Schließlich handele es sich hierbei um private Angelegenheit, die als individuelles Lebensrisiko gilt, das nicht auf den Veranstalter der Reise übertragen werden könne. Weiter teilt der Experte für Reiserecht mit, dass es hierbei auch keine Rolle spiele, ob die Partner miteinander verheiratet waren.

Statt dem Ex können auch andere Menschen mit in den Urlaub genommen werden

Allein der Anmelder kann in einem solche Fall entscheiden, was nun mit der Reise passiert. Ist es in der Zwischenzeit bereits zu einer neuen Partnerschaft gekommen, könne man den neuen Partner gegen Zahlung einer kleinen Gebühr für die Namensänderung gewöhnlich problemlos anstelle des alten Partners mitnehmen. Und auch

  • Freunde,
  • Bekannte,
  • Familienmitglieder

können mitgenommen werden.

Natürlich darf man die Reise auch allein antreten. Möchte man die Reise stornieren, fallen in der Regel Stornogebühren an, deren Höhe sich an der Kurzfristigkeit der Absage bemisst.

Doch noch gemeinsam fahren?

Für sehr elegant hält Degott die Lösung mit dem Ex-Parnter die Reise dennoch zusammen anzutreten, sofern man sich nicht völlig verstritten hat. Die Umbuchung auf zwei Einzelzimmer statt eines Doppelzimmer ist oftmals ohne große Umstände möglich. Diesen Entschluss sollte man sich jedoch gut überlegen, schließlich ist es schwer sich in einer Hotelanlage ständig aus dem Weg zu gehen.

Die Pflichten von Reiseveranstaltern

Reiseveranstalter haben die Pflicht Urlauber über potentielle Gefahren der Reise zu informieren. Geschieht dies nicht, haben die Urlauber bei Verletzungen einen Anspruch auf Schadensersatz. Das gilt auch, wenn bei der Reise die Gefahr besteht, von einem Hund gebissen zu werden.

Im konkreten Fall ging es um einen Rentner, der bei seiner Türkeireise an einem vom Reiseunternehmen veranstalteten Ausflug teilnahm. Bei der Besichtigung eines Juwelierladens wurde der Mann auf dem Parkplatz von dem Hofhund angegriffen und schwer verletzt. Er musste sofort nach Hause gebracht werden und litt weiterhin unter Schmerzen. Daraufhin verlangte der Geschädigte vom Reiseunternehmen 3000 Euro Schadensersatz. Die Richter vom Oberlandesgericht Koblenz gaben der Klage statt. Denn das Reiseunternehmen hätte mit einem Warnschild auf die Gefahr hinweisen müssen.

Was wenn am Flughafen gestreikt wird

Ärgerlich wenn gerade dann am Flughafen gestreikt wird, wenn man selbst irgendwo hin fliegen möchte. Welche Rechte haben Verbraucher dann, wenn der Flug ausfällt? Reiseexperten erklären, dass Reisende dann schnellstmöglich eine alternative Beförderung geboten werden muss.

Diese sollte man jedoch nicht auf eigene Faust buchen, sondern sich über die Fluggesellschaft buchen lassen. Wer bei einem Streik am Flughafen landet, muss für diese Zeit mit Getränken und Lebensmitteln verpflegt werden. Wird der Flug auf einen Folgetag verschoben, dann haben Verbraucher auch das Recht auf Erstattung von Hotelkosten.

Bei Flugverspätung Verbraucherrechte gestärkt

Bei mehr als drei Stunden Flugverspätung haben Verbraucher einen Anspruch auf Entschädigung. Doch was, wenn der gebuchte Rückflug aus dem Urlaub nach vorne verlegt wird? Wie der BGH nun entschieden hat, dürfen Urlauber dann, wenn ihr Rückflug auf den Vormittag vorgerückt wurde und nicht wie geplant am Nachmittag oder Abend startet, ihren Flug umbuchen.

Die dabei anfallenden Gebühren dürfen sie vom Flugveranstalter zurückverlangen. Denn hier handelt es sich nach Ansicht der Richter vom BGH um einen Mangel, der in Eigenregie vom Kunden behoben werden darf. Im konkreten Fall ging es um einen Rückflug aus der Türkei, der statt wie geplant am späten Nachmittag auf den frühen Morgen um kurz nach fünf vorverlegt wurde. Die Reisenden hätten dann schon mitten in der Nacht von ihrem Hotel abgeholt werden müssen, um pünktlich am Flughafen zu erscheinen.

Einige der Reisenden buchten sich daraufhin auf eigene Faust einen neuen Rückflug und verlangten die Kosten erstattet. Zu Recht wie der BGH urteilte. Der Reiseveranstalter hätte den Kunden zumindest eine Alternative bieten müssen. Da er das nicht getan hat, war das Vorgehen der Kunden in Ordnung.

Mängel im Urlaub müssen direkt schriftlich bei der Reiseleitung reklamiert werden

Viele Urlauber sind unzufrieden mit der Hygiene des Hotelzimmers, dem Essen oder unzureichendem Service. Dabei besteht bei vielen Mängeln ein Recht auf Entschädigung.

Um dieses Recht geltend zu machen, ist es wichtig, dass sich der Reisende direkt schriftlich beim Veranstalter oder Reiseleiter beschwert. Wird dies nicht getan, verliert der Reisende seine Ansprüche auf Entschädigung. Nur bei schriftlicher Beschwerde ist der Reiseleiter rechtlich gezwungen, den Gast innerhalb einer gewissen Frist zu entschädigen. Dabei muss der Veranstalter dem Urlauber einen mindestens gleichwertigen Ersatz anbieten. Geschieht das nicht, kann der Kunde sofort kostenlos kündigen. Um auf Nummer sicher zu gehen, ist es sinnvoll Beweise, wie zum Beispiel Fotos zu sammeln.

Wer sich erst nach dem Urlaub beschweren will, muss dies innerhalb eines Monats nach dem Ende der Reise tun. Auch in diesem Fall muss die Reklamation schriftlich erfolgen, am besten durch ein Einschreiben mit Rückschein.

Gericht: Passagiere auf Luxusdampfer müssen mit Motorenlärm leben

Wer eine Kreuzfahrt auf einem Luxusdampfer macht, muss meist eine Menge Geld bezahlen. Doch auch wer eine edle Premium-Suite bucht, muss mit Motorengeräuschen leben. Ein Grund für die Reduzierung des Reisepreises ist dieser Lärm erst dann, wenn er das übliche Maß überschreitet. Dies urteilte jetzt das Landgericht Rostock (Az 9 O 147/10). Es sei dabei unerheblich, so die Richter, ob die Schiffsmotoren den Krach verursacht hätten oder etwa die Klimaanlage oder die Lüftung.

Geklagt hatte ein Ehepaar, das eine besonders teure Suite gebucht hatte und sich durch den Lärm des Lufteinzuges zum Betreiben der Lüftungsanlagen gestört fühlte. Da die Geräusche jedoch nicht übermäßig laut gewesen seien, teilte das Gericht in seiner Urteilsbegründung mit, müssten die Passagiere dies akzeptieren. Außerdem habe der Reiseveranstalter über die Motorengeräusche informiert. Dies müsse auch hinnehmen, wer eine Premium-Suite gebucht habe.

Brandgefahr im Urlaub? So steht es um die Rechte von Urlaubern

Die beliebten Ferieninseln der Kanaren sind derzeit von starken Waldbränden betroffen. Müssen Urlauber wegen Brandgefahr aus ihrer Unterkunft in eine andere Übernachtungsmöglichkeit überwechseln, müssen die Urlauber das in der Regel dulden.

Einen Anspruch auf Schadensersatz haben sie nur dann, wenn sie in eine vom ursprünglichen Zweck stark abweichende Örtlichkeit gebracht werden. So zum Beispiel wenn ein Hotel direkt am Strand gebucht wurde, nun aber ein Hotel mitten im Land bereitgestellt wird.

Wird der Urlaub aufgrund der Brandgefahr vorzeitig abgebrochen, müssen sich Urlauber und Reiseveranstalter die Mehrkosten für Umbuchungen teilen. Viele Veranstalter verzichten jedoch auf diese Regelung und übernehmen die vollen Kosten.

Wer noch vor seinem Urlaub steht, sollte sich kurz zuvor erkundigen, wie die Lage am Urlaubsziel aussieht. Dann können bereits vorab Lösungen im gegenseitigen Einvernehmen getroffen werden.

Baulärm im Hotel ist ein Reisemangel

Wenn Urlauber durch dauernden Baulärm in ihrem Hotel belästigt werden, so stellt dies einen erheblichen Reisemangel dar, der zu einen Preisnachlass von 35 Prozent führt, wie das Landgericht Frankfurt in einem Fall urteilte.

Ein Kläger hatte eine Pauschalreise zur Insel Mauritius, östlich von Madagaskar im Indischen Ozean gelegen, gebucht. Aber anstatt ruhige Urlaubstage im Paradies zu genießen, wurde der Kläger den ganzen Tag von dem Baulärm in der Hotelanlage, Presslufthammer und Kreissägen gestört. Selbst am wenige hundert Meter entfernten Strand war der Lärm zu hören. Der Hotelbetreiber empfahl deswegen dem Urlauber, einen zweiten Strand zu benutzen, aber dieser war mehr für verschiedene Sportaktivitäten vorgesehen, so dass es auch dort nicht ruhig zuging.

Wie auch die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrem Magazin schreibt, stellt eine solche Lärmbelästigung einen erheblichen Reisemangel dar, der einen Preisnachlass von 35 Prozent gerechtfertigt, so dass dem Kläger von seinem Reisepreis in Höhe von 5344 Euro eine Rückerstattung von 1870 Euro zusteht.

Passagiere haben Recht auf finanzielle Entschädigung bei Landung auf falschem Zielflughafen

Wenn das Flugzeug nicht auf dem eigentlich vorgesehenen Flughafen landet, sondern auf einem anderen Flughafen, gilt der Flug auch dann als annulliert, wenn die Weiterfahrt mit Bussen erfolgt.

Somit steht betroffenen Passagieren die gleiche finanzielle Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung zu, wie Passagieren, deren Flug tatsächlich ganz gestrichen wurde. Dies urteilte nun das Amtsgericht Rüsselsheim in einem Urteil mit dem Aktenzeichen 3C 1132/12 (36).

Im strittigen Fall ging es um einen deutschen Ferienflieger, der von der griechischen Insel Santorin unterwegs nach Deutschland war. Statt wie üblich in Hamburg zu landen, steuerte der Pilot den Ausweichflughafen Hannover an. Von dort wurden die Passagiere mit Bussen nach Hamburg gebracht.

Rechtlich gesehen gilt der Flug damit als "nicht stattgefunden", so die Richter. Die betroffenen Passagiere können somit die gleiche Entschädigung fordern, die für annullierte Flüge gilt und die bei 250 Euro pro Person liegt, wenn die Flugstrecke weniger als 1500 Kilometer beträgt.

Fehlerhafte Reiseunterlagen sind Reisemangel - Veranstalter muss Schadensersatz leisten

Planbarkeit und Zuverlässigkeit sind die wichtigsten Aspekte der Pauschalreise und ggf. zu ersetzen

5 Geldscheine von 10-50 Euro liegen aufgefechert auf Sand mit Muscheln verziert
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Fehlerhafte Reiseunterlagen können einen Reisemangel darstellen, der den Veranstalter bei Absage einer Reise zu Schadenersatzzahlungen verpflichtet. Dies entschied das Landgericht Wuppertal in einem Berufungsverfahren und bestätigte damit das Urteil des Amtsgerichts Solingen, das dem Kläger bereits recht gegeben hatte. Dies berichtet die Zeitschrift ReiseRecht Aktuell in ihrer neuen Ausgabe.

Schadensersatz durch Schreibfehler?

Im konkreten Fall ging es um eine Pauschalreise nach Ägypten mit Flug, Hotel und Nilkreuzfahrt. Da in den per Post zugesandten Reiseunterlagen das Hotel und der Name der Ehefrau falsch angegeben waren, sagte der Veranstalter zu, korrigierte Unterlagen am Abreisetag am Flughafen zu hinterlegen.

Diese waren jedoch nicht vorhanden. Da der Veranstalter auch telefonisch nicht zu erreichen war, sagte der Kläger die Reise kurzfristig ab und verlangte Schadensersatz.

Planbarkeit und Zuverlässigkeit

Das Gericht wies darauf hin, dass die Planbarkeit und Zuverlässigkeit einer Pauschalreise ihre wichtigsten Aspekte seien. Wenn jedoch Namen falsch geschrieben werden, sei diese Zuverlässigkeit nicht mehr gegeben. Daher steht Betroffenen Schadenersatz zu, wenn sie ihre Reise absagen.

Airlines müssen im Notfall Fluggäste unterstützen

Besonders in Krisensituationen sind Fluggesellschaften ihren Kunden gegenüber verpflichtet

Gelscheine auf einem Hotelbett, Trinkgeld für Dienstleistung
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Reisende müssen auch dann von ihrer Airline betreut werden, wenn ihr Flug aufgrund außergewöhnlicher Umstände ausfällt. Dies hat jetzt der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden (Az: C-12/11).

Urlaubskosten vor Gericht

Geklagt hatte eine Irin, die sieben Tage im portugiesischen Faro festsaß und nicht nach Dublin zurückfliegen konnte. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull war im Frühjahr 2010 ausgebrochen und hatte mit einer Aschewolke den Flugverkehr in Europa beeinträchtigt. Dabei waren der Frau durch

  • Hotel,
  • Transport und
  • Mahlzeiten

Kosten in Höhe von 1130 Euro entstanden. Ryanair hatte sich auf die außergewöhnlichen Umstände berufen und der Irin den Betrag bis heute nicht erstattet.

Kostenübernahme im Notfall

Der EuGH entschied nun zugunsten der Klägerin. Zwar könne die Fluggesellschaft nichts für die Sperrung des Luftraums, aber das Unternehmen müsse sich besonders im Notfall um seine Kunden kümmern. Anderenfalls seien die Passagiere im Krisenfall schutzlos. Dies beinhalte auch die mehrtägige Kostenübernahme für

  • Hotel,
  • Mahlzeiten,
  • Erfrischungen und
  • ein Telefonat,

so die Richter. Über die Höhe der Entschädigung muss nun noch ein irisches Gericht entscheiden.

Gericht stärkt Rechte von Fluggästen - Verspätungen am Zielort entscheidend

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem aktuellen Urteil die Rechte von Fluggästen gestärkt. Air France wollte einer Frau aus Bremen, die ihren Zielort erst mit elf Stunden Verspätung erreichte, keine Entschädigung zahlen.

Laut der Fluggesellschaft habe sich der Abflug lediglich um zweieinhalb Stunden verspätet, eine Entschädigung stehe Passagieren aber erst ab drei Stunden Verspätung zu. Die Frau war auf dem Weg nach Paraguay und hatte durch die Verzögerung am Abflughafen in Bremen ihre Anschlussflüge in Paris und São Paulo verpasst.

Der Europäische Gerichtshof machte jetzt deutlich, dass die Verspätung am Zielort entscheidend für eine Entschädigungszahlung ist, und nicht die Verspätung beim Abflug. Kommt ein Passagier erst mit drei Stunden oder mehr Verspätung am Zielort an, dann steht ihm eine Ausgleichszahlung zu. In dem vorliegenden Fall erhielt die Frau wegen der Verzögerung auf dem Langstreckenflug eine Entschädigung in Höhe von 600 Euro zugesprochen.

Mehr Rechte für Flugpassagiere - Abflugzeiten dürfen kurzfritig nicht verschoben werden

Fluglinien und Reiseveranstalter können ihre Abflugzeiten nicht ohne Weiteres kurzfristig ändern. So zumindest lauten die noch nichts rechtskräftigen Urteile, die jetzt im Rahmen von Klagen seitens der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen TUI und British Airways erhoben wurden.

In beiden Fällen waren Flüge kurzfritig verschoben worden, also deutlich früher oder aber später gestartet. Die möglichen Folgen für den betroffenen Fluggast können enorm sein: Verpasste Anschlussflüge oder sogar verpasste, weil zu früh gestartete Flüge am Startflughafen, Mehrkosten für zusätzliche Übernachtungen und jede Menge Zeit und Nerven.

In beiden Fällen hatten die zuständigen Oberlandesgerichte in Celle und Frankfurt am Main festgestellt, dass Flugzeiten nicht unverbindlich seien und nur bei triftigem Grund geändert werden dürften. Eine rein willkürliche Verschiebung ist demnach nicht zulässig.

Noch sind beide Urteile nicht rechtskräftig, der Reiseveranstalter TUI hat bereits gegen die angeordnete Streichung einer Klausel Berufung eingelegt. In der Klausel behält sich der Reiseveranstalter eine mögliche Verschiebung der Flugzeiten vor. Eine ähnliche Formulierung hatte zuvor das Kammergericht Berlin der Fluggesellschaft easyJet verboten.

EU plant Reform von Fluggastrechten - Entschädigung für Flugverspätung soll angepasst werden

Eine Flugverspätung kostet Passagiere Zeit, Nerven und manchmal auch richtig Geld. Nun plant die EU-Kommission eine Reform der Rechte von Fluggästen. Den Schwerpunkt legt Brüssel dabei auf den schnellen Weitertransport von Passagieren. Bei der finanziellen Entschädigung sind jedoch Verschlechterungen geplant.

So sollen Fluggäste künftig bei Entfernungen unter 3500 Kilometern erst nach fünf statt bislang drei Stunden Verspätung Anrecht auf eine Wiedergutmachung von bis zu 600 Euro haben. Für Langstreckenflüge bis 6000 Kilometer liegt die Grenze bei neun Stunden, für noch weitere Distanzen bei zwölf Stunden. Leer gehen Passagiere nach den EU-Plänen jedoch bei Naturkatastrophen oder Fluglotsen-Streiks aus.

Eine Schwelle von drei Stunden sei in den meisten Fällen zu kurz, teilte die Kommission mit, um Ersatzteile oder ein anderes Flugzeug zu organisieren. Bei längeren Ausfällen soll es lediglich noch für drei Übernachtungen der Passagiere Geld von den Airlines geben, bisher gab es hier kein Limit. Allerdings haben Fluggäste künftig ein Anrecht, innerhalb von zwölf Stunden weitertransportiert zu werden, notfalls auch durch ein anderes Unternehmen.

Die Vorschläge aus Brüssel bleiben hinter vorliegenden Gerichtsurteilen zurück. Damit sie rechtsgültig werden, müssen das Europaparlament und die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten noch ihre Zustimmung erteilen.

Wenn Passagiere mit ihrer Airline hadern - Neue Schlichtungsstelle ab 1.November aktiv

Flugpassagiere, die sich mit einer Airline anlegen, konnten ihre Rechte bislang häufig nur schwer durchsetzen, egal ob es um finanzielle Entschädigungen für verlorene Koffer ging oder um verpasste Reisefreuden aufgrund großer Verspätungen. Dies soll sich nun ändern: Ab dem 1.November nimmt eine Schlichtungsstelle die Arbeit auf, die Flugpassagieren dabei hilft, ihre Ansprüche unbürokratisch durchzusetzen. Damit soll der zeit- und kostenaufwändige Gang vor Gericht vermieden werden.

Die deutschen Airlines, die im Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zusammengeschlossen sind und die ausländischen Airlines, die dem Verband BARIG (Bord of Airline Representatives in Germany) angeschlossen sind, haben bereits ihre Bereitschaft zur Teilnahme an Schlichtungen erklärt. Von weiteren nicht-organisierten Airlines gingen zumindest positive Signale aus, so das Bundesjustizministerium.

Bei Streitfragen können sich Passagiere an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden oder an eine übergeordnete Schlichtungsstelle beim Bundesamt für Justiz. Allerdings müssen zuvor mindestens zwei Monate vergangen sein, in der die Airline nicht auf die Forderungen der Passagiere reagiert hat. Zudem gilt eine Bagatelluntergrenze von 10 Euro. Die Obergrenze für Forderungen, die über die Schlichtungsstelle laufen, liegt bei 5000 Euro. In der Regel geht es um Ersatzleistungen für annullierte und verspätete Flüge oder verlorenes und beschädigtes Gepäck.

Hotelmängel frühzeitig bei der Reiseleitung reklamieren – sonst gibt es keinen Schadenersatz

Hotelzimmerbett mit gelben Kissen und brennender Nachttischlampe an der Wand
hotel bedroom © Naomi Hasegawa - www.fotolia.de

In den Ferien suchen Menschen Erholung. Ein unsauberes Hotelzimmer und unappetitliche Zustände am Buffet können die Urlaubsfreude nachhaltig verderben. Wer mit der Reklamation zu lange wartet, hat jedoch keinen Anspruch auf Schadenersatz.

Ein rechtskräftiges Urteil des Münchner Amtsgerichts stellt klar, dass Beschwerden frühzeitig vor Ort erfolgen müssen – und zwar direkt beim Reiseleiter. Proteste gegenüber dem Hotelpersonal haben für den Veranstalter keinen Belang.

Im vorliegenden Fall hatte eine Ehepaar an der Rezeption seines griechischen Urlaubshotels mehrfach das schmutzige Zimmer und das schlechte Essen gerügt. Der örtlichen Reiseleitung schilderte es die Probleme aber erst vier Tage vor Ende des zweiwöchigen Urlaubs. Einen Wechsel in ein anderes Hotels lehnten die Urlauber dann ab. Dem Richter war das zu wenig Engagement. Sie wiesen die Schadenersatzforderungen der Eheleute zurück.

BGH stärkt Rechte von Fluggästen bei Verspätungen – Ankunftszeit am Ziel ist entscheidend

Passagierflugzeug bei Abflug von unten mit Blick in Himmel
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Der Bundesgerichtshof hat zwei Fluggästen Schadensersatz zuerkannt, weil sie durch einen verspäteten Zubringerflug ihren Anschlussflug verpasst haben. Ihr Endziel erreichten sie dadurch 7,5 Stunden später.

Im verhandelten Fall hatte ein Ehepaar eine einheitliche Reise von Miami über Madrid bis Düsseldorf gebucht. Da sich der Kontinentalflug um 1,5 Stunden verspätete, landeten die Eheleute aber zu spät in Madrid, um dort noch das gebuchte Flugzeug nach Düsseldorf zu erreichen. Erst sechs Stunden später startete die nächste Maschine.

Als Ausgleichszahlung für die verspätete Ankunft am Zielort muss die spanische Fluglinie Iberia nun 600 Euro pro Person bezahlen.

Reiseveranstalter muss bei All-Inclusive-Urlaub mit betrunkenen und randalierenden Urlaubern rechnen

Capirinha im Cocktailglas, daneben zwei Limetten auf Holztisch, beleuchtet
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Wer einen All-Inclusive-Urlaub bucht, freut sich in der Regel vor allem auf Eines: unbegrenzt Alkohol trinken. Und mit entsprechendem Klientel, Verhaltensauffälligkeiten und negativen Konsequenzen müssen die Reiseveranstalter rechnen, wenn sie All-Inclusive-Reisen anbieten. Das entschied das Amtsgericht Viersen im Fall eines Pärchens, dass über einen deutschen Reiseveranstalter eine All-Inclusive-Reise in die Türkei gebucht hatte und den Urlaub auf Grund seines negativen Verhaltens frühzeitig abbrechen musste.

Nach Ruhestörung und Beschimpfung Rückreise auf eigene Kosten

Das Pärchen wurde wegen wiederholter nächtlicher Ruhestörung aus seinem Hotel geworfen und vom Reiseveranstalter in einem anderen Hotel untergebracht. Doch dort fiel das Paar schon am ersten Tag negativ auf, sodass das Hotel die Aufnahme der Urlauber ablehnte.

Nachdem dann auch noch die Reiseleiterin von dem Pärchen beschimpft wurde, cancelte der Reiseveranstalter den restlichen Urlaub des Paares, dass sich die frühzeitige Rückreise nach Deutschland selbst organisieren und bezahlen musste. Dagegen ging das Paar nun gerichtlich vor und bekam Recht.

Hoher Alkoholkonsum bei dieser Art Urlaub typisch

Nach Ansicht des Gerichts sei übermäßiger Alkoholkonsum bei Urlaubern während eines All-Inclusive-Urlaubs in der günstigen Preisklasse typisch und somit müssten die Reiseveranstalter die alkoholbedingten Verhaltensauffälligkeiten der Urlauber in einem deutlich höheren Maße tolerieren als bei anderen Pauschalreisen. Der Reiseveranstalter muss dem Paar nun zumindest die Kosten für den Rückflug und die Bahnfahrt nach Hause erstatten.

Bahnreisende erhalten nun auch bei Verspätungen durch Dritte und Naturkatastrophen Erstattungen

Einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zufolge, muss die Deutsche Bahn ihre Kunden zukünftig auch bei Verspätungen entschädigen, die durch den Einfluss Dritter, etwa durch Streiks oder durch Naturkatastrophen entstanden sind.

Bei Verspätungen zwischen ein und zwei Stunden können Bahnreisende nun ein Viertel ihres Fahrpreises zurückverlangen. Bei Verzögerungen ab zwei Stunden sogar die Hälfte. Zudem können Bahnkunden bei Verspätungen ab einer Stunde kostenlose Erfrischungen und Snacks verlangen. Unter besonderen Umständen muss die Deutsche Bahn ihren Kunden sogar eine Übernachtung im Hotel finanzieren.

Das neue Urteil wird bei der Deutschen Bahn zu einer massiven Steigung der Kosten führen. Dies könnte auch eine Erhöhung der Ticketpreise nach sich ziehen.

Erleichterung für Fluggäste – Airlines treten Schlichtungsstelle bei

Geschäftsmann am Flughafen schaut auf Armbanduhr, hinter ihm Flugzeug
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Bislang hilft bei Streitfällen mit der Fluggesellschaft nur der Gang vors Gericht. Unter dem sanften Druck eines neuen Gesetzes haben die Airlines sich jetzt aber freiwillig entschieden, der Schlichtungsstelle SÖP beizutreten. Ab November können Passagiere ihre erfolglosen Beschwerden wegen Verspätungen oder vermisster Koffer dort regulieren lassen.

Vorreiter für den verbraucherfreundlichen Kurs war ausgerechnet Ryanair. Der irische Billigflieger bietet seinen Kunden bereits seit einigen Monaten die unabhängige Schlichtung. Nun haben sich auch große Airline wie Lufthansa und Air Berlin zum Beitritt entschieden. Condor und Tui stehen ebenfalls auf der Mitgliederliste.

Wie funktioniert die Schlichtung?

Wer sich über einen gestrichenen Flug, Verspätungen oder verschwundene oder kaputte Gepäckstücke ärgert, muss zunächst versuchen, sich mit seiner Fluggesellschaft zu einigen. Klappt dies nicht innerhalb von zwei Monaten, so kann er die Schlichter um Hilfe bitten. Allerdings: Vorerst steht die Leistung nur für privat gebuchte Flüge zur Verfügung. Geschäftsreisende müssen weiterhin den Weg über das Luftfahrt-Bundesamt oder das Gericht gehen.

Kakerlaken und Affenbisse bei Urlaub in südlichen Ländern keine Reisemängel

Bahamas - Leerer Strand mit großer Palme und Blick aufs türkisfarbene Meer
Plage Iles Turkoises - Bahamas © foxytoul - www.fotolia.de

Ungeziefer hat niemand gern in der Wohnung. Gerade im Urlaub geben Spinnen, Kakerlaken & Co. im Hotelzimmer immer wieder Anlass zu Beschwerden. Doch nicht immer haben Reisende Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung, denn in manchen südlichen Ländern sind die Tiere so verbreitet, dass ihr Vorhandensein als normal gilt. Darauf haben Verbraucherschützer jetzt hingewiesen.

So lehnte das Amtsgericht in Bonn eine Beschwerde von Urlaubern ab, die in ihrem Hotelzimmer auf Gran Canaria von zehn Kakerlaken heimgesucht wurden (Az.: 4 C 470/95). Auch der Biss eines wilden Affen in einem afrikanischen Hotel gilt nach Ansicht des Kölner Amtsgerichts nicht notwendig als Reisemangel (Az.: 138 C 379/10). So war ein Gast trotz eines Warnschildes, dass Obst aggressive Affen anlocke, mit einer Banane in der Hand durch die Anlage spaziert. Dabei hatte sich ein Affe auf ihn gestürzt und ihn in die Hand gebissen.

Reisemängel sofort anzeigen und Beweisfotos machen

Wer einen Reisemangel entdeckt, sollte sich direkt vor Ort beschweren und sicherheitshalber Fotos machen. Dies erleichtert zu Hause die Beweisführung.

Ärger mit der Fluggesellschaft – so können Passagiere ihre Rechte durchsetzen

Rückansicht junge Frau zieht Koffer im Flughafen hinter ihr her, umgeben von vielen Menschen
Aeroport © Laurent CARRARA - www.fotolia.de

Ob Verspätung, stornierte Flüge oder verschwundenes Gepäck – nach dem Frust beim Reisen haben viele Passagiere zusätzlichen Ärger mit der Fluggesellschaft. Oft verweigern die Airlines eine Entschädigung, obwohl das Gesetz eine solche Zahlung vorsieht.

Wer trotzdem an sein Geld kommen möchte, kann drei Wege beschreiten: einen Anwalt anrufen, einen spezialisierten Inkassodienst beauftragen oder die Schlichtungsstelle einschalten.

Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung haben Fluggäste schon, wenn ihr Flieger mehr als drei Stunden verspätet landet. Auch bei Annullierungen gibt es nicht nur den Reisepreis zurück, sondern je nach gebuchter Strecke bis zu 600 Euro Bargeld. Startflughafen oder Firmensitz der Fluggesellschaft müsse allerdings innerhalb der EU liegen.

Der erste Schritt zur Entschädigung führt über das Formular der jeweiligen Airline.

Anwalt

Sollte die Fluggesellschaft eine Zahlung ablehnen, kann ein versierter Anwalt das Geld eintreiben. Nachteil: wenn die Klage vor Gericht erfolglos bleibt, muss der Reisende die Anwaltskosten aus eigener Tasche zahlen – plus die Gerichtskosten und den Anwalt der Gegenseite.

Privater Inkassodienst

Wenn ein Inkassodienst auftritt, zeigen sich viele Airlines kompromissbereit. Firmen wie Fairplane, Flightright oder EUClaim übernehmen dabei alle Kosten und das volle Prozessrisiko.

Im Erfolgsfall behalten sie dann einen Teil der erstrittenen Summe ein. Fälle mit unsicherem Ausgang werden von den Diensten deshalb nur selten übernommen. Außerdem bieten sie ihren Kunden oft "nur" Gutscheine statt Bargeld als Entschädigung.

Schlichtungsstelle

Die offiziellen Schlichtungsstellen kümmern sich um alle Reklamationen von Privatreisenden. Bevor die kostenlosen Schlichter eingreifen, müssen Passagiere aber mindestens zwei Monate lang selbst um ihr Geld bei der Airline kämpfen.

Erst wenn dies erfolglos bleibt, können sie online ein Beschwerdeformular abrufen.

Rückflug auf Kosten der Botschaft – das Auswärtige Amt darf teure Tickets buchen

Grafik Stilisiertes Flugzeug oben mit Ankunftstafel aus Flughafen unten
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Geld weg und Visum abgelaufen – wenn Reisende ihre Rückreise aus dem Ausland nicht mehr selbst bezahlen können, springen die deutschen Auslandsvertretungen ein. In der Heimat dürfen sie die finanziellen Auslagen aber zurückfordern. Diese gängige Praxis wurde jetzt vom Verwaltungsgericht Berlin bestätigt.

Im konkreten Fall musste ein Deutscher in Thailand mittellos in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Da sein Visum abgelaufen war, kam er anschließend in Abschiebehaft. Im Rahmen konsularischer Hilfe buchte die Botschaft einen Rückflug – für den das Auswärtige Amt nach der Heimreise 858,77 Euro Erstattung verlangte.

Günstigeres Ticket nicht möglich

Gegen diese Forderung klagte der finanziell klamme Urlauber. Sein Argument: die Auslandsvertretung hätte einen billigeres Ticket bestellen können.

Dies sollten die Berliner Richter jedoch nicht gelten lassen. Da sich bei Hilfsempfängern die Ausreise häufig verschiebe, sei es sinnvoll ein Ticket mit kostenfreien Umbuchungsmöglichkeiten zu kaufen. Und diese gebe es nur bei großen Fluggesellschaften. Im verhandelten Fall hätten die Botschaftsangehörigen zudem richtig gehandelt, weil der gesundheitliche Zustand Klägers eine zügige Rückreise ratsam erscheinen ließ.

Gericht lehnt Schadensersatzklage aufgrund von Muezzin-Rufen ab

Wer eine All-inclusive-Reise bucht, der wünscht sich in der Regel Erholung und Entspannung. Im Falle eines Türkei-Urlaubers bewirkte die Urlaubsreise jedoch das genaue Gegenteil.

Schuld daran waren die Muezzin-Rufe, die fünfmal täglich – erstmals bei Sonnenaufgang – ertönten. Auch eine defekte Armlehne am Flugzeugsitz und die unsanfte Landung auf der Rückreise trugen zur Unzufriedenheit des Urlaubers bei.

Klage nicht gerechtfertigt

Aufgrund der Reisemängel verklagte der Urlauber den Anbieter der All-inclusive Flugreise und forderte 1161 Euro Schadensersatz für diese Unannehmlichkeiten. Die geforderte Summe entsprach der Hälfte des von ihm entrichteten Reisepreises. Das Amtsgericht Hannover entschied jedoch zugunsten des Anbieters und wies die Schadensersatzklage des Urlaubers ab.

Als Grund gab das Gericht die landestypischen Gegebenheiten an. Denn wie auch mit läutenden Kirchenglocken in christlichen Urlaubsregionen, müssten Urlaub in der Türkei mit den Muezzin-Rufen, die fünfmal am Tag ertönen, rechnen. Eine Schadensersatzforderung sei daher nicht gerechtfertigt – was sich auch auf die anderen Klagegründe des Reisenden bezog.

Recht zum Reiserücktritt gilt auch nach Online-Check-In

Eine Reiserücktrittversicherung greift auch dann noch, wenn der Reisende bereits online für seinen Flug eingecheckt hat. In einem Urteil hat das Amtsgericht München entschieden, dass der Versicherungsschutz erst mit dem faktischen Antritt der Reise endet.

Im verhandelten Fall war ein Reisender unmittelbar nach dem Online-Check-In für seinen Flug von Frankfurt nach Santo Domingo so schwer erkrankt, dass er nicht flugfähig war. Die Reiserücktrittversicherung wollte die Kosten für die Stornierung jedoch nicht übernehmen.

Zu Unrecht, wie die Münchner Richter erklärten. Der Check-In via Internet sei rechtlich anders zu betrachten als das klassische Check-In-Verfahren. Er diene in erster Linie den wirtschaftlichen Interessen der Fluggesellschaften, die dadurch Mitarbeiter sparen.

Anders als bei der Abfertigung am Schalter tritt der Kunde damit nicht seine Reise an. Diese beginne erst, wenn der Reisende faktisch Leistungen nutzt, die mit seiner Beförderung verbunden seien, etwa bei der Gepäckaufgabe oder bei der Vorlage seiner Bordkarte am Flugsteig.

Reiseveranstalter haftet nicht für abstürzendes Waschbecken

Fließendes Wasser aus Wasserhahn, Zahnputzbecher auf Waschbecken
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Der Pauschalurlaub auf Fuerteventura hatte 1158 Euro gekostet. Dafür konnte der Gast einiges erwarten – aber nicht, dass der Reiseveranstalter überprüft, ob das Waschbecken im Hotelzimmer fest in der Wand sitzt. Wie das Amtsgericht München entscheiden hat, besteht deshalb kein Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn die Porzellanschüssel dem Urlauber plötzlich auf den Fuß fällt.

Verletzter Tourist erhält keine Entschädigung

Im konkreten Fall putzte der Tourist gerade seine Zähne, als sich das Waschbecken aus der Halterung löste und ihn am rechten Fuß verletzte. Seine Urlaubsfreuden waren dahin. Finanzielle Ansprüche gegen den Reiseveranstalter hat der Gast trotzdem nicht. Innerhalb der EU könnten Touristikunternehmen von technischen Mindeststandards in Hotels ausgehen, deren Einhaltung sie nur stichprobenartig prüfen müssen.

Gesetzliche Regelung bei Überprüfung von Sicherheitsrisiken

Laut Urteilsbegründung müssen Veranstalter zwar haften, wenn ein Hotel seine Verkehrssicherungspflichten nicht einhält. Dazu sind alle wichtigen Sicherheitsrisiken zu prüfen. Wenn sich hinter einem Waschbecken die Befestigung lockert, sei das jedoch durch übliche Sichtkontrollen nicht erkennbar.

Geld zurück für Fluggäste - Airline muss Flugpreis bei Stornierung komplett erstatten

Fliegen - Abflug-Anzeigetafel im Flughafen
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Ein Urteil des Landgerichts Frankfurt könnte für Flugreisende weitreichende Folgen haben. Die Richter entschieden, dass eine Airline bei Stornierung den gesamten Flugpreis zurückzahlen muss. Das gilt auch für Anbieter aus dem europäischen Ausland – entscheidend ist nur, dass der Flug in Deutschland hätte starten sollen.

Der Streitwert im verhandelten Fall betrug nur 604,32 Euro. Die Fluggesellschaften müssen nach dem Urteil jedoch mit deutlich höheren Kosten rechnen.

Gesetzliche Regelung

Wenn ein Passagier sein Ticket storniert, hat er nicht nur Anspruch auf Steuern und Gebühren, nach Auffassung des Frankfurter Landgerichts steht ihm auch das gezahlte Beförderungsentgelt zu.

Wenn die Airline einen Teil des Geldes einbehalten will, muss sie konkret darlegen können, welche Kosten ihr entstanden sind. Im verhandelten Fall war die Fluggesellschaft dieser Forderung nicht nachgekommen und muss nun die volle Summe zurückzahlen.

Interessant ist das Urteil zudem, weil es die Rechte der Verbraucher auch gegenüber ausländischen Airlines stärkt. Die betroffene italienische Gesellschaft argumentierte, dass ein deutsches Gericht gar nicht für sie zuständig sei. Das ist unzutreffend: Wenn ein Unternehmen eine Dienstleistung in einem anderen EU-Mitgliedstaat erbringt, dürfen die Verbraucher aber auch ein dortiges Gericht anrufen.

Schmutziges Zimmer, schlechtes Essen - Reisemängel richtig reklamieren

Grafik gelbes Schild mit Sonne und "Urlaub" darauf unter blauem Himmel
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Das perfekte Hotel gibt es nicht. Urlauber müssen aber auch nicht alle Mängel oder Fehler hinnehmen. Wenn das Bad dreckig oder das Essen ungenießbar ist, sollten sie reklamieren. In vielen Fällen haben Sie Anspruch auf Nachbesserung – manchmal gibt es sogar eine finanzielle Entschädigung.

Wann melden?

Wer mit einer Leistung unzufrieden ist, sollte nicht lange zögern. Damit die Ansprüche auf Änderung nicht verloren gehen, müssen Urlauber Mängel sofort an der Rezeption oder bei der örtlichen Reiseleitung reklamieren. Am besten schriftlich.

Wie geht es weiter?

Nach der Reklamation hat der Hotelier die Gelegenheit, die Mängel zu beheben. Tut er dies nicht, können Urlauber später einen Teil der Reisekosten zurückverlangen. Spätestens dann benötigen sie aber ein Mängelprotokoll mit Foto- oder Videobeweisen. Formulare lassen sich aus dem Internet herunterladen. Verhält sich der Reiseleiter unkooperativ, sollten sie Mitreisende als Zeugen benennen.

Eine einzelne Kakerlake stellt in südlichen Ländern keinen gravierenden Mangel dar. Falls der Hotelier sich weigert, die offenliegende Elektrik im Bad zu reparieren, darf der Gast aber kostenfrei kündigen.

Wie hoch ist die Entschädigung?

Eine finanzielle Entschädigung gibt nur, wenn Reiseleiter oder Hotelier vor Ort die Mängel nicht beseitigt haben. Als Orientierung nutzen Richter die sogenannte "Frankfurter Tabelle". Wer jeden Tag das gleiche Essen vorgesetzt bekommen hat, erhält etwa 5 Prozent Nachlass. Fehlte die Klimaanlage können bis zu 20 Prozent der Reisekosten erstattet werden.

Fristen nach der Heimkehr

Spätestens vier Wochen nach der Rückreise müssen Urlauber ihre Ansprüche beim Veranstalter anmelden. Damit der Reisepreis gemindert wird, brauchen sie folgende Unterlagen:

  • eine detaillierte Liste der Mängel,
  • beweiskräftige Fotos
  • und Zeugenaussagen.

Am besten schicken sie diese per Einschreiben. Nur so können Sie vor Gericht nachweisen, dass sie rechtzeitig reklamiert haben.

Ausweis abgelaufen oder vergessen – so kommen Sie dennoch in den Urlaub

Nahaufnahme zwei Reisepässe auf Weltkarte
Reisepass 02 © Mikel Wohlschlegel - www.fotolia.de

Wer verreisen möchte, muss sich ausweisen können. Sind Ausweis oder Pass abgelaufen, lässt sich aber auch kurz vor der Abreise noch etwas regeln. Etwas schwieriger gestaltet sich der Start in den Urlaub, wenn Reisende feststellen, dass sie ihre Papiere zu Hause vergessen haben.

Ausweis abgelaufen?

Deutsche Staatsbürger, deren Personalausweis abgelaufen ist, haben innerhalb Europas wenig Probleme. So lange der Pass oder Ausweis nicht länger als ein Jahr abgelaufen ist, können sie in diesen Ländern ohne zusätzliche Papiere einreisen: Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweiz, Slowenien und Spanien.

Bei Reisen in andere Länder kann die Bundespolizei direkt am Flughafen einen sogenannten Reiseausweis als Passersatz ausstellen. Dieser kostet 8 Euro und gilt maximal einen Monat. Voraussetzung: die Identität des Reisenden kann durch einen abgelaufenen Pass oder Ausweis glaubhaft gemacht werden.

Wer bereits zu Hause entdeckt, dass die Papiere nicht mehr gültig sind, kann die Passersatzpapiere auch online beantragen. Am Flughafen muss er sie dann nur noch abholen.

Ausweis vergessen?

Ohne Ausweis muss die Fluggesellschaft niemanden mitnehmen. Wer seine Papiere zu Hause oder im Taxi vergessen hat, kann bei den Grenzbehörden allerdings auch kaum seine Identität nachweisen. Sinnvoll ist es deshalb, eine Kopie des Ausweises in der Reisetasche zu haben. Oder man hofft, dass die Daheimgebliebenen die nötigen Unterlagen rasch per Fax an die Bundespolizei senden.

Reisen außerhalb der EU

Für Reisen außerhalb des Schengen-Raums braucht man einen Reisepass. Und den kann die Bundespolizei nicht ausstellen. Wer bereits einige Tage vor dem Abflug feststellt, dass der alte Pass ungültig ist, kann aber einen neuen Reisepass im Expressverfahren beantragen. Für 91 Euro hat man das Dokument innerhalb von drei Tagen in den Händen.

Drängt die Zeit, hilft ein vorläufiger Reisepass weiter: er kostet 26 Euro und wird beim Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt sofort ausgehändigt. Achtung: der vorläufige Pass ist bis zu einem Jahr gültig. Da er keinen elektronischen Chip enthält, kann man damit aber nicht in die USA einreisen.

Prämienmeilen nicht übertragbar: Lufthansa setzt sich vor dem Bundesgerichtshof durch

Prämienmeilen des "Miles & More"-Programms sind nicht an Dritte übertragbar

Aufnahme von unten: Frau schaut auf Flugzeug in blauen Himmel
the plane © Matthias Geipel - www.fotolia.de

Vielflieger sammeln im Laufe der Zeit oft mehr Prämienmeilen an, als sie selbst nutzen können. So mancher versucht die Meilen dann durch den Weiterverkauf an Dritte zu versilbern.

Prämienmeilen nicht an Dritte übertragbar

Ein unzulässiger Verstoß gegen die Teilnehmerbedingungen des "Miles & More"-Programms, fand die Lufthansa, die einen Vielflieger kurzerhand aus dem Programm warf. Der Mann hatte innerhalb von zwei Jahren 600.000 Meilen gesammelt und einige davon genutzt, für eine andere Person einen Flug von Frankfurt nach Los Angeles und zurück zu buchen.

Der Vielflieger wehrte sich gegen den Rauswurf und erhielt vom Oberlandesgericht Köln zunächst auch Recht: Meilen und Prämiendokumente sollten nicht verfallen dürfen und auf weitere Personen übertragen werden können.

Die Lufthansa wollte sich jedoch nicht geschlagen geben und trug den Fall zur höchsten Instanz, dem Bundesgerichtshof. Dort erhielt die Airline nun recht: "Miles & More" sei ein Kundenbindungsprogramm, für das es keine gesetzlichen Vorgaben gäbe. Die Lufthansa dürfe ihre Teilnahmebedingungen selbst festlegen und hat das Recht, Verstöße dagegen mit einem Rauswurf aus dem Programm zu ahnden.

Gebuchte Airline zahlt bei Codesharing im Fall einer Verspätung

Auch wenn sich Fluggesellschaften eines Subunternehmers bedienen, müssen sie für Verspätungen aufkommen

Mann mit Rucksack am Flughafen steht vor Anzeigetafel mit Abflug- oder Landezeiten der Flugzeuge
Guy near airline schedule © Sergey Furtaev - www.fotolia.de

Nicht immer reisen Passagiere mit der Fluggesellschaft, die sie vermeintlich gebucht haben. Das sogenannte Codesharing beruht auf einem Abkommen zwischen zwei oder mehreren Fluggesellschaften über bestimmte Flüge. So können Airlines Flüge anbieten, die sie selbst gar nicht durchführen.

Verspätete Codesharing-Flüge

Verspätet sich ein solcher Codesharing-Flug erheblich, muss die gebuchte Airline für Verspätungen ihres Codeshare-Partners aufkommen. Das hat das Amtsgericht Rüsselsheim (Az.: 3 C 3947/13 (31)) jetzt entschieden. Demnach ist es bei Codesharing-Flügen von entscheidender Bedeutung, welche Flugnummer (Code) die Buchung trägt.

Anspruch auf Ausgleichszahlung

Im vorliegenden Fall hatte ein Flug von Varadero auf Kuba nach Frankfurt mehr als 21 Stunden Verspätung. Nach EU-Recht hatten die Passagiere Anspruch auf eine Ausgleichszahlung.

Den Flug führte aber nicht die verklagte Airline durch, sondern im Rahmen eines Codesharings eine andere Fluggesellschaft. Das beklagte Luftfahrtunternehmen ging daher davon aus, dass es nicht für die Verspätung verantwortlich sei und deshalb nicht zahlen müsse.

Das Gericht vertrat jedoch einen anderen Standpunkt. Das ausführende Unternehmen habe sich lediglich eines Subunternehmers bedient und sei weiterhin in der Verantwortung. Weshalb eine andere Airline den Flug durchgeführt habe, sei in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung.

Entschädigung für Fluggäste – Airline muss auch bei langfristiger Umbuchung zahlen

Wer Geld für sein Ticket bezahlt, hat Anspruch auf finanziellen Ausgleich bei Verspätungen

Geschäftsmann am Flughafen schaut auf Armbanduhr, hinter ihm Flugzeug
busy businessman © Gabi Moisa - www.fotolia.de

Bei einer Umbuchung können Urlauber eine Entschädigung fordern. Das gilt auch, wenn der geänderte Flugtermin schon zwei Wochen vor der Abreise bekannt ist. Wer kostenlos mitfliegt, hat aber keinen Anspruch auf finanziellen Ausgleich für Wartezeit.

Entschädigung für Umbuchungen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich gleich in zwei Verfahren mit den Rechten von Fluggästen beschäftigt. Eine Entscheidung, die für viele Reisende interessant sein könnte, betrifft die Entschädigung für Umbuchungen.

Zwar fällten die Bundesrichter hier wegen fehlender Details kein abschließendes Urteil, sie gaben jedoch eine grundsätzlich wichtige Erklärung ab. Demnach können Reiseveranstalter verpflichtet sein, Fluggäste für Umbuchungen finanziell zu entschädigen - auch wenn die Terminänderung bereits zwei Wochen vor dem Abflug erfolgt.

Anspruch durch Nichtbeförderung

Im verhandelten Fall hatten zwei Pauschalreisende je 400 Euro gefordert, weil ihr Hinflug in die Türkei von morgens 9 Uhr auf nachmittags 15:30 Uhr umgebucht wurde. Dadurch verloren die Reisenden wertvolle Urlaubszeit. Ihren Anspruch begründeten sie mit der "Nichtbeförderung" durch die Airline. Und in der Sache gab der BGH ihnen hier Recht.

Im Falle eines Ehepaars, das für seine kostenlos mitreisende Tochter eine Entschädigung wegen einer sechseinhalb-stündigen Wartezeit forderte, entscheiden die Richter jedoch anders. Wer kein Geld für sein Ticket bezahlt, hat auch keinen Anspruch auf finanziellen Ausgleich bei Verspätungen.

Bei Preisminderung im Urlaub aufgrund von Reisemängeln Beweise sichern

Richtiges Vorgehen um eine Preisminderung vor Gericht durchsetzen zu können

Schwerer Koffer auf einem Bett im Hotelzimmer
hotel room with suitcase © robert paul van beets - www.fotolia.de

Wanzen im Bett sind im Urlaub nicht nur unangenehm, sondern ein Grund den Preis um bis zu 50 Prozent zu mindern. Allerdings ist dies nur dann möglich, wenn die Existenz des Ungeziefers auch dokumentiert wird.

sind wichtig, um finanzielle Forderungen durchzusetzen.

Richtiges Vorgehen um einen Minderungsanspruch geltend zu machen

Wer berechtigte Zweifel an dem Zustand seines Feriendomizils hat, sollte sich sofort bei der Reiseleitung beschweren. Mängel sollten grundsätzlich schriftlich benannt werden.

Wer seine Kritik nicht bei der richtigen Person abgibt, besitzt später keinen Minderungsanspruch. Das Gesetz und die Gerichte legen strenge Maßstäbe an, wenn es um die Minderung des Reisepreises geht. Unzufriedene Urlauber sollten folglich genau dokumentieren, an welchen Tagen sie vergeblich versucht haben, die Reiseleitung zu kontaktieren.

Höhe der Reisepreisminderung

Die Höhe der Reisepreisminderung richtet sich nach der Schwere und der Beeinträchtigung der Gesamtreise. Informationen dazu liefert die Reisepreisminderungstabelle des Landgerichts Frankfurt, die sogenannte Frankfurter Tabelle.

Krise in Griechenland – bei Reisemängeln bekommen Urlauber ihr Geld zurück

Bei einer weiteren Zuspitzung der Krise könnte es zu folgenden Engpässen kommen

Rechte Hand zieht Geld aus Geldautomat heraus
geld abheben © Stefan Redel - www.fotolia.de

Aktuell müssen Urlauber in Griechenland kaum Einschränkungen hinnehmen. Im Gegenteil: in Athen und anderen Städten fahren Busse und Bahnen umsonst. Wenn sich die Krise weiter zuspitzt, könnte es jedoch zu Engpässen kommen, etwa bei

Bei diesen Reisemängeln gibt es Geld zurück.

Leere Geldautomaten

Derzeit können ausländische Touristen noch Geld vom Bankautomaten abheben. Das Limit von 60 Euro pro Tag gilt nur für Einheimische. Sollten die EU-Partner den Griechen eine Abfuhr erteilen, würde sich die Situation aber verschärfen: den Banken geht das Bargeld aus, sodass auch Reisende keine Euro mehr bekommen. Das kann die Urlaubsfreude trüben, ist aber kein Reisemangel.

Knappes Essen im Hotel

Bei einer Pauschalreise gehört das Essen zu den gebuchten Leistungen. Aufgrund der Kapitalverkehrskontrollen haben Hoteliers jedoch Probleme, viele Lebensmittel frisch zu beschaffen. Wenn sich die Menge oder Qualität der Speisen deutlich ändert, ist das ein Reisemangel. Bevor Urlauber den Reisepreis mindern können, müssen sie allerdings die Reiseleitung auffordern, den Mangel zu beheben.

Bleibt das Buffet weiterhin mager bestückt, ist eine Erstattung möglich. Bei All-Inclusive-Urlaub mit ausgedünntem Speiseplan können Reisende bis zu 10 Prozent des Preises zurückverlangen.

Personal kann nicht bezahlt werden

Sollte der Zahlungsverkehr weiterhin beschränkt bleiben, können auch die Gehälter nicht mehr fließen. Im Extremfall erscheinen dann Koch, Kellner und Reinigungspersonal nicht mehr zur Arbeit. Wenn der Service und Komfort im Hotel erheblich beeinträchtigt ist, kann Urlauber bis zu 20 Prozent seines Reisepreises zurückfordern.

Manche Hoteliers haben deshalb bereits angekündigt, ihr Personal teilweise bar zu entlohnen. Zudem dürften nur wenige Mitarbeiter in der Krise auf einen Job verzichten, bei dem sie mit dem Trinkgeld zumindest etwas Bares bekommen. Wer den Griechen helfen möchte, zeigt sich deshalb extra spendabel.

Krise lähmt öffentliches Leben

Dass Streiks das öffentliche Leben lahmlegen können, wissen auch Deutsche. Die Bahn hat erst jüngst viele Reisende ausgebremst. Wenn sich die Krise in Griechenland weiter zuspitzt, ist jedoch ein umfassender Stillstand denkbar: Busse und Bahnen könnten ebenso betroffen sein wie Geschäfte, Banken und alle öffentlichen Einrichtungen.

Ist die Reise um ein Drittel entwertet, können Urlauber einen erheblichen Mangel geltend machen und kostenlos ihren Vertrag kündigen. Wie beim ausgedünnten Speisezettel gilt aber auch hier: zunächst muss der Veranstalter die Gelegenheit haben, den Mangel zu beseitigen. Bei einem zweiwöchigen Urlaub wäre eine Frist von drei Tagen angemessen.

Außerdem sollten Reisende sich eine Kündigung und Heimreise gut überlegen. Im Zweifel müssen sie vor Gericht nachweisen, dass der Mangel tatsächlich einen Drittel des Reisepreises ausmachte. Der sichere Weg wäre, erst nach der regulären Rückkehr einen Anspruch auf Preisminderung geltend zu machen. Die gesetzliche Frist dafür beträgt vier Wochen.

Grundinformationen und Hinweise zum Reiserecht

  • Reiserecht - Bestandteile und Tipps bei Reisemängeln

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: auf in den Urlaub © DeVIce - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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