Krankenrücktransport - Notwendigkeit und Möglichkeiten

Krankenwagen von vorne auf verschwommenem Hintergrund

Heimtransport aus dem Urlaub bei Unfall oder Erkrankung

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  • von Paradisi-Redaktion

Als Krankenrücktransport bezeichnet man den Heimtransport aus dem Urlaub bei einem Unfall oder einer Erkrankung. Im Urlaub oder auf Geschäftsreise zu erkranken oder in einen Unfall verwickelt zu sein, wird ohne ausreichende Auslandskrankenversicherung schnell zur Katastrophe. Fehlende Sprachkenntnisse, schlechte medizinische Einrichtungen oder astronomische Behandlungskosten können da zum Alptraum werden. Informieren Sie sich zum Thema Krankenrücktransport.

Krankenrücktransport: eine Definition

Unter einem Krankenrücktransport versteht man die Verlegung eines verletzten oder schwer erkrankten Urlaubers aus dem Urlaubsland in ein inländisches Krankenhaus bzw. auch den Heimtransport des Betroffenen. Dabei wird der Patient in der Regel mit einem Krankenwagen oder Flugzeug transportiert.

Auch während eines Auslandsurlaubs kann es passieren, dass man schwer erkrankt oder sich verletzt und dann in ein Krankenhaus muss. Da der Patient sich dann zumeist mit einer fremden Sprache, einer ungewohnten Umgebung sowie der bangen Frage nach der richtigen medizinischen Versorgung konfrontiert sieht, verspürt er oftmals den Wunsch, so schnell wie möglich wieder nach Hause zurückzukehren und sich in einem heimischen Krankenhaus behandeln zu lassen, was jedoch nicht so ohne Weiteres möglich ist, da man nicht einfach in ein Auto oder Flugzeug steigen kann.

Leidet man unter einer ernsten Erkrankung oder einer schweren Verletzung, wie zum Beispiel einem gebrochenen Bein, ist ein fachgerechter, schonender Transport mit entsprechender medizinischer Betreuung erforderlich. Dies gilt sowohl für den Rücktransport aus nahe gelegenen Ländern wie Österreich und der Schweiz als auch für ferne, exotische Länder.

Notwendigkeit

Wer im Ausland ohne Auslandskrankenversicherung unterwegs ist, muss jede Behandlung aus eigener Tasche bezahlen. Da für mögliche Unfälle oft kein kleines Vermögen an Urlaubsgeld zur Verfügung steht und selbst eine einfache Schmerzspritze schon schnell um die 100 Euro kosten kann, ist es sinnvoll, sich ausreichend zu versichern. Diese Versicherungen sollten auch den Krankenrücktransport berücksichtigen.

Der Krankenrücktransport kann eine medizinische Notwendigkeit werden, wenn der Urlaubsort nicht über dementsprechend ausgestattete Krankenhäuser verfügt, um den Krankheitsfall behandeln zu können. Natürlich sollte der Transport vertretbar sein und keine sinnlose Belastung für den Patienten darstellen. Teilweise ist es auch nicht unbedingt erforderlich, in die Heimat transportiert zu werden, aber wer ist schon gerne in einem fremden Land mit evtl. unzureichenden Sprachkenntnisse hilflos ans Bett gefesselt? Versicherungen bieten zudem rund um die Uhr tätige Notrufzentralen, die allein schon zur inneren Beruhigung beitragen.

Ebenso kann der Versand von Medikamenten oder die Rückholung von Kindern in Notfällen von Bedeutung sein. Daher kann es nicht schaden, die Leistungsbeschreibungen und Versicherungsbedingungen vor Reiseantritt vorsichtshalber zu checken.

Die Behandlungskosten werden beispielsweise in den USA anders berechnet als in Deutschland. Nicht nur der Dienst des Arztes wird bezahlt, sondern jedes Pflaster und selbst der Aufenthalt im Warteraum kann auf der Rechnung erscheinen, die dann schnell astronomische Höhen erreichen. Es kann sogar günstiger sein einen Flug in die Heimat zu nehmen, dort zum Hausarzt zu gehen und wieder zurück zu fliegen, obwohl USA-Flüge nicht zu den preiswertesten zählen.

Man sollte sich ausreichend versichern und auch den Krankenrücktransport mit einschliessen
Man sollte sich ausreichend versichern und auch den Krankenrücktransport mit einschliessen

Möglichkeiten für einen Krankenrücktransport

Zu den wichtigsten Voraussetzungen für einen Krankenrücktransport gehört die Feststellung des behandelnden Arztes, dass der Patient transportfähig ist. Ist dies der Fall, entscheiden die Ärzte, welche Transportart am besten für den Patienten geeignet ist. Je nach Notwendigkeit kommt dabei ein anderes Transportmittel in Betracht. Möglich ist:

  • der Pkw-Dienst: der Verletzte oder Erkrankte wird mit einem Wagen der Hilfsorganisation transportiert
  • der Langstercken-Krankentransport: der Verletzte oder Erkrankte wird mit einem Krankentransportwagen transportiert
  • Rettungswagen: der Verletzte oder Erkrankte wird mit einem Rettungswagen transportiert, wenn ein Transport mit dem Krankentransportwagen keine Option mehr darstellt
  • die Flugbegleitung: der Verletzte oder Erkrankte wird in einem Linienflugzeug mit Begleitung durch Notarzt und/oder Rettungsassistent transportiert
  • Ambulanzflug: der Verletzte oder Erkrankte wird in einem Abulanzflugzeug transportiert - der Transport im Linienflugzeug ist häufig jedoch günstiger

Nach der Feststellung der Transportfähigkeit wird der Patient auf schnellstem und sicherstem Wege in ein Krankenhaus seines Heimatortes verlegt. Bei Ambulanzflügen kann es jedoch aus logistischen Gründen zu einigen Tagen Wartezeit kommen, bis der Krankenrücktransport stattfindet.

Kostenpunkt

Die Höhe der Kosten für einen Krankenrücktransport fallen ohne Auslandskrankenversicherung sehr hoch aus. Wie teuer dieser Transport wird, hängt davon ab,

  • in welchem Land sich der Patient befindet
  • wie schwer die Verletzung oder Erkrankung ist
  • wie gut das Krankenhaus, in dem der Patient sich befindet, zugänglich ist

Die folgende Auflistung kann nur als ungefähre Schätzung dienen.

  • Rücktransport aus Frankreich: bis zu 10.000 Euro
  • Rücktransport aus Ägypten: bis zu 25.000 Euro
  • Rücktransport aus den USA: bis zu 35.000 Euro
  • Rücktransport aus Thailand: bis zu 70.000 Euro
  • Rücktransport aus der Karibik: bis zu 100.000 Euro

In der Regel übernimmt die Versicherung nur die Kosten für den Transport des Patienten - Begleitpersonen müssen für ihre Rückreise meist selbst aufkommen, auch wenn es in diesem Zusammenhang auch Ausnahmen gibt. Man hat die Möglichkeit, eine Reiserücktrittversicherung abzuschließen und diese mit einer Reiseabbruchversicherung zu kombinieren; auf diese Weise können mitversicherte Familienangehörige oder Teilnehmer der gemeinsam gebuchten Reise von einem bezahlten Rückflug profitieren.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Krankenwagen ist unterwegs © Thaut Images - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Krankenwagen 3 © Thaut Images - www.fotolia.de

Autor:

Sandra Spönemann - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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